Krank im Urlaub
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Spielräume im Umgang mit Themen, Stories und Bühnen

Welches sind Ihre Bühnen? Worin ähneln sich Ihre verschiedenen Bühnen?
– Welches sind die Stücke, in denen Sie vorzugsweise mitspielen?
– Welche Stories finden auf welchen Bühnen statt?
– Passen diese Stories auf diese Bühnen oder wären andere passender?
– Welche Themen sind in allen Stücken und über alle Bühnen hinweg zu finden?
– Welche relevanten Themen spielen sich auf vielen Bühnen ab?
– Kann es sein, dass Sie verschiedene Themen auf viele ganz verschiedene
  Bühnen verteilt haben?
– Sehen Sie Möglichkeiten, diese Themen auch in die Stücke und Bühnen,
  auf denen andere Stücke schon gespielt werden, mit zu integrieren?
– Haben Sie das Gefühl, wenn Sie auf Bühnen verzichten, dass dann auch
  wichtige Themen verloren gehen? Wie könnten sie auf anderen Bühnen
  und in andere Stücke integriert werden?

Wandel in der Szenerie

– Angenommen wir würden dieses Stück oder ein vergleichbares Stück in 10 Jahren
  nochmals auf die Bühne bringen: Haben Sie eine Idee, was anders werden wird?
– Werden in ein paar Jahren ein paar Grundelemente der Story fehlen?
– Werden sich die Hauptelemente der Sinn gebenden Szene verändern?

Gibt es andere Formen der Darstellung?
– Gibt es andere Kulissen, Kostüme, Maskenbilder, Beleuchtung, Akustik?
– Wie könnte das Stück altersgemäß gewandelt aussehen, auch wenn die
  Grundstrukturen, die dem Stück Sinn geben, beibehalten werden?
– Wird das Stück dann vom Stil her anders?

SERVICE:

Schmid, B. (2006): Formulierungen für und
methodische Hinweise zu Bilderinterviews.

Weiterführende Homepage 
http://www.systemische-professionalitaet.de

E-Mail
schmid@isb-w.de

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Quelle:
LERNENDE ORGANISATION

Zeitschrift für systemisches Management und Organisation
N°56 Juli | August 2010 | ISSN 1609-1248

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Zur Person:

Bernd Schmid

leitet seit 1984 das Institut für systemische Beratung in Wiesloch, Deutschland und ist Mitbegründer der Gesellschaft für Weiterbildung und Supervision. Er ist weiters Lehrtrainer verschiedener Gesellschaften im Bereich Psychotherapie, Coaching, Supervision, systemische Beratung sowie Organisations- und Personalentwicklung. Zahlreiche Veröffentlichungen v.a. zu den Themen: Weiterbildung, systemische Beratung und Organisation.

Die Fragen zur „Erkundung neuer Aspekte“

– Auf welche Bühnen zieht es Sie metaphorisch gesprochen?
– Auf welche Bühnen werden Sie bevorzugt von anderen eingeladen?
– Sind das die Bühnen, auf denen Sie Ihre Themen aufführen können oder wollen?
– Sorgen Sie genügend dafür, dass Sie auf den Bühnen auftreten, die die Ihren sein könnten?
– Haben Sie einen guten Mix von Bühnen (eine gleichgewichtige Kombination von
  Bühnen in der Privat-, Organisations- und Professionswelt)?
– Sind Ihre Lebensthemen auf den Bühnen sinnvoll platziert?
– Gibt es Bühnen auf denen bestimmte Lebensthemen besser platziert wären
  bzw. die Wahrscheinlichkeit höher ist, Positivversionen davon zu inszenieren?
– Der Vorhang zu dem Stück, in dem Ihr Lebensmythos aufgeführt wird, geht auf,
  wie heißt das Stück und was ist auf der Bühne zu sehen?

Wirklichkeitsstile

– In welchem Stil sind die Stücke auf Ihren (verschiedenen) Bühnen aufgeführt?
– Wo in Ihrem Leben erkennen Sie Bedeutung, Reiz, Zufriedenheit, erleben Sie Sinn?
– Wie könnten Sie diese Inszenierungen pflegen? (ohne Verlust an Themen, den
  Stücken oder den Bühnen?)
– Passt Ihr Stil zu den Stücken, zu den Bühnen?
– Sind in Ihren Träumen Stilelemente, die Sie im Alltag nutzen könnten?
– Kann vom Regisseur der Nacht, auch Ihr Regisseur des Tages etwas lernen?

Zukunftsbilder aus Kindheit und Jugend

– Als Sie Kind und Mädchen/Junge waren, gab es da Bilder, was Sie einmal werden wollten?
– Was hatten Sie sich vorgestellt, was aus Ihnen werden könnte, wenn Sie einmal groß sind?
– Sie haben sich früher vorgestellt einmal… (z.B. Erfinder) zu sein?
– Haben Sie irgendeine Idee, was Sie sich darunter vorgestellt haben könnten?
– Welches sind die wichtigsten Momente im Leben dieser/s … (Erfinders)?
– Das Leben eines… (Lokomotivführers) hat viele Bilder, so wie ein Film im Kino.
  Wenn man daraus eine Szene nehmen würde, in der Sie… (Lokomotivführer) sind,
  wie Sie sich das damals vorgestellt hatten: Was ist in der konkreten Szene zu sehen?
– Wenn Sie in Ihrer familiären Umgebung an Menschen im Beruf oder in Beziehung zu
  beruflichen Fragen denken, welche Bilder (ausformulierte, erlebte, vom Hörensagen
  bekannte, erinnerte oder phantasierte) sind da in Ihnen?
– Wie ist die Verwandtschaftslinie/-beziehung zu diesen Erinnerungsbildern?
  (Großvater, Onkel, väterliche/mütterliche Linie?)
Wenn wir uns Ihr Berufsleben/Ihre Biographie von Anfang bis Ende als Kinofilm
  vorstellen und wir je
tzt ein Szenenfoto aus der Gegenwart herausnehmen:
  Was sehen Sie da? (sehen wir ?)
– Eine Zuschauerin geht außen am Kino vorbei und wirft einen Blick auf das
  Szenenfoto im Schaukasten: Welcher Eindruck von dem gespielten Film
  würde sich bei ihr einstellen?

Im Coaching verfügen wir über viele Fragetechniken. Mit deren Hilfe und mit den Antworten des Gesprächspartners können wir ein Bild zum Coaching-Thema und der Situation zeichnen. Manchmal erkunden diese Fragen nur die bewusst-methodische Ebene des Coachees und wir als Coaches und Berater merken, dass Hintergründiges wirkt, jedoch vom Coachee nicht sprachlich beschrieben werden kann. Deswegen kann es hilfreich sein, die unbewusst intuitive Ebene des Coachees über Fragen und die Erzeugung von Bildern einzubeziehen.

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