Wunsch und Wirklichkeit: zu Hause arbeiten

Krank im Urlaub
Krank im Urlaub

Einer im Juli 2008 vom Forsa-Institut im Auftrag des BITKOM durchgeführten repräsentativen Studie zufolge wünscht sich eine große Mehrheit der Bundesbürger flexiblere Arbeitszeiten. Viele Arbeitnehmer würden gerne zu Hause arbeiten. Immerhin 17 Prozent der Befragten wünschen den generellen Umzug ins Home-Office. Allerdings hält auch ein Viertel der Befragten dagegen. Sie können sich den Job in den eigenen vier Wänden nicht vorstellen und gehen lieber ins Büro.

Gute Gründe
Für den Arbeitsplatz unter dem eigenen Dach gibt es dennoch gute Gründe; für beide Seiten: Arbeitgeber wie Arbeitnehmer.

+ Arbeitgeber binden hoch qualifizierte Arbeitnehmer langfristig an das Unternehmen
+ Arbeitnehmer können Beruf und Familie besser vereinbaren
+ Telearbeit spart Pendlern Zeit und Geld
+ Arbeitgeber können Büroflächen reduzieren und verkehrsbedingte Ausfälle reduzieren
+…

… offenbar können alle profitieren: Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Shareholder und Familien.

Wunsch und Wirklichkeit
Während sich 50 Prozent der Beschäftigten die Tätigkeit im Home-Office wünschen, ist derzeit lediglich 1 Prozent in dementsprechenden Arbeitsverhältnissen.

Ob steigende Ölpreise und Fahrtkosten daran etwas ändern können?

Die Telearbeit erfordert eine offene Unternehmenskultur, eigenverantwortlich handelnde Mitarbeiter, ausgeprägte Eigenmotivation und Selbstdisziplin.

Falsche Frage?
Kommt vor der strategischen Frage nach dem Home-Office also zunächst die personalpolitische Frage nach Mitarbeiterentwicklung, Softskillmanagement und Organisationsentwicklung?

Oder reden wir gar nicht über Personalpolitik von Personalverantwortlichen? Entscheiden die Mitarbeiter vielleicht selbst?

Technik ist vorhanden
Die Statistikbehörde Eurostat weist für 61 Prozent jener Beschäftigten, die regelmäßig außerhalb der Geschäftsstellen ihres Arbeitgebers tätig sind, nach: Sie greifen von unterwegs oder von zu Hause auf die IT-Systeme des Unternehmens zu.
Die Infrastruktur ist offenbar bereits geschaffen.

Apropos Demografie:
Höchsten Stellenwert hat das Home-Office für die Gruppe der 30 bis 39-Jährigen. Dieser Personenkreis will an mehreren Tagen in der Woche oder ausschließlich zu Hause arbeiten und zwar zu fast 80 Prozent.

[img]https://www.hrm.de/SITEFORUM?t=/network/file/file_deliver&e=UTF-8&i=1169747321057&l=1&file=1215621741919&mode=download[/img]

Sebastian Ofer

Chefredakteur bei HRM Research Institute

Melde dich jetzt zum HRM Newsletter an