EDITORIAL | Erst standardisieren,
dann automatisieren

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Foto von Carlos Muza

 

In der ersten Maiwoche tagte in Berlin das Internationale Komitee zur Entwicklung von ISO-Normen für das Personalmanagement. Unter dem Dach der International Organisation for Standardisation (ISO) arbeitet seit 2010 ein internationales Team (Technical Committee ISO/TC 260) an der Standardisierung einzelner Aufgabenfelder der Personalarbeit. Erstmals wird das ISO in den nächsten Monaten eine Reihe von Normen zu „Terminology“, „Human Governance“, „Workforce Planning“ und „Recruitment“ veröffentlichen. Ziel ist es, die Professionalisierung des Personalmanagements weltweit zu fördern, das heisst, den Personalpraktikern Hilfestellungen bei den Prozessen der Personalarbeit zu geben. Die genannten Bereiche sind erst der Anfang.

Recruitment ISO 30405 stellt eine Übersicht über alle Dimensionen der Personalbeschaffung dar. Der Prozess wird dabei vornehmlich aus der Aussenperspektive betrachtet. Workforce Planning ISO 30409 baut auf eine australische Norm zur Personalplanung auf. Die im Norm-Entwurf vorgenommene Prozessbeschreibung ist nach den Bedürfnissen der Organisationen skalierbar und kann je nach Grösse, Branche oder Sektor angepasst werden.

Unter deutscher Leitung läuft zurzeit das Projekt „Human Capital Reporting“. Seit Anfang 2016 liegt dem ISO/TC 260 der Projektantrag für eine Internationale Norm zu „Global Diversity und Inclusion“ vor. Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigt sich bereits mit einer Norm für „Knowledge Management“. 

Die grenzüberschreitende Personalarbeit bekommt immer mehr Dynamik. Durch und über das Internet wird die globale Zusammenarbeit noch enger. Standards und Normen helfen dabei, Organisationen schnell arbeitsfähig zu machen. Sie beschleunigen auch die Möglichkeiten für intelligente Systeme, diese Aufgaben zu übernehmen. HR kommt immer mehr aus der Cloud. Auf dem Weg zu einer besseren und transparenteren Personalarbeit müssen wir in Kauf nehmen, dass HR-Arbeitsplätze durch die Digitalisierung ersetzt werden.

Ihr

Franz Langecker
langecker@datakontext.com

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