Jahresgespräch – Chance zur Entwicklung

Das Jahresgespräch betrachten Mitarbeitende und Führungskräfte mit gemischten Gefühlen: Die einen wollen es so schnell wie möglich hinter sich bringen, andere wiederum genießen dieses spezielle Feedback. Dabei existieren drei bekannte Werkzeuge, die das Mitarbeitendengespräch in einen angenehmen Dialog verwandeln können. Sie nennen sich: Wertschätzung, Achtsamkeit und Respekt.

Ein erfolgreiches Jahresgespräch führen

Damit Personaler*innen ein sinnvolles Mitarbeitergespräch führen können, sollten sie sich zunächst mit dem Begriff Jahresgespräch auseinandersetzen. Denn dieser Dialog fungiert als Feedback und gehört zu den wichtigsten Führungsinstrumenten. Mehr noch: Mit dem Mitarbeitendengespräch helfen HR-Manager*innen und Führungskräfte ihren Mitarbeiter*innen, sich weiterzuentwickeln. In der Regel findet dieses am Ende des Jahres statt. Vorgesetzte beurteilen die Leistung anhand der Ergebnisse der Angestellten. Dabei besprechen die beiden Parteien grundsätzlich unter vier Augen, was gut und was weniger gut lief. Des Weiteren dient das Feedback als Leitfaden für die Weiterentwicklung der Angestellten.

Welchen Zweck erfüllt das Mitarbeitergespräch?

Das jährliche Feedback dient als bewährtes Mittel, um die Performance der Mitarbeiter*innen nach vorne zu bringen. Denn das Sprichwort von Philip Rosenthal “Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein”, erfreut sich bei Führungskräften einer großen Beliebtheit. Deshalb agieren HR-Manager*innen als Coaches ihrer Angestellten. Immerhin analysieren sie deren Potenziale und Fortschritte. Denn im hektischen Arbeitsalltag fehlt die Zeit für ein konstruktives Feedback. Demzufolge ist das Jahresgespräch ein idealer Zeitpunkt für eine Rückmeldung, die auf Wertschätzung und Respekt basiert. Führungskräfte, die Achtsamkeit in das Gespräch einfließen lassen, bauen eine vertrauensvolle Beziehung zwischen ihren Teammitgliedern auf.

Wie erfolgreiche Führungskräfte ein gutes Jahresgespräch führen

Das Mitarbeitendengespräch sollte weder Angst noch Schrecken unter den Angestellten verbreiten. Stattdessen erzeugt das Feedback einen positiven sowie motivierenden Effekt. Um jedoch diese Wirkung zu erzielen, bereiten sich Vorgesetzte gründlich auf die Stunde der Wahrheit vor. Die Dauer des Dialogs beläuft sich auf einer Spanne zwischen 45 Minuten und zwei Stunden. In diesem Fall erfordert das Gespräch eine klare Struktur. Experten unterteilen diese in drei Phasen.

1. Feedback

Nach einem wertschätzenden Einstieg werfen Führungskräfte und Angestellte gemeinsam einen Blick auf das vergangene Jahr. Sie besprechen erzielte Erfolge, umgesetzte Projekte und bedeutende Entwicklungen sowie schwierige Herausforderungen. Dabei dient das Vorjahr als Basis um festzustellen, inwiefern der oder die Organisationsangehörige die vorgeschriebenen Ziele erreicht hat. Auf diese Weise gehen Vorgesetzte auf Punkte ein, bei denen noch Handlungsbedarf besteht.

2. Analyse des Ist-Zustands

Während dieser Phase nimmt die Führungskraft die aktuelle Tätigkeit des oder der Angestellten genau unter die Lupe. Wichtige Fragen lassen sich klären. Sind Sie mit der aktuellen Lage zufrieden? Sagen Ihnen Ihre Aufgaben zu? Wünschen Sie sich Veränderungen? Sind Sie überlastet? Oder liegt Ihre Auslastung noch nicht bei 100 Prozent?

3. Weiterentwicklung

In der dritten Phase wagen beide Beteiligten einen Blick in die Zukunft. Sie legen dabei messbare Ziele für das nächste Jahr fest. Als Grundlage dienen die Stärken des/der Angestellten. Des Weiteren liegt die persönliche und fachliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter*innen im Fokus der Betrachtung. Dabei kommen insbesondere Weiterbildungen in Frage. Idealerweise decken sich die Fortbildungsmaßnahmen mit den Bedürfnissen des Unternehmens.

Nachdem beide Gesprächpartner*innen sämtliche Punkte angesprochen haben, bedankt sich der/die Vorgesetzte beim Mitarbeitenden für die erbrachte Leistung und investierte Zeit.

Das Geheimnis eines gelungenen Mitarbeitendengesprächs

Oft fürchten sich Mitarbeitende vor dem Jahresgespräch. Woran liegt das? Es liegt an der Macht der Führungskraft. In diesem Fall steht der/die Vorgesetzte laut Organigramm über dem/der Angestellten. Diese Hierarchie kann, auch wenn sie flach ist, Unbehagen auslösen. Gute Führungskräfte kennen jedoch geheime Waffen, um diesen Dialog in ein gutes Gespräch zu verwandeln.

Vorgesetzte, die sich bei ihren Mitarbeitenden einer großen Beliebtheit erfreuen, führen das Jahresgespräch auf Augenhöhe. Sie behandeln ihre Angestellten keineswegs als Bittsteller. Stattdessen demonstrieren sie Respekt, Wertschätzung und Achtsamkeit.

Respekt steht für Höflichkeit, Toleranz und Achtung gegenüber einer Person. Vorgesetzte, die ein respektvolles Verhalten an den Tag legen, haben es nicht nötig, ihre Angestellten zu demütigen oder verbal zu kränken. Sie können dennoch autoritär auftreten, ohne dem Teammitglied ein Gefühl der Minderwertigkeit zu vermitteln.

Wertschätzung darf bei einem gelungenen Mitarbeitendengespräch nicht fehlen. Denn sie sorgt dafür, dass sich Angestellte als wertvolle Unternehmensmitglieder betrachten. Mit dem Angebot von Weiterbildungen demonstrieren Führungskräfte, dass sie ihre Teammitglieder wertschätzen. Ebenso zeigt ein ehrliches Interesse an den Mitarbeitenden, dass der/die HR-Manager*in diese wertschätzt. Ein regelmäßiges Danke, erhöht die Zufriedenheit und damit die Arbeitsleitung der Angestellten. Dieses kleine Zauberwörtchen fällt ebenso in die Kategorie Wertschätzung.

Achtsamkeit erfüllt bei einem Mitarbeitendengespräch denselben Zweck wie ein Sahnehäubchen auf der Torte. Bei einem achtsamen Dialog ist die Führungskraft vollkommen bei der Sache. Erfolgreiche HR-Manager*innen und Vorgesetzte schweifen weder mit den Gedanken ab noch lassen sie sich anderweitig ablenken. Mithilfe der Achtsamkeit nehmen beide Gesprächspartner den gegenwärtigen Augenblick bewusst wahr. Dieses kleine und dennoch feine Detail erhöht die Qualität des Gesprächs erheblich.

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Quellen:

Kaehler, Boris; Komplementäre Führung: Ein praxiserprobtes Modell der Personalführung in Organisationen

Mergel, Andrea; Achtsame Kommunikation – Achtsam leben: Wertschätzende Begegnungen auf Augenhöhe

Burisch, Matthias; Das Burnout-Syndrom, Theorie der inneren Erschöpfung