Digital Natives – was machen sie anders?

man using smartphone on chair
Foto von bruce mars

In Ergänzung zu meinem Artikel zu Digital Natives möchte ich heute einmal anreissen, wie sich das Recruitment und Personalmarketing durch das veränderte Verhalten der Digital Natives weiterentwickeln, vielelicht sogar teilweise revolutionieren muss.

Die wichtigsten Eigenschaften der Digital Natives:

Digital Natives leben das Internet stärker

Digital Immigrants unterscheiden noch sehr stark zwischen realer und virtueller Welt. Dagegen trennen die Digital Natives off- und online nicht mehr so stark voneinander. Das Internet ist ihre zusätzliche Welt geworden. Hierüber kommunizieren sie mit anderen schneller und offener, tauschen Fotos, Videos, etc. oft spielerisch miteinander aus.

Daher muss ich als Unternehmen diesen Teil der Kandidaten auch verstärkt im Netz begegnen. Daher ist es für (fast) jedes Unternehmen wichtig, eine Option zur direkten Kommunikation zwischen Recruitern und Kandidaten anzubieten. Einige der großen Unternehmen haben bereits Schnittstellen zum Web 2.0 in ihr Kommunikationsportfolio integriert. Unternehmen, wie Siemens, Otto oder Bertelsmann bieten hier bereits gute Angebote. Doch auch all die anderen Unternehmen können ohne großen Aufwand Blogs, Twitter und Facebook integrieren.

Digital Natives präsentieren sich anders

Das Web 2.0 fördert die Mitmachkultur. In zahlreichen Netzwerken können sich Digital Natives offener und direkter präsentieren. Und dies nicht nur privat. Kleine Anmerkung am Rande: Besonders im Zusammenhang mit mit der fast schon nutzlos gewordenen, kontroversen Diskussion, ob Partyfotos gut für die Karriere sind. Auch für die Jobsuche bieten sich hier schon für Bewerber ohne oder mit einem kurzem Werdegang neue Möglichkeiten an. Viel war in den letzten Wochen über Personal Branding und der Frage, wie vermarkte ich mich im Netz am besten zu lesen. Bei Karrierebibel fand ich zum Beispiel den Hinweis auf die Option, den CV zukünftig als Graphik darzustellen.

Es wird viel Neues geben. In den USA ist beispielsweise das Bewerbungsvideo schon wesentlich weiter verbreitet als bei uns. Wir werden von den Bewerbern der Zukunft neue “Präsentationen” als Bewerbung erhalten, vor denen wir uns in den HR-Abteilungen nicht auf Dauer verstecken können. Ebenso sollten sich sowohl die HR-Abteilungen als auch die Personen stärker nach außen präsentieren und als Gesprächspartner im Netz zur Verfügung stehen. Geben Sie ihrem Unternehmen ein Gesicht.

Digital Natives leben gleichzeitig

Schon von Stefan Tweraser, der Country Director Sales von Google Deutschland, haben wir gehört, was seine Tochter alles gleichzeitig machen kann. TV, Mobile und Internet gleichzeitig über verschiedene Devices zu nutzen wird immer selbstverständlicher. Die Kommunikationswege dadurch kürzer. Die HR-Verantwortlichen müssen diesem Trend durch gute, kreative “Kampagnen” und Maßnahmen begegnen. Wobei “Kampagnen” hier nicht missverstanden werden sollen. Ich denke dabei nicht, an teure Spots mit einer Rund-um-Vermarktung, sondern an kleine, aber die Zielgruppende ansprechende Aktionen. Hier kann z.B. auch einmal ein kurzer, selbstgedrehter Videospot von den neuen Azubis die Aufmerksamkeit bei den potenziellen Bewerbern erzeugen. Digital Natives verbreiten diese bei Gefallen schnell untereinander weiter. Der kurze Videospot zum neuen Traineeprogramm bei der XY AG verbreitet sich so rasend schnell in der Mensa bei den richtigen Leuten.

Für mich bedeutet dies, dass ein Umdenkungsprozess in den Unternehmen, speziell in den HR-Abteilungen, eintreten muss. Die offenere Kommunikation mit den potenziellen Bewerbern muss angenommen sowie neue Wege und Tools dafür bereitgestellt werden. Digital Natives dürfen dies zukünftig stärker erwarten.

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