(Job)Podcast – The Making of: Interview mit York Lemb (HRMHacks Podcast Episode #53)

|
York Lemb

00:00:00


Alexander Petsch: Glückauf und herzlich willkommen zu den heutigen HRM-Hacks, präsentiert von der TALENTpro, dem Expo-Festival für Recruiting, Talent Management und Employer Branding, das am 6. und 7. Juli wieder live in München stattfindet. Unter www.talentpro.de  könnt Ihr alle weiteren Infos und Highlights des Expo-Festivals erfahren. Mein Name ist Alexander Petsch, ich bin der Gründer des HRM Instituts, Euer Gastgeber. In unserer heutigen Folge spreche mit York Lemb über Hacks zum Thema Podcast. Wie gehe ich das Thema an, auf was muss ich achten und wie setze ich es um? York Lemb ist Marketing-Fachmann, er war unter anderem zehn Jahre bei Obi im Marketing. Wir haben schon einen Podcast zusammen gemacht zum Thema Jobpodcast. Und nach zehn Jahren Marketingleiter bei Holzwand und Dozent im Bereich Marketing und Digitale Medien an der  Fachhochschule für Ökonomie und Management ist er jetzt Unternehmer und selbstständig mit Jobpodcast.de. Herzlich willkommen Jörg!

00:02:08


York Lemb: Danke, Sascha, dass ich da sein darf.

00:02:13


Alexander Petsch: Wir kennen uns ja schon ganz lange und Du unterstützt uns auch bei den HRM-Hacks-Podcasts mit Technik und Produktion. In unserem heutigen Podcast geht es ja ein bisschen mehr um Hacks zum Thema Technik, wenn ich jetzt einen Jobpodcast machen und mich vielleicht auch selbst mal heranwagen möchte. Wie gehe ich das an und worauf muss ich achten? Aber vielleicht vorab zur Einführung, was ist denn ein Jobpodcast?

00:02:47


York Lemb: Ein Jobpodcast ist ein Add-on zur klassischen Stellenanzeige, er wird entweder auf der eigenen Seite oder auf unserer Seite gehostet und vertrieben. Und es geht darum, dass der zukünftige Vorgesetzte an die Kandidaten vier bis fünf Fragen beantwortet, die interessant sein können, damit sich Bewerber ein besseres und authentisches Bild machen können. Das ist ein Jobpodcast.

00:03:12


Alexander Petsch: Was sind denn die Hauptvorzüge des Jobpodcasts? Wenn wir die noch mal kurz zusammenfassen.

00:03:17


York Lemb: Okay, das eine ist, es ist authentisch. Es ist ein Add-on, leichter zu produzieren als ein Video. Es bringt absolute SEO-Reichweite, eine super Sichtbarkeit, mehr spannende Kandidaten und eine große Reichweite.

00:03:33


Alexander Petsch: Und vielleicht auch vorab ausgelesene Kandidaten, weil die sich einfach schon ein Bild machen konnten: Mit wem muss ich da arbeiten? Was sind meine Challenges? Wenn man sich mal überlegt, wie viele Inhalte man in 10-15 Minuten Podcast, was ja nicht lange ist, reinpacken kann, dann ist das schon eine ganze Menge, die in der Stellenanzeige nie vorkäme.

00:03:55


York Lemb: Also, durch die Erfahrungen, die wir bei Hrm.de gemacht haben, sind 30 Minuten Podcast in etwa acht bis zehn Seiten DIN-A4-Text. Bei einem 15-minütigen Jobpodcast sind das in etwa drei bis vier Seiten. Das ist ein Text, den würde kein Kandidat vorher lesen.

00:04:15


Alexander Petsch: Und als alter SEO-Mann weiß man, hey, super, unique content und das vom Feinsten genau auf mein Thema.

00:04:20


York Lemb: Absolut. Und dann noch mit den richtigen Überschriften, das bringt richtig Link-Power.

00:04:28


Alexander Petsch: Dann kommen wir mal zum Thema Technik und worauf ich achten muss. Was sind denn so die Tipps, Tricks und Hacks, die Du uns mitgebracht hast, York?

00:04:37


York Lemb: Okay, zunächst muss klar sein, was ich eigentlich erreichen will. Und dass die Technik und die Qualität meines Podcasts zu der Qualität meines Unternehmens und zu dem Anspruch meines Unternehmens passen muss.

00:04:56


Alexander Petsch: Ich würde nicht unbedingt den Begriff Anspruch wählen, sondern ich würde eher sagen, es muss stimmig sein mit, was tue ich und wie ist mein Image?

00:05:06


York Lemb: Genau, es muss zusammenpassen. Wenn ich zum Beispiel ein Steuerberater bin, dann sollten die Antworten klar, kurz, präzise sein. Auf den Punkt, keine Ähs, keine Mhhs, keine zu langen Pausen zwischen Fragen und Antworten. Bin ich ein Restaurant, dann darf der Podcast auch mit Hintergrundgeräuschen sein. Zum Beispiel. Oder wenn ich ein Start-up bin, dann darf der Ton auch schon mal etwas lockerer sein. Also, ich muss mir genau überlegen, wer bin ich und welche Qualität passt zu mir. Und dementsprechend muss der Podcast dann auch produziert werden. Das hat etwas mit der Technik und dem Raum zu tun, aber auch mit der Postproduktion.

00:05:53


Alexander Petsch: Ja, wobei ich mir mit dem Wort Qualität schwertue, weil auch Hintergrundgeräusche Qualität haben können.

00:06:04


York Lemb: Absolut. Ich sage mal, die Qualität des Podcasts hängt damit zusammen, habe ich die Marke verstanden und wie produziere ich diesen Podcast? Also, das muss einhergehen. Und es ist ganz unterschiedlich, was gemacht werden muss. Aber wer bin ich und was passt dazu? Das wäre sozusagen mein erster Hack.

00:06:26


Alexander Petsch: Und wenn ich das weiß, wie gehe ich dann ran?

00:06:29


York Lemb: Dann gibt es grundsätzlich vier Determinanten, die bei einem Podcast wichtig sind: Das ist Sprecher, Technik, Aufnahmeraum und Postproduktion, die Nachbearbeitung. Das sind die vier Säulen eines guten Podcasts am Ende des Tages. Und die vier Punkte muss ich im Griff haben. Ich würde dann mit dem Hack Nummer eins anfangen, dem Sprecher. Lieber im Stehen als im Sitzen. Lieber frei als abgelesen von den Notizen, denn eine spontane Rede ist das, was eigentlich am authentischsten ist. Aber gut gebrieft. Das wären so meine Hacks zum Thema Sprecher. Wenn wir jetzt über das Thema Technik reden, gibt es zwei große Baustellen – entweder zusammen vor Ort oder remote, wo jeder der beiden Gesprächspartner an einem anderen Ort der Erde ist. Das haben wir beim Hrm.de-Podcast ganz oft so gehabt. Da warst Du am Bodensee, ich auf Ibiza und der Gesprächspartner in Frankfurt. Und trotzdem sind die Podcasts gut zusammengelaufen. Das ist die Variante eins. Dann sind viele Unwegsamkeiten dabei. Welche Technik habe ich? Welches Mikrofon habe ich? Welchen Raum habe ich? Wie ist der Sprecher? Wie ist die Internetleitung? Das sind ganz viele Unwegsamkeiten, wenn man das remote macht. Das ist alles leichter zu kontrollieren, wenn man den Podcast vor Ort, im Unternehmen oder bei uns im Studio aufnimmt.

00:08:13


Alexander Petsch: Kommen wir noch mal ein bisschen zu den technischen Details. Fangen wir mit dem Thema Mikrofon an, was wäre da so Dein Tipp oder Hack?

00:08:23


York Lemb: Also, es gibt halt Profis wie Du oder einige Deiner Gesprächspartner, die ein Rode-Podcast-Mikrofon in einem guten Raum aufgebaut haben. Das ist natürlich toll. Aber ein schlechter Raum macht selbst das beste Mikrofon zunichte …

00:08:44


Alexander Petsch: … Was ist denn ein schlechter Raum?

00:08:49


York Lemb: Ein schlechter Raum ist immer, wenn ich viel Platz und viel Weite habe. Das ist natürlich ein schönes Büro, aber Hall ist in der Nachproduktion der absolute Killer. Das ist eigentlich nicht richtig rauszukriegen. Man hört es immer, man kann es ein bisschen besser machen, aber es wirkt immer, als hätte ich in einer Lagerhalle geredet. Das Mikrofon so dicht wie möglich, dann ist sogar ein Handy-Headset manchmal die bessere Wahl als das Rode, je nach Raum. Habe ich aber einen Raum, der generell wenig Schall hat, ist das super. Da gibt es so einfache Tipps wie Bettdecken hinlegen, die Schranktür aufmachen. Kleine Räume sind sozusagen dein Freund bei der Aufnahme. Und was man auch sagen muss, der vorherige Soundcheck, da eine Minute oder fünf Minuten in den Soundcheck investieren, spart Stunden in der Nachbearbeitung.

00:09:48


Alexander Petsch: Also, zwei super Hacks, Soundcheck und kleiner Raum.

00:09:55

York Lemb: Je kleiner der Raum, desto besser im Endeffekt, weil wenig stehende Wellen sind. Dann Schranktüren aufmachen. Ganz viele Sprecher, die mal schnell kurze Dinge einsprechen, machen das tatsächlich im Hotelzimmer unter der Bettdecke. Das ist der beste Schallraum, den es gibt. Aber bei einem Jobpodcast ist das dann doch etwas anstrengend und etwas zu warm. Aber generell, Schränke aufmachen, Sachen raushängen, kleine Räume,  vielleicht nicht im eigenen Büro aufnehmen, sondern lieber in einen kleinen Konferenzraum gehen, ist auf jeden Fall die bessere Wahl. Und die schlechteste Wahl ist eigentlich immer, das Audio, das die Notebooks mitbringen, also das freie Mikrofon und den freien Lautsprecher, zu benutzen. Dann lieber das ganz normale Klinken-Headset vom Handy anschließen, dann wird es schon deutlich besser. Aber wir stellen eigentlich auch Technik zur Verfügung. Wir haben ganz günstiges Headset, das wird per USB angeschlossen, kostet fünf Euro. Und damit ist die Tonqualität schon deutlich besser. Aber dazu gibt es auf der Webseite einige Soundfiles, sozusagen unter der Bettdecke, vor dem Kleiderschrank, mit einem billigen Headset. Also, wir haben mal so ein paar Tests gemacht.

00:11:18


Alexander Petsch: Ich denke mal, das Fünf-Euro-Headset ist eher so eine Variante, wenn keine Einsicht da ist, dass sich eigentlich ein kleines Investment in eine gute Tonqualität durchaus lohnt.

00:11:36


York Lemb: Absolut. Aber man muss auch dazu sagen, wenn jemand nur ein oder zwei Podcasts aufnimmt und das danach nicht mehr nutzen wird, dann macht es keinen Sinn, direkt 100 Euro für ein Mikrofon auszugeben, das dann nur rumsteht.

00:11:53

Alexander Petsch: Dann habe ich eine Soundfile, eine Tonspur, und was brauche ich dann?

00:12:00


York Lemb: Dann fängt es eigentlich an. Dann kommt die Postproduktion. Dann muss man sich genau überlegen, wie viel Zeit und Geld will man da investieren …

00:12:11


Alexander Petsch:… Lass uns noch mal zurückgehen, wir sind noch in dem Technikkomplex. Wenn ich die Soundfile habe, was brauche ich dann an Technik, um zu einem Podcast zu kommen?

00:12:25


York Lemb: Dann musst du sie hochladen. Entweder machen wir das, wie wir im Moment,  über Zencastr. Wenn man an zwei verschiedenen Orten ist, werden da beide Tonspuren separat aufgenommen und dann zu einer Tonspur verschmolzen. Und dann wird das runtergeladen und geht in ein Schnitt-Programm. Dazu brauche ich einen Computer, mit dem ich schneiden kann. Oder jemand, der das machen kann.

00:12:50


Alexander Petsch: Oder ich sage, ich will ein Onetake, also eine Aufnahme mit allen Unwägbarkeiten und Gedankenpausen und authentisch mit Ähs und Öhs. Oder ich bin solch ein Superprofi, dass ich das in einem durchziehe. Dann kann ich mir das alles sparen.

00:13:09


York Lemb: Ja, das nennt man die sogenannten Onetake-Wonder, die gibt es tatsächlich. Es gibt spannende Sprecher wie Barack Obama, der das tatsächlich kann. Aber das kommt nicht so oft vor, sage ich jetzt mal. ‚Aber auch das gibt es. Wir haben auch schon Podcasts produziert, die sind in drei Stunden aufgenommen, geschnitten, veröffentlicht und fertig. Das gibt es, aber da ist der Anspruch halt oft ein bisschen ein anderer. Aber das ist machbar und ist auch okay.

00:13:47

Alexander Petsch: Okay, dann habe ich meine Tonspur. Zur Postproduktion, den Einzelheiten oder Eigenheiten und worauf ich achten muss, kommen wir noch. Aber noch mal zur Technik. Dann brauche ich einen Podcast Hoster. Da muss ich mich für einen entscheiden, der dann  mein Podcast ausliefert, oder?

00:14:06

York Lemb: Ich brauche verschiedene Sachen. Wenn wir jetzt generell über Podcasts reden, dann brauche ich einen Hoster. Der verteilt mir dann meinen Podcast an alle relevanten Stellen, also an Deezer, an Alexa Music, an Amazon Music, an Apple Podcast, an Google Podcast. Also, der verbreitet mir dann mein Podcast überall hin, so wie ich das haben möchte, damit ich eine gute Sichtbarkeit habe. Aber wenn wir jetzt über den Jobpodcast reden, ist es eben auch wichtig, dass auf der eigenen Karriereseite viel stattfindet. Da sollte der Podcast auch sein. Auf unserer Seite wird der Podcast veröffentlicht, so dass sich ganz viel externe Links auf die eigene Karriereseite fokussieren. Das ist zum Thema Reichweite und Sichtbarkeit eine ganz wichtige Geschichte. Das ist das eine, was ich haben muss. Nehmen wir an, wir haben nicht geschnitten, sondern Onetake, dann ist es einmal die Verbreitung. Auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite dann noch alle Nebentätigkeiten, die gemacht werden müssen. Das hängt aber davon ab, wie viel Sichtbarkeit ich haben will. Dabei reden wir über eine Transkription, die zum Beispiel gemacht werden muss, über einen redaktionellen Bericht, über Social Media-Ads, die gemacht werden müssen. Das ist dann alles, was in der Nachbearbeitung aus dem gesprochenen Wort textlich umgesetzt wird.

00:15:29


Alexander Petsch: Noch mal zu den Plattformen, zu denen man ausliefert. Wenn ich mal bei uns reingucke und mir die Apple-Produkte angucke, dann haben die im Podcast-Bereich mittlerweile einen Marktanteil von gut 70 Prozent. Es ist schon erstaunlich, dass eine Apple Watch fast so eine Verbreitung hat wie Windows im Podcast-Bereich. Und dass das iPhone mit über 50-55 Prozent eigentlich schon allein alles andere in den Schatten stellt.

00:16:05


York Lemb: Das liegt natürlich auch ein bisschen an der Statistik. Wenn man sich die Statistik von Podcast-Hörern anschaut, die ein bisschen älter sind, also jenseits der 30, dann sind es auch immer Menschen mit einem höheren Durchschnittseinkommen. Deswegen ist da auch dann die Apple-Welt doch deutlich präsenter als die Android-Geräte.

00:16:34


Alexander Petsch: Okay, jetzt haben wir viel über Technik gesprochen. Der letzte Punkt auf deiner Hacks-Liste zum Thema „Was muss ich bedenken?“ war dann die sogenannte Postproduktion.

00:16:49


York Lemb: Na ja, ich sage mal, Kosten und Zeit sind die Geisel der Qualität. Das muss man ganz ehrlich sagen. Je nachdem was für einen Output ich haben will, kann ich sehr viel oder sehr wenig Zeit damit reinbringen. Wir hatten eben über die Onetake-Wonder gesprochen, die gibt es tatsächlich. Das heißt aufnehmen, Jingle und Anmoderation vorne dran, Musik und Autro hintendran, dann ist der Schnitt in zehn Minuten fertig. Bei Podigee hochgeladen, auf den Knopf gedrückt, bumm, das Ding ist raus. Diese Sachen gibt es. Aber in der Regel, wenn man die ersten drei, vier, fünf gemacht hat, kommt dann der Wunsch nach mehr. Und dann fängt die Postproduktion an. Die Postproduktion sind eigentlich zwei große Baustellen. Das eine ist der Schnitt, also Ähs raus, Pausen raus, Versprecher raus, Huster aus, Tatütata raus, Klingel raus. Deswegen ist es immer sinnvoll, zwei Tonspuren aufzunehmen, so dass man eine immer herausfiltern kann im Vergleich zu der anderen. Das ist das eine. Und da geht viel Zeit verloren, das hängt von dem Anspruch ab. Will ich keine Ähs mehr drin haben, dann kann man auch schon mal vier Stunden im Schnitt verbringen. Will ich aber nur die groben Schnitzer raus haben, dann ist das auch mal in einer halben bis dreiviertel Stunde gemacht. Das ist ganz unterschiedlich. Das ist das, was im Schnitt passiert. Dann, welche Musik will ich haben? Welches Intro will ich haben? Das ist bei Jobpodcast alles sozusagen vorgesehen, es sei denn, man hat ein eigenes und möchte auch ein eigenes Soundlogo haben. Das gibt es auch bei großen Firmen, die das direkt mitliefern. Dann bauen wir das vorne rein. Aber ansonsten gibt es auch von uns Standarddinge, die dort reingesetzt werden, damit es eine runde Sache wird. Weil das beim Podcast auch schon gelebte Praxis ist und einen professionellen Anstrich hat. Das ist alles, was das Thema Sound betrifft, das ganze Sounddesign und Soundsetting. Die zweite Baustelle ist das Thema textliche Nachbearbeitung. Wenn ich tatsächlich die volle SEO-Power haben will, dann muss ich den gesamten Podcast transkribiert bekommen. Eine halbe Stunde Abtippen ist viel Arbeit, das sind acht bis zehn DIN-A4-Seiten, eng beschrieben, wenn ich das alles umsetzen will. Aber das Interview abgedruckt bringt natürlich absolutes unique content. Und ganz oft kommen ja auch die entscheidenden Keywords in dem Text schon vor. Das bringt also absolute SEO-Leistung. Daraus einen redaktionellen Artikel machen, dann Social Media Posts zu bauen, das muss alles noch getan werden. Ich bringe immer gerne das Beispiel von Hrm.de: 30 Minuten Hrm-Hacks sind 19 Stunden Bearbeitung, bis es wirklich fertig ist. Das ist dann aber auch gut gemacht.

00:20:02


Alexander Petsch: Ja, das macht mich auch immer wieder sprachlos, wie viel Arbeit das ist. Und Du hast es so schön gesagt, Kosten und Zeit sind die Geisel der Qualität. Sehr schöner Satz. Thema Transkription, da gibt es natürlich auch eine Software, die man da erst mal drüber laufen lassen kann. Da gibt es verschiedene Anbieter. Ich glaube, wir arbeiten mit Amberscript, und das funktioniert im ersten Schritt ganz gut. Aber ich brauche auch Nacharbeit, wenn man für SEO nicht nur so die groben Schnitzer raus machen will, sondern es auch in der Form haben möchte, dass man es als Interview nachlesen kann.

00:20:50


York Lemb: Absolut. Wir testen gerade ein bisschen Google Transcript im Hintergrund, das liefert auch schon gute Ergebnisse. In der optischen Darstellung noch nicht so gut, aber die Spracherkennung ist schon gigantisch gut.

00:21:05


Alexander Petsch: Dann habe ich natürlich das Thema Shownotes, auch um die muss ich mich  kümmern.

00:21:14


York Lemb: Auch weitere Links dazu, also wer hat mit wem gesprochen, was ist die Expertise? Um Sichtbarkeit zu haben, sind es viele kleine Baustellen, die bearbeitet werden müssen. Der Podcast muss für Podigee und für alle Podcast-Distributor ideal aufgelegt sein. Die richtigen Keywords müssen hinterlegt werden, die Verschlagwortung muss da sein, die Kategorie muss da sein, die Gesprächspartner müssen da sein, Shownotes müssen ausgefüllt werden. Es ist ein größerer Rattenschwanz, als man so denkt. Aber das ist sozusagen das gesamte Paket. Ich möchte nicht die Angst schüren, oje, ich brauche ein teures Mikrofon, ich muss mich unter die Bettdecke setzen. Beim Podcasten, glaube ich, gibt es eine wichtige Regel: Anfangen und dann mit den nächsten Folgen einen Anspruch entwickeln, der einem gerecht wird und den man haben möchte. Man kann sich im Vorfeld schon Gedanken machen, wie viel man haben will, aber es bringt alles nichts, das vorher kaputt zu reden und kaputt zu denken. Sondern machen, sich das anhören und dann sagen, komm‘ Lemb, da machst Du noch mal eine Stunde rein und machst die Ähs und Mhhs raus. Oder versuch mal, die künstliche Bettdecke darüber zu legen, damit es sich ein bisschen besser anhört. Da macht man das lieber, als es gar nicht gemacht zu haben.

00:22:43


Alexander Petsch: Jetzt mal Hand aufs Herz, was brauche ich für ein Budget? Wenn ich mal mit fünf oder zehn Stellenanzeigen anfangen möchte, eine macht ja wohl keinen Sinn. Wie würdest Du da rangehen?

00:22:59


York Lemb: Wir können eine ganze Menge für kleine Budgets machen. Es fängt mit der Beratung an, dass man einfach mal anruft und miteinander quatscht, um mal die groben Fehler nicht zu machen. Das ist relativ einfach zu haben, so etwas kostet 150 Euro. Und dann helfen wir allen aufs Pferd. Dann gibt es Fragen von uns umsonst, dann gibt es eine Checkliste für alle die, die unbedingt alles selber machen wollen. Aber man kann sagen, ein Jobpodcast kostet in der Produktion 850 Euro, den kann man aber mehrfach verwenden, wenn wir ihn clever produzieren. Dann ist sozusagen die Vorstellung der Abteilung immer dieselbe. Und das Intro, bitte bewirb Dich für diese konkrete Stelle, das kann man individuell einsprechen. Das ist dann für 100 Euro zusätzlich individualisierbar. Das heißt, ich kann den Haupt-Take mehrfach verwenden, wenn ich das will. Aber mit 850 Euro sollte man für eine Folge auf jeden Fall rechnen. Wenn ich mehrere Folgen haben will, finden wir einen Weg, zahle neun, bekomme zehn.

00:24:05


Alexander Petsch: Ich glaube, bei Jörg Buckmann in der Schweiz dürfte das auch in diesem Bereich liegen. Ich erinnere mich, knapp unter 1000, 900 irgendwas war das. Und Ohrbeit gibt es ja auch noch, da kenne ich die Preise jetzt nicht auswendig. Gibt bestimmt noch eine Reihe weiterer Anbieter, die im Podcast-Bereich unterwegs sind. Aber jetzt habt Ihr zumindest mal so einen groben Anhaltspunkt. York, gibt es zum Schluss noch etwas, das Du unseren Hörerinnen und Hörern mitgeben möchtest?

00:24:39

York Lemb: Podcast ist einfach eine super Sache und viel einfacher umzusetzen als man glaubt. Und ich denke, das ist wie bei ganz vielen Dingen im Change-Management, die ersten Schritte tun, und das können wir immer gerne gemeinsam machen. Und ich freue mich.

00:24:57


Alexander Petsch: Herzlichen Dank! Danke für Deine ganzen Insights, wie man das angeht und wie man es auch selber machen kann. Und wenn Ihr das Interview als Ganzes oder nur die zusammengefasste Checkliste in Schriftform haben wollt, einfach auf Hrm.de Jobpodcast oder York Lemb eingeben und dann werdet Ihr das finden. York, noch mal herzlichen Dank, dass Du heute bei uns warst!

00:25:23


York Lemb: Danke Sascha, dass ich da sein durfte.

00:25:25


Alexander Petsch: Und ja, Glückauf, bleibt gesund und denkt daran, der Mensch ist der wichtigste Erfolgsfaktor für Euer Unternehmen.

Melde dich jetzt zum HRM Newsletter an