Unter der Elternzeit versteht man einen Zeitrahmen, in dem sich Eltern unbezahlt um ihr Kind k√ľmmern k√∂nnen. In dieser Zeit m√ľssen sie nicht arbeiten, gesetzlich geregelt ist dies im Elternzeitgesetz. F√ľr die Erziehung des Kindes kann man bis zu drei Jahre vom Arbeitgeber freigestellt werden. In dieser Zeit wird der Arbeitnehmer nicht vom Unternehmen bezahlt. Um den Gehaltsausfall ausgleichen zu k√∂nnen, kann Elterngeld beantragt werden.

Bis zum 3. Lebensjahr des Kindes muss von 12 Monaten der Elternzeit Gebrauch gemacht werden. Die restlichen 24 Monate können auch bis zum 8. Lebensjahr des Kindes in Anspruch genommen werden. In diesem Fall muss das Unternehmen aber nicht seine Zustimmung geben.
Die Elternzeit beginnt mit Beendigung des Mutterschutzes, bis dahin wird das Gehalt normal ausgezahlt. Wenn die Elternzeit vor√ľber ist, kehrt der Arbeitnehmer wieder zu seinem Arbeitsplatz zur√ľck. Es k√∂nnen sowohl M√ľtter als auch V√§ter einen Antrag auf Elternzeit stellen und sich diese aufteilen.

Voraussetzung

Voraussetzungen f√ľr den Antrag auf Elternzeit sind, dass man Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin ist. Der Elternteil, der den Antrag stellt, muss mit dem Kind in einem Haushalt zusammen leben. Ziel ist es, dass sich der Vater oder die Mutter ganz auf die Betreuung und Erziehung des Kindes konzentriert.

Fristen

F√ľr die Inanspruchnahme von Elternzeit gilt, dass mindestens 7 Wochen vor dem Startzeitpunkt ein schriftlicher Antrag vorliegen muss. Es kann zu Abweichungen in besonderen F√§llen wie Fr√ľhgeburten oder Adoptionen kommen. Der Elternzeit-Rechner hilft dabei, die individuellen Fristen zu ermitteln.

Schriftliche Anmeldung

Wie bereits erw√§hnt, muss die Anmeldung in handschriftlicher und unterschriebener Form erfolgen. Die Beantragung per Mail oder Fax ist ung√ľltig. In dem Antrag muss der genaue Zeitrahmen mit Datumsangabe enthalten sein. Der Arbeitgeber sollte die Anmeldung zur Elternzeit schriftlich best√§tigen, ablehnen darf er diese gesetzlich jedoch nicht.

Aufteilung zwischen den Elternteilen

Mutter und Vater des Kindes können zu gleichen Teilen jeweils drei Jahre Elternzeit in Anspruch nehmen. Die Aufteilung obliegt ebenfalls den Elternteilen selbst. Bei Geburten ab dem 01. Juli 2015, kann die Elternzeit in zwei Abschnitte aufgeteilt werden.

Beendigung und Verlängerung

Ist es der Wunsch des Elternteils, zu ihrer T√§tigkeit zur√ľckzukehren, kann die Elternzeit nur mit Zustimmung des Arbeitgebers beendet werden. Besondere Ausnahmen stellen hier eine erneute Schwangerschaft innerhalb der Elternzeit dar. Um den bezahlten Mutterschutz durch den Arbeitgeber wahrnehmen zu k√∂nnen, muss diese zuvor gek√ľndigt werden. Eine √§hnliche Regelung gilt auch f√ľr den Vater. Hier muss die Frist von vier Wochen eingehalten werden.

Falls die wirtschaftliche Existenz eines Elternteils bedroht ist, kann die Elternzeit ebenfalls vorzeitig beendet werden. Auch in diesem Fall kann der Arbeitgeber nur unter triftigen Gr√ľnden die Beendigung verweigern.
Eine Verlängerung der Elternzeit muss in jedem Fall vom Arbeitgeber genehmigt werden und ebenfalls in schriftlicher Form erfolgen.

Besonderer K√ľndigungsschutz

W√§hrend der Elternzeit besteht f√ľr die Mutter und den Vater ein besonderer Schutz vor K√ľndigung. Der K√ľndigungsschutz beginnt mit der Elternzeit. Sobald diese beendet ist, erlischt auch dieser. In F√§llen wie Insolvenz oder der Stilllegung des Betriebes wird das Unternehmen von der Sonderregelung der K√ľndigung ausgenommen. Dem Arbeitnehmer steht es auch w√§hrend der Elternzeit zu, jederzeit zu k√ľndigen.

Teilzeit

Das Recht auf eine Teilzeitarbeit besteht auch w√§hrend der Elternzeit bis zu 30 Stunden. Voraussetzung f√ľr die Besch√§ftigung in Teilzeit ist, dass der Arbeitnehmer mindestens 6 Monate in dem Unternehmen t√§tig ist. Das Unternehmen muss mehr als 15 Angestellte haben und die Teilzeitt√§tigkeit sollte sich √ľber mindestens 2 Monate erstrecken. Bei Geburten nach dem 01.09.2021 kann auch f√ľr 32 Stunden in Teilzeit gearbeitet werden.

Elterngeld

Wie viel Elterngeld das jeweilige Elternteil erhalten wird, h√§ngt vom bislang bezogenen Einkommen ab. Bei einem h√∂heren Einkommen sind es in der Regel 65 Prozent, bei einem niedrigen Verdienst sind es bis zu 100 Prozent. Das sogenannte Basiselterngeld kann somit zwischen 300 und 1800 Euro betragen. Ausgezahlt wird dieses bis zu 14 Monate. Anschlie√üend besteht nur noch die M√∂glichkeit, ElterngeldPlus oder einen Partnerschaftsbonus zu erhalten. Das entspricht einer monatlichen Auszahlung von 150 bis 900 Euro. Der Partnerschaftsbonus kann nur f√ľr einen kurzen Zeitraum von zwei bis vier Monaten bezogen werden. Er dient dazu, beiden Eltern gleichzeitig zu erm√∂glichen, in Teilzeit zu arbeiten. Die seit 01.09.2021 g√ľltigen Verbesserungen sind hier noch einmal vollst√§ndig nachzulesen.

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