Onepager im Recruiting: Bewerber gradlinig adressieren

man writing on notebook
Foto von AllGo - An App For Plus Size People

Vermittlung und Serviceinformationen für
Schüler und Studenten auf Praktikum.info

Praktikum.info bringt als von der Europäischen Union gefördertes Projekt Arbeitgeber und Praktikumssuchende zusammen, liefert seinen Usern aber auch wertvolle Rechts- und Steuertipps rund um ein Praktikum. Die Seite besticht durch animierte Bilder, ein harmonisches und großformatig angelegtes Design sowie große Schrift, die das Lesen erleichtert. Der Onepager verwendet Youtube-Clips und zahlreiche Logos, welche eine gesonderte Navigationsleiste ersetzen.

Der Onepager genügt diesen Anforderungen:

>> Zielgruppengerechte Aufbereitung für medienaffine, junge Menschen
>> Auf allen Endgeräten nutzbar (Desktop-PC, Tablets, Smartphones)
>> Zusatzinformationen praktisch in Infohappen verpackt
>> Flexibilität für die Integration wechselnder Inhalte von Arbeitgebern
>> Pointierte Arbeitgeberpräsentation
>> Aufwertung der reinen Praktikumsbörse

Link zum Onepager: www.praktikum.info

Das Recruiting der Diakonie Gütersloh
spricht ihre Zielgruppen präzise an

Der Pflegebetrieb bringt unterschiedliche Menschen zusammen. Die Diakonie Gütersloh bildet dies mit ihrer Kampagnenseite pflegetalente.com ab. Gemäß ihrer Mission setzt sie bildtechnisch den Menschen in den Vordergrund der Betrachtung. Gearbeitet wird mit drei Testimonials, die sich kurz vorstellen. Die neue Recruitingkampagne „Bewerben ohne Bewerbung“ ist stets gut sichtbar am rechten oberen Bildrand platziert. Eine zart gestaltete Navigationsleiste auf der linken Seite zeigt dem User stets, wo er sich befindet. Der Onepager arbeitet mit spielerischen Elementen, welche die Site lebendig machen.  

Link zum Onepager: www.pflegetalente.com

Interessante Onepager-Beispiele

Employer Branding & Azubirecruiting
bei der Sparkasse

Die Design-Agentur dmcgroup hat für den Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) einen Onepager für das Azubi-Recruiting erstellt. Ziel der Kampagnenseite www.sparkasse.de/spannend ist es, den DSGV als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren und die Ausbildung zum Bankkaufmann zu pushen. Die dmcgroup legte dem Projekte folgende Maßgaben zugrunde:

>> Zielgruppengerechte Aufbereitung der Kampagne für medienaffine, junge Menschen
>> Auf allen Endgeräten nutzbar (Desktop-PC, Tablets, Smartphones)
>> Abbildung und Inszenierung der Kampagnenbotschaften
>> Flexibilität für die Integration wechselnder Inhalte lokaler Werbekampagnen
>> Klarer„Call to Action“ mit Überleitung zur Bewerbung
>> Enge Verzahnung und Integration des Sparkassen-Karriereportals
     mit den lokalen Sparkassen

Link zum Onepager: www.sparkasse.de/spannend

Mit einem Onepager ein Markenimage unterstreichen
und Teammitglieder vorstellen

Der vorgestellte Onepager hat indirekt etwas mit dem Recruiting zu tun. Er stammt vom Radhersteller Kreidler und stellt sein Werksteam vor, welches im Radsport antritt. Ziel des Onepagers ist es, das Interesse des Users an den Teammitgliedern zu wecken. Gesucht werden Sponosren. Der Auftritt arbeitet mit starken visuellen Akzenten und vermittelt die Stärke und Entschlossenheit der Radfahrer. Im Gegensatz zu anderen Onepagern arbeitet dieser nicht mit agilen Elementen, womit ein ruhiges Gesamtbild gewährleistet ist. Die verwendeten Fotografien sind sorgfältig am Thema orientiert.   

Link zum Onepager: www.kreidler.com/werksteam

Mit Storytelling auf Bewerbungstour

Ein ebenfalls inspirierendes Beispiel dafür, wie viel Storytelling mit einem Onepager möglich ist, zeigt der Webauftritt von Sebastian Patting. Er ist Online Marketer sowie Web-Entwickler und stellt sich mit einer prägnanten Bildwelt vor. Sein Trick: Er präsentiert sich dem Betrachter mit einem iPad vor seinem Gesicht und fordert dazu auf, herauszufinden, wer er sei. Die Site animiert zur Kontaktaufnahme, ohne viel Info zu liefern. Dieser Onepager könnte für manch eine Recruitingkampagne als Vorlage interessant sein.

Link zum Onepager: www.sebastian-patting.de

Onepager im Recruiting – ja oder nein?

Der Einsatz von Onepagern ist kein Freifahrtschein zum Erfolg. Das Nachrichtenportal für digitales Business t3n empfiehlt, einen Onepager nicht zu verwenden, wenn Informationen in vielen Unterkategorien organisiert werden müssen, beziehungsweise wenn dem User zahlreiche Artikel und Beiträge zu präsentieren sind. Wenn also Unternehmen im Recruitingbereich mit vielen News arbeiten, dann macht dieser Design-Ansatz wenig Sinn. Auch zeigt ein Blick in Meinungsforen zum Thema Onepager, dass etliche Menschen das Format ablehnen, weil sie nicht geführt werden wollen oder weil ihnen die Dokumentansicht beim Scrollen zu unruhig ist.  

Dagegen eignet er sich …

… bei Infos, die als Geschichte dargestellt werden sollen.
… wenn Betrachter vor allem durch verschiedene Stationen geführt werden sollen.
… wenn Informationen vor allem visuell zu transportieren sind.
… wenn das Unternehmen betont nutzerfreundlich auftreten möchte.
… es darum geht, die eigene Gradlinigkeit zu unterstreichen.
… User zur Kontaktaufnahme bewegt werden sollen.
… es gilt, Kampagnen zufahren.
… zum Stärken der eigenen Marke (Wiedererkennungswert) oder zu ihrem Aufbau.

Damit Onepager auch gelingen, empfiehlt Tobias Jordans, User Experience Designer und Leiter Produktmanagement bei der Spendenplattform betterplace.org, mit folgenden Best-Practice-Leitsätzen zu arbeiten:

>> Die Website macht dem User Spaß, indem sie ihm
     ein besonderes Nutzungserlebnis vermittelt.
>> Design, Aufbau und Effekte entsprechen stringent dem gezeigten Thema.
>> Die Websitenavigation zeigt dem Nutzer jederzeit, wo er sich befindet.
     Außerdem markiert sie dynamisch die Stelle, an der sich der Nutzer befindet.
>> Die Seite ist so animiert sein, dass der User beim Klick auf einen
     Navigationspunkt zur gewünschten Position springt.
>> Der Onepager erlaubt dem Nutzer, Links zu mailen und die Site auf Facebook zu teilen.

Außer diesen Maßgaben gibt es noch ein paar bedenkenswerte Aspekte: User Experience Architect Tobias Karsch empfiehlt, das Navigationskonzept nicht mit zu viel Content und zu viel Websitelänge sowie mit zahlreichen Bildern zu versehen, da dies auf die Performance schlägt. Der Onepager lädt dann nämlich lange und Nutzer könnten abspringen. Der Auftritt wirkt somit weniger professionell. Auch sollte beachtet werden, dass ältere User unter Umständen eine sehr agile Seite beim Scrollen nicht schätzen, sie sind ein ruhiges Bild gewohnt. Die Informationen sollen nicht an ihnen vorbeiflitzen. Da muss es also nicht der Weisheit letzter Schluss sein, sich an den ersten Leitsatz für gelungene Websites zu halten – Bilder, Bilder, Bilder! Ein Ingenieur beispielsweise möchte nämlich vielleicht vielmehr Inhalte auf einer Recruitingseite studieren. Zu viel Visualisierung kann für den Bewerber auch bedeuten: Der Arbeitgeber hat kaum Konzept und verbreitet hohle Phrasen. Wie so oft muss der Onepager an die Zielgruppen genau angepasst werden.

Onepager sind Klassiker im Marketing und in der Werbung. Mit ihnen lassen sich Produkte und Dienstleistungen lebendig vorstellen. Ihr Marktgewicht ist nach wie vor ungebrochen Das Nachrichtenportal für digitales Business t3n setzt die Onepager sogar auf die Top eins der Liste ihrer Webdesign-Trends 2016, die Redaktion rechnet allerdings damit, dass sich das Format von vertikal in horizontal (Page-Carousel) ändern könnte; womit es dem E-Magazin ähnlich werden würde.

Im Recruiting haben sich die Websites im deutschsprachigen Raum noch nicht mehrheitlich durchgesetzt. Das liegt zum Teil daran, dass sich einige Branchen erst langsam neuen, frischeren und interaktiven Designs öffnen. Laut Personalmarketing-Expertin Maja Rödenbeck Schäfer gehört zum Beispiel der Pflegebereich dazu. Auf ihrem Blog stellt sie ein aktuelles Beispiel vor: Die Diakonie Gütersloh präsentiert ihre neue Recruiting-Kampagne als Onepager und stellt damit auch ihr niederschwelliges Konzept von einem offenen Hauses vor. Erstmals können Jobinteressenten ohne vorheriges Bewerbungsschreiben vorbeikommen oder sich telefonisch vorstellen.

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