# Hybrides Lernen, die Zukunft (nicht nur) für Rhetorikseminare

*https://www.hrm.de/hybrides-lernen-die-zukunft-nicht-nur-fuer-rhetorikseminare/ — 2014-11-17*

**Synchrones Onlinelernen**  
   
 **Lehrende und Lernende befinden sich an unterschiedlichen Orten zur gleichen   
Zeit und nutzen gemeinsam dasselbe Medium (virtueller Klasssenraum):**

- 1.      Methodenvielfalt: Twitterunterhaltungen, Chats, Webinare, Video-  
konferenzen, Hangouts, Skypeunterhaltungen, gleichzeitiges Arbeiten an   
Online-Dokumenten, zum Beispiel im Chat oder Google Docs etc.
- 2.      Zeit: Schnelle Reaktionszeiten für Dozenten und Teilnehmende
- 3.      Situation: Ähnliche Vortragssituationen wie in Präsenzseminaren   
für Reden und Vorträge
- 4.      Umittelbarkeit: Direkter und persönlicher Austausch   
zwischen Lernenden und Lehrendem
- 5.      Mitgestaltung für Lernende: Gerade in Chats und Webinaren möglich –   
Teilnehmer (TN)-Vorträge, TN-Fragen, TN-Anworten, die TN arbeiten gemeinsam   
an Aufgaben (Whiteboard bei edudip z. B.), Umfragen, Kurzantworten, Video- und   
Audioübertragung von TN
- 6.      Kosten: Gemeinsames Arbeiten und dabei reduzierte Kosten für Anfahrt,   
Unterbringungen und Arbeitszeitverlust im vergleich für webbasierte Strukturen unter   
Nutzung von vorhandenen Resorchsen wie PC, Headset, Internetverbindung,   
digitalen Unterlagen
- 7.      Taktung: Kurze Zeiteinheiten von 60 bis 90 Minuten
- 8.      Lernprozesse: Wiederholen oder Vertiefen von selbständig erlerntem   
Wissen in asynchroner Lernarbeit  
  
  
**Fazit:**  
Die Welt der Technik verändert sich und so wie der Buchdruck das Lernen und Lehren verändert hat, verändert auch das Internet unsere Möglichkeiten des Lernens – fast täglich. Betriebliche Weiterbildung sollte daran anschließen und sich die Vorteile aus beiden Welten - digital wie real - zunutze machen.  
  
Dann bewirken Weiterbildungen mehr als ein Tropfen auf einen heißen Stein. Hybride (Rhetorik)-Seminare bieten Zeit und Raum für intensiven Wissenstransfer, Praxisnähe zum Beruf, Übungszeiten und intensiven Austausch zwischen Mitgliedern der Lerngruppe als auch zu Dozenten.

·         1.      Von Angesicht zu Angesicht miteinander sprechen:   
 Den anderen sehen, riechen oder so gar anfassen. Viele Menschen   
 habe dann erst das Gefühl, es passiert auch tatsächlich etwas.

·         2.      Gruppenübungen: Direktes Reagieren auf andere Teilnehmer   
 und Dozenten – gerade in Debatten ein wichtiges Übungsmoment

·         3.      Verhalten nachahmen: In Seminarsituationen biete ich als Rhetorikdozentin   
 gerade durch mein Redeverhalten und meine Argumentation eine Rohmodell, an dem   
 sich Teilnehmer orientieren. Teilnehmer evaulieren, was zu ihnen passt und was nicht.   
 Eigenes Verhalten bewerten und verändern.

·         4.      Raus aus dem Berufsalltag: Für viele Teilnehmer bietet ein Seminar eine   
 willkommende Abwechslung im Alltag; eine andere Umgebung und Gerüche fördern   
 die Aufnahme von neuem Wissen. 

·         5.      Austausch mit Kollegen oder anderen Fachleuten: Blick über den Tellerrand

·         6.      Konzentriertes Arbeiten an neuen Fertigkeiten: Weg vom Telefon, E-Mail   
 und anderen Unterbrechungen

·         7.      Gezielte Unterbrechungen: Lernen mit allen Sinnen, unterschiedliche   
 Lernmöglichkeiten voll ausschöpfen

·         8.      Ähnliche Situation wie im Beruf: Reden vor anderen Menschen –   
 Verhaltensweisen testen in Bezug auf Lampenfieber, Blackout und   
 Körpersprache, Mimik und Gestik

·         9.   Gerade für Rhetorik: Videotraining – direktes und zeitversetzte   
 Rückmeldung zum Redebeitrag

·         10.  Unmittelbarkeit: Direkte Reaktionen von Zuhörern aufnehmen und   
 noch im Vortrag eigenes Verhalten anpassen

**Über die Autorin**  
 Judith Torma lehrt seit 11 Jahren Rethorik für Führungs- und Fachkräfte (Präsenzseminare / firmenintern & offenes Angebot | Onlineseminare). Rhetorikseminare, die bei ihr online stattfinden, nutzen ein #LMS - Learning Management System. Neue Seminare werden in 2015 als hybride Lernformen angeboten. Ziele & Grundlagen:

- 1.      Intensive Vorbereitung ermöglicht die Mitgestaltung der Präsenzseminare   
durch die Teilnehmenden bereits vor dem Eintreffen im Seminar
- 2.      Lernplattform als Treffpunkt für Dozenten und Teilnehmende sowie als   
Plattform für Unterlagen, Vorlagen und den intensiven Austausch
- 3.      Persönliche Ansprache zwischen Lernendem und Lehrendem – E-Mails oder Chats
- 4.      Lernen in kleinen Häppchen stellt gerade in online Angeboten den größten Vorteil da –   
dosierte Informationsflut – einwenig wei bei Ebbe und Flut – planbar
- 5.      Präsenzeminare konzentrieren sich auf Übung und Feedback, weniger Vermittlung von Hintergrundwissen
- 6.      Präsenzseminare bieten geschlossenen Raum, in dem Teilnehmende   
neue Fähigkeiten testen, anpasen und verfeinern
- 7.      Konzentriertes Arbeiten in unterschiedlichen Dosen und für die verschiedenen   
Lernenden und Ihren Vorlieben.
- 8.      Kleinere Teilnehmerzahl (1-6) in Präsenzseminare  in Verbindung mit   
größeren (12 - 15) oder großen Teilnehmergruppen (Vorlesungen, Workshops mit 80  bis 300)
- 9.      Langfristige Begleitung der Lernenden, Ansprechpartnerin   
bei der Umsetzung in den Berufsalltag  
  
**Kontakt:**

Netz:    [http://www.rhetorikseminar.org](http://www.rhetorikseminar.org/)  
 Blog:     [http://rhetorikblog.com](http://rhetorikblog.com/)   
Pod:      [http://podcast.rhetorikseminar.org](http://podcast.rhetorikseminar.org/)

[Download für diesen Beitrag: **Hybrides Lernen - Zukunft für Rhetorikseminare**](http://vg02.met.vgwort.de/na/d675defb835340ce9612700fa6d6d57b?l=http://rhetorikseminar.org/wp-content/uploads/2014/11/Hybrides-Lernen.pdf)

 

**Vorteile von Onlineseminaren**  
 Onlineseminare sehe ich als die Enkelkinder des Fernstudiums. In vielen Fernstudien wurden früher Unterlagen per Post verschickt und Lernende arbeiteten diese allein und selbständig durch. Weder zugeschickte Unterlagen - postalisch oder digital - noch ein einmaliges Webinar gehören für mich zu nachhaltigen Onlineseminaren. Diese bieten, wenn sie gut sind, vielmehr eine Vielzahl an Möglichkeiten zu unterrichten und zu lernen. Gute Fernstudienanbieter haben dies übrigens verstanden.  
   
Onlineseminare leben von der Gemeinschaft, in der wir nach unserem eigenen Zeitfenster und in unserem eigenen Tempo lernen. Doch Achtung: Zwar wirkt der Einsatz unterschiedlicher Medien für das Lernen beflügelnd, doch der Einzelne muss die Vielfalt reduzieren, damit Lernen in kleinen Häppchen funktioniert, und eben nicht durch eine Informationsflut und stressige Toolfülle ausgebremst wird.   
  
Online Seminare lassen sich **synchron** – also gleichzeitig zum Beispiel im Video- oder Textchat oder **asynchron** unter anderem über aufgezeichnete Videos und Lernforen aufbauen. Je nach Format entstehen unterschiedliche Vorteile.

**Lernen als Mischform**  
  
Frontalunterricht wird immer noch in diversen Fachartikeln und in der Branchendiskussion heftig in Abrede gestellt, nämlich als altmodisch und ineffizient. Welche vorteilhaften Alternativen es jedoch gibt, bleibt außer einem Verweis auf das Internet häufig unbeantwortet. Im Folgenden fasse ich die jeweiligen Vorteile von Präsenz- und Onlineseminaren sowie deren Kombination zusammen, die ich seit 11 Jahren im Rahmen meiner Rhetorikseminare erprobe und kennengelernt habe.

Zwei der größten **Gegenargumente gegenüber Präsenzseminaren**    
legen zwar die Wahl von onlinebasiertem Lernen nahe, sind aber nicht immer fundiert:

- 1.      Kosten für Fahrzeiten, Fahrten und Hotelunterbringungen: Auch onlinebasiertes   
Lernen erfordert Kosten für eine sehr gute Infrastruktur. Die Kosten verschieben sich daher,   
werden also nicht aufgehoben, im besten Fall nur reduziert. Hybrides Lernen verlangt noch   
immer nach Präsenzphasen, dabei entstehen ohnehin Kosten.
- 2.      Große Wissenslücken trotz Informationsflut: Häufig formulieren   
Teilnehmer von Präsenzveranstaltungen, dass sie aufgrund vieler vermittelter Informationen  
übersättigt und nicht mehr aufnahmefähig sind. Gute Präsenzveranstaltungen setzen   
jedoch wie webbasierte Lehrmethoden auf die Vermittlung kleine Wissenseinheiten.   
Allerdings entspricht das oft nicht dem Anliegen der Unternehmen: Möglichst viel Stoff   
in möglichst wenig Zeit an möglichst viele Mitarbeiter vermitteln.

**Asynchrones Onlinelernen**  
   
 **Lehrende und Lernende sind am gleichen Ort, jedoch zu unterschiedlichen Zeiten,   
zum Beispiel innerhalb von Lernplattformen:**

- 1.       Jeder lernt nach seinem Zeitgefüge innerhalb eines festen Zeitrahmens:    
Lernen passiert dann, wenn die eigene Lernkurve optimal ist.
- 2.      Bessere Integration in den Arbeitsalltag: Feste Lernzeiten innerhalb   
des Tages bieten größere Chancen, um erfolgreich zu lernen
- 3.      Zeitpunkt: Dann lernen, wenn Wissen benötigt wird
- 4.      Methodenvielfalt: Texte, Podcasts,Videos, Lückentexte, Wissensabfragen,   
Forenbeiträge, Fragen & Antwortzeiten, Vorlagen, Einsendeaufgaben,   
Gruppenarbeit (zeitversetzt)
- 5.      Feedback: Intensives schriftliches Feedback von   
Dozenten und anderen Teilnehmern (Lernen unter Peers)
- 6.      Selbststeuerung: Lerneinheiten können von jedem Lernenden   
individuell – abgespielt, angehalten, vor- oder zurückgespult werden –   
Wiederholungen und Überspringen   
von Inhalten möglich und gewünscht
- 7.      Austausch: Schriftliche Übungen übermitteln oder Videoaufzeichnungen von eigenen   
Reden übersenden – Korrektur und Bewertung durch Dozenten oder andere Teilnehmer
- 8.      Flexible Zeiteinteilung: Langes und intensives Lernen,   
mal kurze Happen für zwischen durch
- 9.      Selbststerung: Selbständiges Erarbeiten von theoretischem   
Hintergrundwissen – welches durch Dozenten in unterschiedlicher   
Form angeboten wird
