Studie: Mehr Lohn und Gehalt vor allem im Niedriglohnsektor

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Foto von Thought Catalog

127 Unternehmen haben zwischen dem 2. Dezember 2014 und dem 30. Januar 2015 einen umfassenden Bericht erstattet und 70 Interviewfragen beantwortet. Ermittelt wurden unter anderem Tendenzen dazu, wie Gehälter und Löhne in der deutschen Wirtschaft steigen oder fallen. Wovon machen Unternehmen ihre Anpassungen abhängig? Welcher Informationsquellen bedienen sich die Verantwortlichen zur Orientierung? Über die Hälfte der teilnehmenden 127 Unternehmen haben definitive Angaben zu Lohn- und Gehaltsanpassungen gemacht, alle anderen befinden sich noch in der Planung.

Im Gesamtergebnis zeigt sich, dass bei Dreiviertel der befragten Unternehmen die Löhne und Gehälter in 2015 definitiv oder voraussichtlich steigen. Die Übrigen planen eine Nullrunde. Eine direkte Lohnreduktion gab nur ein einziger Teilnehmer an.

INFO: Anzahl Mitarbeiter in
den teilnehmenden Unternehmen

1- 50 -> 23,7 % | 51 – 500 -> 37,0 %
501 – 1.000 -> 16,5 % | Mehr als 1001 -> 22,8 %

Anpassungen nach Kategorien

In puncto  Anpassungen nach Kategorien zeichneten sich folgende Trends ab: In der Kategorie „Anpassungen gesamt“ gaben die befragten Unternehmen im Durchschnitt eine mittlere Erhöhung von 3,07 Prozent an; wobei die Angaben zwischen 0 Prozent bis 5,1 Prozent lagen (5 bzw. 95 Prozent Perzentile). Dabei zeigt sich, dass sich am oberen Ende der Skala vor allem Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern befinden. Allerdings weisen auch kleine Unternehmen mit über 20 bis 100 Beschäftigten höhere Werte auf. Am unteren Ende – immer noch mit hohen Werten – liegen Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl zwischen 101 bis 1.000.

Für die zweite Kategorie der generellen Anpassungen – diese werden per definitionem allen Mitarbeitern oder einer Mitarbeitergruppe aufgrund objektiver Kriterien gewährt – ergibt die vorliegende Studie, dass positive Anpassungen oft bei niedrigeren Lohnklassen erfolgen oder dort, wo Tarifverträge greifen. Ganze 64 Prozent der Teilnehmer gewähren solche generellen Erhöhungen.

In der dritten Kategorie der individuellen Anpassungen betreffen Erhöhungen eher Mitarbeiter, deren Verträge keinem Tarifvertrag unterstehen. Diese Form der Lohnanpassung erfolgt auf Basis subjektiver, oft leistungsbezogener Kriterien. Die Studie erhob dazu konkrete Kennzahlen: Im Mittel geben die teilnehmenden Unternehmen für individuelle Lohnanpassungen 1,47 Prozent der Lohnsumme aus. Die betroffenen Beschäftigten dürften dabei durchschnittlich zwischen 1,5 Prozent bis 6,8 Prozent mehr Entgelt erwarten; wobei Extremwerte von bis zu 20 Prozent angegeben wurden.  

Indirekte Anpassungen: Wenige,
zu erwartende Abschläge für Beschäftigte

Wie viel Lohn wert ist, hängt auch von indirekt lohnwirksamen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Umfang der  Arbeitszeit, der Anzahl von Urlaubstagen oder Benefits, Lohnnebenleistungen inklusive Boni sowie freiwillig gewährte Brückentagen. 21 Prozent der Teilnehmenden gaben an, solche indirekten Massnahmen in 2015 zu treffen oder treffen zu wollen. In knapp 15 Prozent der Fälle wirken sie positiv auf Lohn oder Gehalt, in sechs Prozent der Fälle wird eine Reduktion erreicht. 

Die Studie erhob ebenfalls, durch welche Maßnahmen erhöht wird. Die Unternehmen konnten dazu mehrere Optionen nennen. Das Ergebnis lautet: Lohnnebenleistungen (63 Prozent), zusätzliche Freizeiten wie geschenkte Brückentage und Ähnliches (37 Prozent), mehr Urlaubsansprüche (26 Prozent), reduzierte Arbeitszeit (11 Prozent).


Weitere Ergebnisse wie Einfluss von Wirtschaftsfaktoren auf Anpassungen,
die beliebtesten Orientierungshilfen, Zeitpunkte der Anpassungen und
weitere Details entnehmen Sie bitte dem Hauptbericht


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Über die Studie

Die Studie zur Erhebung von Lohn- und Gehaltstendenzen in der deutschen Wirtschaft für das Jahr 2015 wurde zwischen dem 2. Dezember 2014 und 30. Januar 2015 durchgeführt. Studienveranstalter in  Konzeption, Organisation und Durchführung der Interviews sind die know.ch AG und die HRM Research Institute GmbH. Die know.ch AG führt in der Schweiz seit 2001 Prognosen zu Lohntendenzen durch, welche als anerkannte Instrumente zur Orientierung und Entscheidung in der Schweizer Wirtschaft gelten. Das HRM Research Institute betreibt unter anderem führende Online-Netzwerke für Personalentscheider im D/A/CH-Raum mit insgesamt über 42.000 Mitgliedern (HRM.de / HRM.at / HRM.ch).

Für die Studie wurden Mitglieder des deutschen Personaler-Portals „HRM.de“ befragt. Zudem lud das HRM Research Institute in den Social Media-Kanälen von HRM.de (Xing | Twitter) zu den freiwilligen Interviews ein. Den Teilnehmern wurden 70 Fragen in 36 Fragekategorien vorgelegt. Die Personen, die Auskunft gegeben haben, sind hauptsächlich Personalleitende, CEO’s oder GL-Assistenten sowie Personalreferenten und C&B-Verantwortliche. 21% sind der Geschäftsleitung und 65% der Personalabteilung zuzuordnen.

Die Auswertung erfolgte im Februar 2015. Die Ergebnisse werden auf www.hrm.de sowie in den Online-Newsausgaben des Portals zwischen März und Mai 2015 veröffentlicht.

Die Lohn- und Gehaltstendenzen-Studie wurde von der know.ch AG zum zweiten Mal in Deutschland veranstaltet. Die erste Studie fand in 2013 für das Prognose-Jahr 2014 statt.   

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Fotocredit: Karl-Heinz Laube | www.pixelio.de


 

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