Ü50 – DIE UNTERSCHÄTZTE WORKFORCE

Ältere Arbeitnehmer:innen: Die unterschätzte Lösung gegen den Fachkräftemangel

Wie kann der Arbeitskräftemangel bewältigt werden? Unternehmen setzen vermehrt auf Quereinsteiger:innen, Migrant:innen und spezielle Maßnahmen für die Generation Z. Doch eine wichtige Zielgruppe wird im Recruiting nach wie vor übersehen: ältere Arbeitnehmer:innen. Markus Fischer brachte das Thema auf der #SchichtimSchacht im Mai ins Gespräch, und Gero Hesse griff es wenig später auf LinkedIn auf. Ein klarer Appell, das Potenzial dieser Gruppe nicht zu unterschätzen!

Unternehmen fokussieren sich zu stark auf junge Talente

Der Arbeitsmarkt richtet sich stark an jungen Zielgruppen aus – von Stellenanzeigen über Karrierewebsites bis hin zu Recruiting-Events. Der Fokus liegt oft auf sogenannten „High Potentials“ der jüngeren Generationen. Doch genau in dieser Fixierung liegt ein Problem: Eine wertvolle Ressource wird übersehen – ältere Arbeitnehmer:innen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sind sie eine wichtige Lösung.

Ältere Arbeitnehmer:innen als Schlüsselressource

Beschäftigte über 50 bringen eine enorme Erfahrung mit. Sie sind vielleicht nicht mehr die Jüngsten, aber ihr Wissen, ihre Routine und ihre bewährten Fähigkeiten machen sie zu einer unschätzbaren Bereicherung für jedes Unternehmen. Jahrzehntelange Berufserfahrung, fundiertes Fachwissen und bewährte Problemlösungskompetenzen sind entscheidende Faktoren, die Unternehmen für sich nutzen sollten.

Zusätzlich tragen ältere Mitarbeitende zu einem ausgewogenen Altersmix im Team bei. Ihre Erfahrung ergänzt sich ideal mit der Innovationskraft jüngerer Kolleg:innen. Zudem sind sie oft loyaler und wechseln seltener den Arbeitgeber – ein bedeutender Vorteil für Unternehmen, die Fluktuation reduzieren wollen.

Flexible Arbeitsmodelle als Erfolgsfaktor

Damit Unternehmen ältere Fachkräfte gezielt ansprechen, sind spezielle Maßnahmen notwendig. Besonders wichtig sind flexible Arbeitszeitmodelle, da viele ältere Arbeitnehmer:innen Wert auf Teilzeitoptionen oder individuelle Arbeitszeitregelungen legen. Das ermöglicht ihnen, auch nach dem Renteneintritt aktiv zu bleiben.

Zusätzlich sollten maßgeschneiderte Weiterbildungsprogramme angeboten werden. Viele über 50-Jährige sind motiviert, neue Technologien und Methoden zu lernen – wenn sie die passende Unterstützung erhalten.

Fazit: Ältere Arbeitnehmer:innen sind unverzichtbar

Der Arbeitsmarkt der Zukunft hängt davon ab, ob es gelingt, das Potenzial aller Generationen zu nutzen. Ältere Arbeitnehmer:innen können den Fachkräftemangel zwar nicht vollständig beheben, aber sie sind eine wertvolle Stütze für Unternehmen, die dem Personalmangel aktiv entgegenwirken wollen. Es ist Zeit, diese Ressource gezielt zu fördern und in den Recruiting-Strategien zu verankern.

Der Autor dieses Artikels ist Raoul Fischer

Raoul Fischer arbeitet als freier Journalist und PR-Berater in Frankfurt am Main. Seit 2019 ist er auch Chefredakteur des blogTALENTpro-Magazin mit den Schwerpunkten Recruiting und Employer Branding, das zwei Mal im Jahr erscheint. Fischer kennt Journalismus und Kommunikation aus verschiedenen Perspektiven. So war er Redakteur und CvD Online bei „media & marketing“ und später Chefredakteur der Zeitschrift „acquisa“. Den PR-Bereich lernte Fischer bei der Agentur dot.communications kennen. Als Geschäftsführer der Agentur StoryWorks in Frankfurt unterstützt er Kunden im Bereich Storytelling, Content und Kommunikation.

Mehr zum Thema Recruiting in unserem HRM-Hacks Podcast:

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