Mit der Werbetrommel auf Feldzug im War for Talents – auch die BA müht sich redlich

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Foto von Perry Grone

Beim zunehmenden Wirbel um qualifizierte Mitarbeiter werden Personaler mehr und mehr zu Marketingexperten. Das zeigte sich jetzt auf der Konferenz „War for Talents“ am 28. und 29. Januar in Berlin. 15 Referenten erklärten etwa doppelt so vielen Interessenten, wie sie ihr Unternehmen für die heiß begehrten Fachkräfte „schick machen“.

Als Sponsoren traten das Karriereportal Monster und die Bundesagentur für Arbeit in Erscheinung. Während Dr. Falk von Westarp, neuer Country Manager von Monster Worldwide Switzerland, mit seinem Fallbeispiel im internationalen Recruiting auf offene Ohren stieß, hatte Dr. Volker Rebhan von der Bundesagentur für Arbeit (BA) keinen leichten Stand vor den Versammelten. Nicht nur, dass er als Schlusslicht des ersten Konferenztages gegen Erschöpfungs- und Auflösungserscheinungen ankämpfen musste, auch das schlechte Image und einschlägige Erfahrungen mit der Agentur für Arbeit erschwerten seine Mission: Dem Publikum fehlte offensichtlich der Glaube an eine gewinnbringende Zusammenarbeit. „Die Leute, die wir suchen, finden wir nicht bei euch“, stand im Raum.

Der Versuch, argwöhnischen Personalern die neuen Funktionen und Optionen der JOBBÖRSE schmackhaft zu machen, ist Dr. Rebhan und seinem Team grundsätzlich hoch anzurechnen. Etwas mehr „Verkaufsgeschick“ hätte allerdings nicht geschadet. Denn von den neuen Kooperationsmöglichkeiten können Unternehmen eigentlich nur profitieren: So etwa vom automatischen Import von Stellenangeboten, der durch die HR-BA-XML Schnittstelle möglich ist, oder der neuen Call-me-Funktion, die eine telefonische Kontaktaufnahme mit dem Bewerber erlaubt.

Es ist ein Irrtum, dass ausschließlich unqualifizierte oder arbeitsunwillige Menschen bei der BA registriert sind –mit der Zunahme von Beschäftigungsmöglichkeiten und –verhältnissen in der neuen Arbeitswelt wird es bald ganz normal sein, zwischenzeitlich ohne Job dazustehen. „Deutschland hat aus meiner Sicht zwei Probleme: die Altersdiskriminierung und das fehlende Vertrauen in die Fähigkeiten der Mitarbeiter“, bemerkte Tim A. Ackermann, Senior Recruitment Manager von Microsoft Deutschland auf der Konferenz. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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