Auf der Grundlage einer treffenden Analyse (Kapitel 1) vielfältiger unternehmerischer Herausforderungen des Marktes, der demografischen Entwicklung sowie des Wandels von Einstellungen, Bedürfnissen und Antrieben einer neuen Generation von arbeitenden Menschen beschreiben sie – gestützt auf eigene Erfahrungen –, wie Unternehmen erfolgreich auf wirtschaftlichen Druck reagieren und aus der „Effizienzfalle“ herauskommen können. Der Weg ist die Selbstorganisation qualifizierter Mitarbeiter (Kapitel 2), die gerne tun, was sie tun, weil die Führung ihnen aus einer respektvollen und wertschätzenden Grundhaltung heraus dazu die Anleitung und den Rahmen zur selbstwirksamen Entfaltung bietet (Kapitel 3). Zu den weiteren „einfachen Geheimnissen agilen Managements“ – wie die Autoren es im Untertitel ihres Buches definieren – zählen sie das Vorleben einer „Kultur des Gelingens“ basierend auf Ressourcenorientierung, Nutzen von Erfolgsgeschichten, Optimismus und Sinngebung (Kapitel 4). Wie die bis dahin vorgestellten Prinzipien einer agilen, d. h. wandlungs- und anpassungsfähigen, dynamischen und beweglichen Kultur des Gelingens gelebt werden, wie sich Mitarbeiter einbringen, hängt ab von geeigneten Strukturen. Deshalb stellen die Autoren im nächsten Schritt aus ihrer Sicht und Erfahrung geeignete Meeting- und Gesprächsformate sowie Organisationsstrukturen vor (Kapitel 5).

Zum Abschluss (Kapitel 6) wird gezeigt, wie Führungskräfte über gelebte Anerkennung dafür sorgen 
können, dass ihre Mitarbeiter ihr Handeln daran ausrichten, dass es für sie selbst und für Ihre Organisation gleichermaßen gut und erfolgreich ist. Das Buch entwickelt somit eine Art Maßnahmenplan für Geschäftsführer, Führungskräfte, Projektleiter, Personal- und Organisationsentwickler sowie Trainer, Coaches und Berater, die über eine achtsame, wertschätzende und sich permanent selbst reflektierende Führungskultur die Leistungsfähigkeit von Teams, Abteilungen und Unternehmen nachhaltig verbessern wollen. 

Auch Verantwortliche für Betriebliches Gesundheitsmanagement sowie Arbeitnehmer und deren Vertreter dürften die Ausführungen der Autoren als wertvolle Anregungen empfinden, wenn es darum geht, im betrieblichen Alltag Strukturen, Prozesse und Führung in ihren Organisationen sowohl leistungs- als auch gesundheitsorientiert zu gestalten. Die Prinzipien der Transparenz, der Handhabbarkeit und der Bedeutsamkeit, die seit Antonowsky in der einschlägigen Literatur als Grundlagen eines als stimmig empfundenen Arbeitslebens, von Gesunderhaltung, Resilienz und Leistungsfähigkeit gelten, finden sich in den Ausführungen von Gloger und Rösner im Kern durchgängig wieder. In einer Zeit kontinuierlich steigender Produktivitätsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen und dadurch bedingter betriebs- und volkswirtschaftlicher Kosten kommt diesem Aspekt eine strategische Bedeutung zu. 

Grundsätzlich hilfreich für die ernsthafte Auseinandersetzung mit ihren Ausführungen und für deren Transfer in die eigene Praxis ist die Konsequenz, mit der die Autoren theoretische Ansätze, z. B. aus den Gebieten der Hirnforschung und der Neurologie, herunterbrechen auf konkrete praktische Beispiele und Erfahrungen aus ihrem eigenen Arbeits- und Lebensumfeld. Dieser Ansatz wird abgerundet durch regelmäßig in die einzelnen Kapitel integrierte Übungen und Anleitungen aus dem umfangreichen Fundus ihrer Coaching, Teamentwicklungs- und Führungstrainingspraxis. Dadurch wird dem Leser die Reflexion und Integration für ihn neuer Ideen in sein Denken und Handeln enorm erleichtert. 

Fazit: Nach Auffassung der Autoren, der ich mich als langjähriger Organisations- und  Personalentwicklungsleiter sowie als Trainer, Coach und Berater anschließe, ist die „Aufgabe, die Manager im 21. Jahrhundert haben, keine geringere als die totale Veränderung unserer Organisationen und damit unserer Gesellschaft.“ Mit ihrem Buch leisten Boris Gloger und Dieter Rösner dafür einen wichtigen Beitrag.

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Quelle: Arbeit & Arbeitsrecht | Ausgabe 4/2015 | www.arbeit-und-arbeitsrecht.de

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