Stelleninserat – Herzstück der Candidate Journey

architectural photography of black and brown hallway
Foto von Nastuh Abootalebi

Nützen Sie Synergien mit Ihrer Marketing-Abteilung

Im Recruiting haben viele Methoden des (Online-)Marketings Einzug gefunden. Machen Sie sich dies zunutze und professionalisieren Sie Ihre Stellenausschreibungen gemeinsam mit Ihren Marketing-Kollegen.

Die Marke muss im Stelleninserat erlebbar sein

Zeigen Sie sich wiedererkennbar. Ein Stelleninserat ist ein wichtiger Kontakt zur Öffentlichkeit. Sorgen Sie dafür, dass hier ähnlich wie bei all Ihren Marketing-Unterlagen die Corporate Identity Ihres Unternehmens sichtbar wird. Diese zeigt sich durch Logo, Farbwahl und Wording. Am besten erstellen Sie gemeinsam mit der Marketing-Abteilung Vorlagen für Stelleninserate.

Candidate Personas erleichtern die Ansprache

Jede Zielgruppe erfordert eine andere Ansprache. Achten Sie bei der Wortwahl darauf, dass Sie die Sprache der Zielgruppe sprechen und ihre Interessen treffen. Machen Sie sich Gedanken über Ihre Zielgruppe. Ist zum Beispiel Duzen oder Siezen angemessen? Erstellen Sie Candidates Personas, um Ihre Inserate ganz gezielt an Ihre Wunschkandidaten auszurichten.

Der Begriff Persona stammt aus dem Marketing. Es handelt sich dabei um Prototypen einer Zielgruppe, die Sie ansprechen möchte. Überlegen Sie genau, wer Ihre Wunschkandidaten sind, welche Fähigkeiten und Abschlüsse sie mitbringen, welche Werte und Wünsche sie haben, welche Interessen sie verfolgen und welche Medien sie nutzen. Fügen Sie Ihren Personas Fotos hinzu und platzieren Sie diese auf Schreibtischtrennwänden oder Bürowänden. Betrachten Sie die Persona, bevor Sie Ihr Stelleninserat formulieren und versetzen Sie sich in Ihre Lage. So finden Sie bestimmt die richtigen Worte.

Fazit

Viele Faktoren zahlen auf den Erfolg Ihres Stelleninserates ein. Mit kleinen Änderungen können Sie bereits Großes bewirken. In Zukunft werden wohl auch Tools mit Artificial Intelligence Ihre Stelleninserate analysieren und Ihnen beim Optimieren behilflich sein. Erste Entwicklungen dazu gibt es bereits.

Aufbau, Inhalt und Sprache – der rote Faden

In einem Stelleninserat müssen Sie viele Informationen auf wenig Platz darstellen. Um den Leser – Ihren Wunschkandidaten – nicht mit Informationen zu überfordern, erleichtern Sie ihm das Lesen. Das gelingt durch eine übersichtliche Gestaltung: 

  • Ziehen Sie Zwischentitel ein und heben Sie diese optisch ab. Dafür eignen sich Kategorie-Überschriften wie „Aufgaben“, „Ihr Profil“ und „Ihre Vorteile“.
  • Arbeiten Sie mit Aufzählungen, die allgemeinverständliche Schlagworte beinhalten. Das gefällt den Suchmaschinen und den Kandidaten. 5 Bulletpoints je Kategorie sind dabei der Richtwert.
  • Leser screenen Texte, ehe sie diese lesen. Daher sollten die wichtigsten Informationen auf einen Blick erkennbar sein. Dann werden Ihre Leser auch die Details lesen.
  • Ans Ende jedes Online-Inserats gehört ein Call to Action. Das ist ein mit Text gestalteter Button, der Kandidaten sagt, wie sie vorgehen sollen.

 
Bausteine, die in jedem Stelleninserat vorhanden sein sollten 

  • Zwingender Bestandteil eines jeden Stelleninserats ist das Aufgabengebiet. Eine ansprechende und spannende Formulierung desselben tragen viel zum Erfolg bei der Kandidatensuche bei.
  • Ein weiteres Must Have sind die Kontaktdaten zu einem direkten Ansprechpartner.
  • Beschreiben Sie, auf welchem Weg die Bewerbung einlagen soll (zum Beispiel per Onlineformular, per E-Mail oder per Post).
  • Gesetzlich verpflichtend sind in Österreich Brutto-Angaben zum Mindestgehalt (in Euro) in Stelleninseraten.
  • Nennen Sie Arbeitsort und Stundenausmaß.
  • In 5 Bulletpoints sollten die Anforderungen an Kandidaten aufgelistet sein.


Unbedingt vermeiden!

  • Firmeninterna kennen Ihre Kandidaten nicht. Vermeiden Sie daher interne Bezeichnungen, zum Beispiel Abkürzungen, die außerhalb des Unternehmens niemand versteht.
  • Tippfehler und grammatikalische Fehler haben in einem Stelleninserat nichts zu suchen. Lassen Sie das Stelleinserat mehrmals Korrektur lesen.
  • Unnötige Füllwörter können Sie streichen. Dafür ist der Platz im Inserat zu gering und die Zeit des Kandidaten zu kostbar. Viel besser: Bringen Sie auf den Punkt, wen Sie suchen und was der Kandidat oder die Kandidatin mitbringen sollte.

Sich abheben von der breiten Masse 

  • Seien Sie authentisch und einzigartig. Verzichten Sie in der Beschreibung auf Adjektive, die jeder Arbeitgeber in Stelleninseraten verwendet. Anstelle der bloßen Verwendung des allseits beliebten Adjektivs „innovativ“ können Sie beispielsweise erzählen, warum Sie innovativ sind. Dann bekommen Interessenten ein klareres Bild von Ihrem Unternehmen.
  • Stellen Sie Ihr Unternehmen sachlich vor und loben Sie es nicht in den Himmel. Selbstverständlich können Sie Ihre Vorzüge und den USP betonen, aber mit Maß und Ziel.
  • Benefits und Vorteile: Wer mehrere spannende Stellenangebote zur Auswahl hat, wird abwägen, was der zukünftige Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt bietet. Zählen Sie daher Benefits auf, von denen Sie glauben, dass sie besonders attraktiv sind (fragen Sie im Zweifel Ihre Mitarbeiter). Flexible Arbeitszeiten, kostenloses Obst, Laptops und Smartphones, die auch zur Privatnutzung zur Verfügung stehen, sportliche Angebote, Weiterbildungen und vieles mehr kann Unternehmen attraktiv machen.
  • Unternehmenskultur und gelebte Werte: Insbesondere die Generationen Y und Z legen nicht nur Wert auf Gehalt und Benefits, sondern auch auf die Unternehmenskultur, die gelebten Werte und die Möglichkeiten, Privates und Beruf in Einklang zu bringen. Versuchen Sie daher, die Kultur Ihres Unternehmens zu beschreiben. Was macht das Arbeiten bei Ihnen besonders und attraktiv?

 

Auf die Userfreundlichkeit kommt es an

Bedenken Sie, dass Ihr Stelleninserat auf viel mehr Kanälen als nur auf einem großen Bildschirm aufscheinen kann. Smartphones und Tablets sind häufig Ausspielungsgeräte. In Zukunft können aber auch sogenannte Wearables oder Screens in Autos eine Rolle spielen. Ist Ihr Stelleninserat mobil optimiert, so erreichen Sie mehr Bewerber und auch Google wertet das positiv.


One-Click-Bewerbungen verringern die Hemmschwelle

Erleichtern Sie den Bewerbungsprozess für die Kandidaten. Von mobilen Endgeräten aus muss die Bewerbung schnell und unkompliziert funktionieren. Das Tippen auf der Smartphone-Tastatur ist mühsam und zeitaufwendig. Komplizierte und schwer bedienbare Formulare, die am Smartphone nicht zu öffnen oder bearbeiten sind, sollten Sie daher vermeiden beziehungsweise optimieren. Über Plugins (Software-Komponenten) können Sie es Ihren Bewerbern ermöglichen, sich mit einem Mausklick bei Ihnen zu melden. Die Implementierung eines Buttons im Inserat genügt, sodass der interessierte Kandidat mit einem Klick seine Lebenslaufdaten hochladen kann. Auf Seiten des Kandidaten sind diese Daten durch ein einmaliges Hochladen in einer App oder auf einer Karriereplattform wie Xing oder LinkedIn hinterlegt.

Textliches und technisches SEO

Sie bekommen mehr Sichtbarkeit bei Google, wenn Sie Jobbeschreibungen verwenden, nach denen Kandidaten tatsächlich suchen. Ein Inserat, das nach einer „ZahlenjongleurIn“ sucht, ist zwar möglicherweise originell, aber schwer auffindbar. Geben Sie dem Kind einen Namen – und zwar den richtigen – in diesem Fall „Controller/in“.

In erster Linie schreiben Sie für Ihre Kandidaten, aber in zweiter Linie formulieren Sie für Suchmaschinen. Daher zahlt es sich doppelt aus, wenn Sie geeignete Schlagworte verwenden. Dabei können Sie Instrumente aus dem Online-Marketing nutzen, zum Beispiel „Ubersuggest“ oder falls in Ihrem Unternehmen ein Google Account vorhanden ist, den „Keyword Planner“ von Google AdWords.

Apropos Unklarheiten: Auch Sprichwörter haben im Stelleninserat nichts zu suchen. Denn einerseits können Suchmaschinen diese teilweise nicht erkennen, andererseits sind sie sprach- und kulturabhängig. Daher können sie falsch verstanden werden. Während Sie in einem Stelleninserat einen Punkt mit einem Augenzwinkern darstellen wollen, fühlen sich Kandidaten, denen diese Redewendung nicht geläufig ist, womöglich beleidigt.

Metadaten verstärken Ihre Relevanz bei Google weiter. Während Daten wie Überschriften, Bilder und der eigentliche Text Fixbestandteile eines Online-Inserates sind, werden Metadaten häufig vergessen. Das liegt wohl daran, dass die Headline des Inserats sowie Bulletpoints und Kontakt nach der Erstellung eines Inserats sichtbar sind. Da würde es sofort auffallen, wenn ein Bereich nicht beschrieben ist. Bei Metadaten handelt es sich allerdings um Informationen über Daten, die im Hintergrund ausgelesen werden und zur Auffindbarkeit des Stelleninserat beitragen. Füllen Sie Bereiche wie „Title“ und „Metadescription“ daher in Ihrem Content- Management-System aus.

Halten Sie sich an Schema.org beim Aufbau von Stelleninseraten.   Dabei handelt es sich um eine Initiative, die eine Ontologie für die Strukturierung von Daten auf Websites auf der Grundlage von bereits bestehender Auszeichnungssprachen entwickelt. Sie wurde ursprünglich von den drei größten Suchmaschinen der Welt Google, Bing und Yahoo gebildet und wird aktuell von Google, Microsoft, Yahoo und Yandex gesponsert. Einheitlich strukturierte Daten sind sehr wichtig. Denn wenn Google for Jobs auch im deutschsprachigen Raum ausgerollt wird, dann entscheidet der schematische Aufbau Ihres Inserats über eine gut sichtbare Ausspielung bei Google. Wie ein Stelleninserat nach dem Schema von Schema.org aufgebaut sein sollte, können Sie hier nachlesen.

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