Möglichkeiten und Risiken von Social Media Strategien im Unternehmen sind ein Themenschwerpunkt der Professional Learning Europe am Mittwoch, 26. September, im Congress-Centrum Ost der Köln Messe. Professor Dr. Joachim Niemeier beschreibt den Weg vom Einsatz von Social Media zum Enterprise 2.0, Unternehmen wie Metro Cash & Carry oder die SAP AG berichten aus der Praxis. Über die Risiken und Nebenwirkungen aus juristischer Sicht erfahren Sie mehr von Rechtsanwalt Professor Dr. Ruprecht Vogel.

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Foto von Austin Distel

Mit dem Begriff „Social Technologies“ bezeichnet die Studie "The social economy: Unlocking Value and productivity through social technologies" des McKinsey Global Institute Social Networks, Blogs und Microblogs, Wikis, Social Commerce, Analysetools, Diskussionsforen, Shared Workspaces, Crowdsourcing, Social Gaming sowie Media- und File Sharing. Den Autoren zufolge fangen Unternehmen erst jetzt an zu entdecken, wie sie mit diesen Technologien Werte kreieren können. Tatsächlich erstrecke sich das Potenzial entlang der ganzen Wertschöpfungskette und nicht nur in kundenorientierten Anwendungen, so McKinsey. Vor allem die Produktivität von Wissensarbeitern lasse sich damit um bis zu 25 Prozent steigern.

Das setze voraus, dass soziale Technologien konsequent genutzt werden, um sich mit anderen auszutauschen und dass die Zeitersparnis bei der Kommunikation, Recherche und Zusammenarbeit der Produktivität zugutekommt. In den meisten Organisationen sind substantielle Veränderungen in Struktur, Prozessen, Arbeitsweise und Kultur nötig, um dieses Stadium zu erreichen.

Umzustellen sei zum Beispiel die One-Way-Kommunikation (E-Mail, Telefon) zu einer Many-to-Many-Kommunikation, wie sie etwa Social Networks oder Blogs ermöglichten. Auf diese Weise werde vermieden, dass Wissen in E-Mail-Postfächern liegen bleibe oder verloren gehe. Je mehr Informationen dagegen zugänglich seien und von internen Suchmaschinen gefunden würden, desto weniger Zeit ginge auf der Suche danach verloren.

Das McKinsey Institute geht davon aus, dass sich soziale Technologien im privaten Bereich deshalb so schnell durchgesetzt haben, weil private Nutzer davon spürbar profitieren.

Kein Vorteil ohne Risiko. Zu den Risiken zählt das Institut den Missbrauch durch die Anwender, die soziale Technologien am Arbeitsplatz zum Beispiel exzessiv dazu nutzen könnten, sich über private Themen auszutauschen oder in externen sozialen Netzwerken Firmengeheimnisse ausplaudern und das Management attackieren. Unternehmen sollten sich aber bewusst sein, dass Restriktionen im Umgang mit sozialen Technologien gleichzeitig bedeuten könnten, weniger Wert daraus zu schöpfen.

Wer die gesamten Vorteile von sozialen Technologien für seine Organisation erlangen möchte, muss die Organisation und die Unternehmenskultur verändern. Erst dann könne man von der damit möglichen, verbesserten Zusammenarbeit profitieren. Das setze Vertrauen voraus, eine kritische Masse an Nutzern und eine positive Kultur. Die Autoren warnen davor, soziale Technologien einfach als neues IT-Werkzeug zu betrachten, das die Kommunikation und Zusammenarbeit verbessert. Vielmehr würden dadurch kreative Kräfte freigesetzt, die neue Beziehungen und Gruppendynamik ermöglichen.

Welche Kräfte soziale Technologien tatsächlich entfalten können, beginne man erst zu verstehen, so das Fazit. Deutlich sichtbar sei aber bereits jetzt, dass damit eine beeindruckende Wertschöpfung möglich sei. Die 184 Seiten umfassende Studie gibt es im Internet unter diesem Link.