Employer Reputation: Wie Sie sich im Kampf um Fachkräfte richtig positionieren

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Die Reputation eines Unternehmens spielt eine zunehmend wichtige Rolle im Recruiting. Denn Jobsuchende informieren sich heute online über potenzielle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Wer sich eine positive Employer Reputation aufbauen will, sollte die bestehenden Online-Kanäle gezielt nutzen, um sich authentisch als vertrauenswürdiger Arbeitgeber zu präsentieren.

Employer Reputation im Recruiting

Die Zeiten, in denen sich Jobsuchende nur oberflächlich über ein Unternehmen informieren, sind vorbei. Die modernen Medien machen es den Bewerberinnen und Bewerbern leicht, sich via Online-Recherche ein Bild vom potenziellen Arbeitgeber zu machen. Dabei zählen nicht nur harte Fakten wie ein ansprechendes Gehalt, eine attraktive Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten und diverse weitere Benefits.

Ausschlaggebend sind ebenso weiche Faktoren wie der Umgang mit und die Wertschätzung von bestehenden Mitarbeitern beziehungsweise die allgemeine Reputation als Arbeitgeber, die Firmenphilosophie sowie die grundsätzlichen Werte des Unternehmens, wie zum Beispiel soziales Engagement, Umweltschutz oder Nachhaltigkeit. Diese weichen Faktoren umfasst die Employer Reputation. Sie bildet die Vertrauensbasis, die über einen längeren Zeitraum zwischen angestellten Mitarbeitern, Führungskräften und potenziellen Arbeitnehmern gewachsen ist.

Im Reputationsmanagement gewinnt die Employer Reputation neben dem Employer Branding immer mehr an Bedeutung. Während Unternehmen im Employer Branding die eigene Marke positionieren, prägt die Employer Reputation den Ruf und das Image des Unternehmens. Sie ist entscheidend dafür verantwortlich, wie viel Anerkennung und Vertrauen Externe einem Unternehmen entgegenbringen.

Indem bestehende und ehemalige Mitarbeitende freiwillig Erfahrungsberichte und Bewertungen abgeben und verbreiten, leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur (digitalen) Reputation eines Unternehmens. Interessierte Fachkräfte, die sich über Suchanfragen in den gängigen Suchmaschinen, Arbeitgeber-Bewertungsportalen sowie zunehmend auch in den sozialen Netzwerken informieren, erhalten so einen authentischen Einblick in das Unternehmen. Da echte Erfahrungsberichte der Mitarbeitenden für potenzielle Kandidaten einen derart hohen Stellenwert haben, ist es für Unternehmen inzwischen unverzichtbar, sich in relevanten Netzwerken und Stellensuchmaschinen zu positionieren. Auf diese Weise können sie im Recruiting-Prozess bessere und gezieltere Ergebnisse erreichen.

Employer Reputation aktiv etablieren

Die Chancen für Unternehmen, die ihre Attraktivität als Arbeitgeber online stärken wollen, steigen nachweislich, wenn sie auf den wichtigsten Online-Plattformen vertreten sind und dort proaktiv auftreten. Neben Suchmaschinen wie Google oder Ecosia, Job-Portalen wie Indeed oder Stepstone sowie Arbeitgeberbewertungsplattformen wie kununu und Glassdoor sollte das Personalmanagement auch Social-Media-Kanäle, wie zum Beispiel Facebook, berücksichtigen. Um den Dialog online aktiv mitzugestalten, gilt es jedoch vorab zu klären, auf welchen Plattformen bestehende Beschäftigte und ehemalige Mitarbeitende überhaupt ihre Erfahrungen teilen. Sind die wichtigsten Kanäle identifiziert, können Arbeitgeber dort ein Unternehmensprofil anlegen und wichtige Informationen zum Unternehmen, den Produkten, Services, Leistungen sowie ansprechende Bilder und einen Link zur Unternehmenswebsite einpflegen.

Wichtig ist, dass sie diese Kanäle anschließend betreuen und kontrollieren. Das kann eine zeitintensive Aufgabe sein und für das lückenlose Monitoring und die regelmäßige Pflege sollten sie zeitliche und personelle Ressourcen einplanen. Nur so ist gewährleistet, dass Unternehmen einen aktuellen und umfassenden Überblick über die eingehenden Beiträge der Mitarbeiter und Bewerber haben. Das gilt umso mehr für negative Inhalte, die eine besonders schnelle Reaktion erfordern. Denn gerade dann, wenn etwas Negatives über das Unternehmen gepostet wird, sollten Sie rasch in Kontakt mit dem Autor oder der Autorin treten und den Dialog aktiv gestalten.

Transparentes und authentisches Community-Management

Die Erfahrungsberichte sind ein wichtiges Feedback für Unternehmen. Sie machen deutlich, was gut läuft. Aber sie decken unter Umständen auch Verbesserungspotenziale auf. Für potenzielle Bewerberinnen und Bewerber, die auf den Portalen mitlesen, ist der Umgang der Unternehmen mit eingehenden Bewertungen besonders interessant. Umso wichtiger ist es, dass Sie als Arbeitgeber zeitnah, konsequent, regelmäßig und öffentlich auf alle eingehenden, positiven wie negativen Inhalte reagieren und damit sensibel umgehen.

Insbesondere bei negativen Erfahrungsberichten gilt es zu verdeutlichen, dass Sie die Kritik am Unternehmen ernst nehmen. So ist es zum Beispiel möglich, dem Verfasser oder der Verfasserin des Beitrags anzubieten, persönlich Kontakt zum Unternehmen aufzunehmen. Das vermittelt nicht nur Nähe und Authentizität, sondern signalisiert potenziellen neuen Mitarbeitenden auch, dass sich das Unternehmen in eine andere Betrachtungsperspektive versetzen kann. Glaubwürdigkeit und Vertrauen erlangen Arbeitgeber langfristig jedoch nur, wenn sie die genannten Kritikpunkte auch nach innen tragen und Veränderungen in den Unternehmensprozessen anstoßen.

Neue Mitarbeiter zu rekrutieren bedeutet darüber hinaus, regelmäßig Bewertungen zu akquirieren, die ein aktuelles Meinungsbild über das Unternehmen repräsentieren. Die Herausforderung besteht darin, dass in der Regel zufriedene Mitarbeiter und Bewerber ihre Erfahrungen seltener teilen als unzufriedene. Vor diesem Hintergrund kann es sinnvoll sein, dass Unternehmen explizit auf Bewertungsportale wie kununu hinweisen, um die zufriedenen Arbeitnehmer zu einer Bewertung zu motivieren.

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