Studie zeigt: Arbeitgeber sind in Sachen Weiterbildung nicht auf der Höhe der Zeit

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on email
people sitting on chair in front of table while holding pens during daytime
Foto von Dylan Gillis

Wer entscheidet über die Weiterbildungsbudgets?

Der Ergebnisse der Studie zeigen zudem Widersprüche im Umgang mit Weiterbildung auf: So liegt die primäre Verantwortung für lebenslanges Lernen laut den Befragten zwar direkt bei den Mitarbeitern (61 %) und nur jeder Fünfte sieht sie bei den Führungskräften. Doch über die finanziellen Mittel für Lernen entscheiden die Geschäftsführung (35 %) oder der Vorgesetzte (25 %).

Nur in 14 Prozent der befragten Unternehmen verfügen die Mitarbeiter über ein eigenes Lernbudget. Auch bei der Frage, was Lernzeit bedeutet, zeichnen die empirischen Daten ein diffuses Bild.  In etwas mehr als einem Drittel der teilnehmenden Unternehmen gibt es dazu gar keine Vorgaben. Ein weiteres Drittel definiert Lernzeit ausschließlich über die Teilnahme an Seminaren.

Wie Unternehmen Lernzeit festlegen, variiert ebenfalls: Jeweils ein Viertel meint, das würde direkt mit den Führungskräften vereinbart beziehungsweise jeder Mitarbeiter erhalte ein bestimmtes Zeitbudget für Lernen. In diesem Punkt unterscheiden sich die Wahrnehmungen der Geschäftsleitung und der Mitarbeiter signifikant.

Heute findet Lernen mehrheitlich „off the job“ über den Besuch von Seminaren oder Tagungen statt (53 %). Online-Lernen nutzen derzeit 35 Prozent der Befragten, während nicht einmal zehn Prozent der Unternehmen neue Lernformate wie Gamification, Virtual und Blended Learning einsetzen.

„Der Umgang vieler Unternehmen mit lebenslangem Lernen bewegt sich noch nicht auf der Höhe unserer Zeit“, kommentiert Jutta Rump, Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen und Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) die Ergebnisse. „Wenn Teams immer agiler und autonomer handeln, sollte dies auch für das Lernen gelten. Hier ist daher mehr Freiraum für die Mitarbeiter und weniger Bürokratie angesagt“, so die Professorin.


Webtipp

hays.de/lebenslanges-lernen 

Die Anforderungen im Job verändern sich in vielen Berufen stetig. Wissen hat eine zunehmend geringe Halbwertszeit. Daher macht schon seit einigen Jahren das Schlagwort des „lebenslangen Lernens“ die Runde. Sprich: Menschen sollten sich laufend weiterbilden, um „beschäftigungsfähig“ zu bleiben. Auch aus Sicht des Unternehmens ist lebenslanges Lernen wichtig. Schließlich profitieren sie von Mitarbeitern, die stets auf dem neuesten Stand sind.

Aber wie steht es denn um das  lebenslange Lernen im deutschsprachigen Raum? Der HR-Report von Hays und dem Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) liefert einige interessante Einsichten dazu. Er basiert auf einer Onlinebefragung von 997 Mitarbeitern und Führungskräften aus Organisationen im deutschsprachigen Raum, darunter Geschäftsführer (19 %), HR-Führungskräfte (16 %), Fachbereichsleiter (42 %) sowie Mitarbeiter ohne Personalverantwortung (24 %).

Aus Sicht der Befragten hat das lebenslange  Lernen in den Unternehmen grundsätzlich einen sehr hohen Stellenwert. Der Median für dieses Thema liegt bei 77 Punkten auf einer Skala von 1 bis 100. Die Bereitschaft der Mitarbeiter, lebenslang zu lernen, ist aber deutlich niedriger. Hier liegt der Median bei 59 Punkten. An dieser Stelle zeigt der Report schon sehr deutlich, dass zwischen Anspruch und Praxis eine Lücke klafft.

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on email

Unternehmen aus dieser Kategorie

Unternehmen aus dieser Kategorie

Themenwelt
Kategorien
Kommende Events
November 2020
Februar 2021
Mai 2021
Keine Veranstaltung gefunden!