Menschen kommen zu Unternehmen, aber verlassen Vorgesetzte

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Foto von Trent Erwin

Die Frage „Wie bekommen wir gute Leute?“ wird für viele Unternehmen immer dringlicher, so Sprenger, denn schon jetzt leben wir in Zeiten des Mangels, was Fach- und Führungskräfte angeht. Auf die Frage nach den „guten Leuten“ müssen viele Unternehmen mit „Wir hatten sie schon mal, aber wir haben sie verloren“ beantworten. Mitarbeiter, die dem Unternehmen den Rücken gekehrt haben, kommen in der Regel noch teurer als das ohnehin aufwendige Anwerben neuer Kandidaten, wenn man alle Kosten einer hohen Fluktuation (z.B. Einarbeitung und Ausbildung) berücksichtigt.

Beziehungsproblem zwischen Chef und Mitarbeiter

Die Gründe für das Kommen sind nicht dieselben wie die Gründe für das Gehen. Solange man als Unternehmen nur in aufwendige Image-Kampagnen investiert und sich nur um Titel wie „Best company to work for“ bewirbt, solange wird dieses Missverständnis nicht aufgeklärt werden. Solange Menschen sich nicht wahrgenommen fühlen, keine Wertschätzung spüren und nicht erleben können, dass ihre Meinung zählt, werden sie gehen oder innerlich kündigen und physisch anwesend bleiben – was noch schlimmer ist.

Wenn wir Mitarbeiterbindung oder Neudeutsch „Employer Branding“ wirklich ernst nehmen, dann kommen wir nicht darum herum, Führungskräfte auf jeder Ebene konsequent in die Verantwortung zu nehmen. Bei einer hohen Fluktuationsrate müssen wir also bereit sein, uns von Führungskräften zu trennen. Solange wir das nicht tun, hat das Reden über Mitarbeiterbindung bestenfalls einen Placebo-Effekt, so Sprenger.

Sprenger schreibt Bücher gegen den Managementzeitgeist, denn seine Thesen brechen mit den herkömmlichen Strategien der Unternehmensführung. Seine Ideen sind revolutionär und radikal (im Sinne von „an die Wurzel gehen“), weil sie einem fundamentalen Humanismus entsprechen, denn Sprenger stellt den Menschen als Freiheitswesen in den Mittelpunkt seiner Führungstheorie. Motivierte Mitarbeiter sind sich selbst verantwortliche Individuen, die fähig sind, ihrem Leben Sinn und Ziel zu geben und keine Reiz-Reaktionsmaschinen.

Aufgabe der Führungskräfte ist es, der Kreativität und Selbstverantwortung der Mitarbeiter Raum zu geben und ihre unternehmerischen Potenziale zu unterstützen. Den Mitarbeitern diesen Freiraum zu geben heißt, ihnen zu vertrauen – weil der Preis des Misstrauens zu hoch ist.

Führungskräftecoaching

In einem Persönlichkeitscoaching wird an der persönlichen Entwicklung und inneren Haltung gearbeitet. Als Standortbestimmung eignet als Instrument der Selbst- und Menschenkenntnis der Myers Briggs Typenindikator. Die Rolle der Führungskraft wird reflektiert und diverse unbewusste Denkmuster bewusst gemacht und somit können eingefahrene Denkautobahnen auch verlassen und transformiert werden.

Mag. Irene Galler
www.ganzheitscoaching.at

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