„Personalhunger“ in Russland

group of people using laptop computer
Foto von Annie Spratt

Human Resources ist heutzutage in Russland ein Thema wie nie und wird oft als Krise bezeichnet. Seit ein Paar Jahren gibt es dafür sogar einen neuen Begriff – „Personalhunger“ („Kадровый голод“). Die Situation auf dem Arbeitsmarkt verhindert den Wirtschaftswachstum und Konkurrenzfähigkeit. Man liest oft in Berichten etwas Ähnliches wie: „ich kann meine faulen Mitarbeiter nicht kündigen, weil ich Angst habe, dass ich nicht mal solche mehr finde“.

Besonders gefragt sind Fachleute und Berater in den Bereichen Finanzen, Marketing und Recht. Die Personaler spüren dieses Problem mehr als Vertreter anderer Berufe. Sie tragen dafür die Verantwortung, dass qualifizierte und hoch motivierte Fachkräfte eingestellt werden – eine der Voraussetzungen für den nachhaltigen Erfolgs jedes Unternehmens. Job-Hopping und Immigration verstärken das Problem des Wettbewerbs um geeignetes Personal noch zusätzlich. Deshalb richten die Unternehmen auf der Suche nach geeignetem Personal ihr Augenmerk nicht mehr so stark wie früher auf das Ausland, sondern geben vermehrt einheimischen Bewerbern eine Chance. Allerdings werden hier Bildungsniveau und Weiterbildungspotential der Bewerber immer wichtiger.

Die Kluft zwischen dem Preis für die wichtigste Resource des Unternehmens und dem, was man für diesen Preis bekommt, wird immer größer. Von einem Arbeitgebermarkt vor einigen Jahren ist nicht viel übrig geblieben – in Russland herrscht Arbeitnehmermarkt. Durchschnittlich sind die Gehälter in Russland um 13,5 % gestiegen. In Moskau sieht die Situation noch schlimmer aus – bei den Gehältern der Top-Manager ist der Unterschied von bis zu 40% in einem Jahr festzustellen. Noch beeindruckender ist der Vergleich von 2001 bis 2007: die Gehälter haben sich im Durchschnitt verfünffacht, also um 30% Wachstum pro Jahr.

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