Social Networking als Instrument des modernen Recruitments

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Foto von Austin Distel

Die im Januar 2006 erschienene Studie „The Strength of Internet Ties“ des PEW Internet & American Life Projects, die in Zusammenarbeit mit der University of Toronto herausgegeben wurde, untersuchte die Anzahl und Auswirkung der Internetkontakte von US-Amerikanern. Die Ergebnisse widersprechen den üblichen Vorurteilen. Sie zeigen, dass das Internet ein inzwischen weit verbreitetes Hilfsmittel ist, um Kontakte auch über weite Entfernung hinweg aufrecht zu erhalten. Im Mittel unterhielten Internetnutzer 37 signifikante Kontakte und damit sieben (also über 20 Prozent) mehr als Nichtnutzer mit 30 Kontakten. Diese Tendenz wird in den kommenden Jahren durch die zunehmende Bedeutung der Social Networks weiter verstärkt werden.

Grundsätzlich versteht man unter Social Networking den Aufbau eines virtuellen Beziehungsnetzwerkes geschäftlicher oder privater Natur. Alle XING-Nutzer sollten dies vom Grundsatz her schon kennen.

Am deutschen Markt sind primär die Business-Network-Plattformen XING, LinkedIn, myCorners und Viadeo aktiv. Sehr spezielle Netzwerke, die eher selektiv ausgerichtet sind, sind z.B. PerformersCircle oder die ManagerLounge des Managermagazins.

Natürlich schaffen diese Netzwerke keinen Automatismus bei der Kandidatensuche. Auch die Kritik vieler Experten, die hier abgelegten persönlichen Daten entsprächen oftmals nicht der Realität, ist aus meiner Sicht obsolet, weil selbstverständlich niemand auf die Idee kommen würde, einen Kandidaten nur aufgrund seines XING-Profiles einzustellen. Der vertiefende Eindruck aus den persönlichen Unterlagen heraus und das persönliche Gespräch, sind auch in Zeiten von virtuellen Netzwerken noch immer die wichtigsten Instrumente bei der Kandidatenauswahl.

Der große Vorteil einer solchen Plattform gerade bei der Personalbeschaffung besteht aber doch vor allem darin, dass es eine große Ansammlung von Menschen gibt, die ihre beruflichen Informationen der Öffentlichkeit preis geben und damit eine geballte Masse an potentiellen Kandidaten darstellen. Diese Masse wäre sicherlich auf anderem Wege nur schwer oder nur sehr kostenintensiv zu beschaffen. Aus dieser Masse heraus können nun die geeigneten Kandidaten gezielt herausgefiltert und angesprochen werden.

Eine freundliche und unaufdringliche Nachricht auch an Mitglieder, die gerade nicht auf der Suche nach einer neuen Herausforderung sind, sollte diese dann auch nicht weiter stören und regt unter Umständen dazu an, über den Tellerrand des eigenen Aufgabenbereiches zu schauen.

Neben dem Recruitment sind Social Networks aber auch in folgenden Bereichen vorstellbar:

– Allgemeine Beziehungen aufzubauen
– Informationsasymmetrien abzubauen
– Wissens-, Ideen- und Informationsmanagement
– Schnelle Problemlösung

Wie sind Ihre persönlichen Erfahrungen mit sozialen Netzen? Ich freue mich auf Ihre Statements.

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