Wissensaustausch als wichtigste Anforderung an Arbeitgeber

|
pen, notebook, and smartphone on table
Foto von Dose Media

Dass die Themen „Arbeitssuche“ und „Karriereentwicklung“ zu den aktuellen Top-Themen in Deutschland gehören, beweist das Interesse der Teilnehmer: Insgesamt haben knapp 15.000 Stellensuchende und Karriereinteressierte an der Befragung teilgenommen. Dabei lassen die Antworten auf eine sehr hohe Internetaffinität schließen: Für 78,6 Prozent der Befragten sind Internet-Stellenbörsen nicht nur die Informationsquelle Nummer eins bei der Jobsuche; die Umfrageteilnehmer schätzen Online-Stellenportale auch als effektivste Informationsquelle ein. Darüber hinaus wird die elektronische Bewerbung in diesem Jahr erstmals klar von den Kandidaten bevorzugt: Mit 63,5 Prozent ziehen fast zwei Drittel diese Bewerbungsform dem Versand einer klassischen Bewerbungsmappe auf dem Postweg vor. Im Vergleich zum Vorjahr sind das über elf Prozentpunkte mehr. Ebenso zeigt sich, dass der Trend zur passiven Bewerbung nachhaltig ist. Rund 79 Prozent der Befragten nutzen bereits diese Möglichkeit oder planen, ihren Lebenslauf online in einer Datenbank zu hinterlegen, um von Unternehmen gefunden zu werden, anstatt sich selbst aktiv zu bewerben.

Erstmals nennt die „Bewerbungspraxis“ in diesem Jahr Gründe für die zum Teil recht eingeschränkte Mobilität der Stellensuchenden. „Es hat sich gezeigt, dass für Arbeitnehmer ein neues, kulturell andersartiges Umfeld nicht die Ursache mangelnder Mobilität ist. Bewerber hindert eher die Verwurzelung mit der gewohnten Umgebung und die Angst vor verpassten Karrierechancen daran, für eine neue Position umzuziehen,“ berichtet Marco Bertoli, Geschäftsführer Central Europe bei Monster Worldwide. So gaben 62 Prozent der Befragten die finanzielle Situation und die Lebensqualität im alten Umfeld als größten Hinderungsgrund für einen jobbedingten Ortswechsel an. Sprachliche Hürden oder kulturelle Unterschiede halten dagegen nur knapp 20 Prozent davon ab, für einen Arbeitsplatzwechsel umzuziehen.

„Die ‚Bewerbungspraxis 2008’ zeigt, dass die Unternehmen ihre Bemühungen im Personalmarketing nicht nur verstärken, sondern auch innovative Ansätze diskutieren sollten.“ erklärt Prof. Dr. Tim Weitzel vom Lehrstuhl für Informationssysteme in Dienstleistungsbereichen der Universität Bamberg. „Spezifisches Peer-Group-Personalmarketing bietet dabei eine neue Möglichkeit, sich in den Augen der Stellensuchenden und Karriereinteressierten wirksam von der Konkurrenz abzusetzen: Zielgruppenanalysen zeigen, dass – abhängig vom Karrierestatus – Eltern und Freunde, bei Studenten auch Professoren, zu den Top-3 Einflussgrößen auf Karriereentscheidungen zählen. Die Unternehmen können also durch die Ansprache des direkten Umfeldes indirekt die Kandidaten selbst erreichen. Darin liegt eine Chance für die Unternehmen, in einem verstärkten Wettbewerb um Talente auf dem deutschen Arbeitsmarkt konkurrenzfähig zu bleiben.“

Die jährlich erscheinende Studie „Bewerbungspraxis“ des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt und Bamberg und des Online-Karriereportals Monster Worldwide untersucht Vorgehen, Verhalten, Ziele und Erwartungen der Kandidaten sowie Trends im Bewerbungsprozess in Deutschland. Sie wurde in diesem Jahr bereits zum fünften Mal durchgeführt. An der Internet-Befragung beteiligten sich knapp 15.000 Stellensuchende aus Deutschland.

Die vollständige Studie „Bewerbungspraxis 2008“ kann ab Januar direkt bei Monster Deutschland unter der Adresse ramona.kesch@monster.de angefordert werden.

Melde dich jetzt zum HRM Newsletter an