The Winners are: Online-Communitys

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Foto von Christina @ wocintechchat.com

Inzwischen weiß fast jeder, was hinter dem Web 2.0 steckt. Unsicherheit herrscht jedoch darüber, welche Bedeutung das Mitmachweb in unserem Nutzerverhalten einnimmt und welche Instrumente sich in Zukunft durchsetzen. Was die private Nutzung des Web 2.0 betrifft, liefern ARD und ZDF mit einer aktuellen Onlinestudie neue Hinweise: Aktiv beteiligen sich am Web 2.0 nach wie vor nur circa drei Prozent der Internetnutzer. Das Potenzial liegt jedoch deutlich höher. Jeder dritte Befragte, der sich für das Web 2.0 interessiert, kann sich vorstellen, aktiv an der Produktion von Inhalten mitzuwirken. Auch wenn es sicher niemand überrascht, bestätigt die Studie außerdem, dass es vor allem die jungen Onliner sind, die sich besonders aktiv im Netz verhalten. Mehr als die Hälfte behauptet von sich, zu den Contentlieferanten zu gehören. Auch in punkto passive Nutzung liegen die 14- bis 29-Jähigen eindeutig vorne.

Da diese Altergruppe, die so genannte Generation Y, zukünftig den Talentepool der Unternehmen füllen soll, halte ich das für ein klares Signal an Unternehmen, ihre Kandidaten stärker mit Web-2.0-Elementen anzusprechen. Das Rennen machen der Studie zufolge vor allem Communitys – sie verzeichnen den größten Zuwachs bei der Nutzung im Alltag. Unternehmen dürfte außerdem ein weiteres Ergebnis hellhörig machen: In beruflichen Netzwerken sind besonders häufig Akademiker vertreten. Das ist sicher ein weiteres Argument, aktiv in Netzwerken zu rekrutieren. Auch für den Einsatz von Web 2.0 im eigenen Unternehmen schafft das Anhaltpunkte. Seit einiger Zeit schon ist beispielsweise IBM ein Verfechter von „Ökosystemen“, also von Kombination aus verschiedenen Web-2.0-Diensten. Im Endeffekt ist das nichts anderes als das, was Online-Communitys zu bieten haben: Ich zeige nicht nur mein Profil, sondern kann gleichzeitig meinen eigenen Blog, meine Wikis oder Bookmarks in einer Anwendung pflegen.

Einfacher ist es jedoch für Unternehmen, erst einmal mit Blogs einzusteigen. Das scheint auch für die meisten der erste Schritt zu sein. Zumindest kommt McKinsey in einer neuen Studie zu dem Ergebnis, dass vor allem dieses Tool in Unternehmen zulegen konnte: Während in 2007 nur 21 Prozent Blogs zum Einsatz brachten, sind es nun schon 34. Mehr als drei Viertel der Firmen gaben außerdem an, in Zukunft stärker auf aktive Mitmachsoftware setzen zu wollen. Meine Einschätzung ist jedoch, dass solchen Worten immer noch selten Taten folgen. Liege ich falsch?

Linktipps:

ARD-ZDF Onlinestudie: Mitmachnetz Web 2.0: Rege Beteiligung nur in Communitys
How businesses are using Web 2.0: A McKinsey Global Survey, 30 Juli 2008
Interview mit Dr. Peter Schütt, IBM

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