K. Friedrich, F. Malik, L. Seiwert: Das große 1×1 der Erfolgsstrategie. Rezension von Gerald Lehner

Krank im Urlaub
Krank im Urlaub

Die EKS entwarf Wolfgang Mewes in den 70er-Jahren. Er bediente sich des naturwissenschaftlichen Gesetzes vom wirkungsvollsten Einsatz der Kräfte. Dieses übertrug er auf die sozialen Systeme und defi nierte vier Prinzipien und sieben Umsetzungsschritte, die zu einer erfolgreichen Strategie führen sollten. Dabei integrierte er altbewährte Erfolgsprinzipien wie die Evolutionstheorie (die erfolgreichste Spezies ist diejenige, die sich am besten an veränderte Umweltbedingungen anpassen kann). Von der klassischen Betriebswirtschaftslehre wandte er sich ab und setzte in erster Linie auf die Optimierung der immateriellen Prozesse.

Das Buch verdeutlicht durch anschauliche Beispiele und Bilder zuerst die vier Prinzipien „Konzentration und Spezialisierung“, „Minimumprinzip“, „Immaterielle vor materiellen Vorgängen“ und „Nutzen- vor Gewinnmaximierung“ und stellt dann die sieben Umsetzungsschritte vor. So vergleichen die Autoren die Konzentration von Kräften in einer Firma mit einem Brennglas, das Sonnenstrahlen bündelt und Feuer entfacht. Im Abschnitt zum Minimumprinzip gehen sie der Frage nach, wie man einen Engpass erkennt. Hat der Kunde einen Bedarf, so baut dieser in ihm Spannung auf. Diese können Unternehmen für den Erfolg und den gezielten Einsatz ihrer Ressourcen nutzen. Und kennen Sie den Bericht, in dem Gehalt erst an vierter Stelle der motivierenden Faktoren für Mitarbeiter genannt wird? Ähnliches beschreibt das dritte Prinzip. Denn alles Materielle wurzelt im Immateriellen. Im vierten Grundsatz geht es dann um die Erkenntnis, ob die Gewinnsteigerung nur dem Unternehmen zugutekommt – oder ob nicht auch der Kunde seinen Nutzen erhalten sollte, also Nutzen- vor Gewinnmaximierung. Wie steht es im Buch so schön? Unternehmen sind nicht dazu da, um Gewinne zu erzielen, sondern Probleme anderer zu lösen.

Auf den eigenen Betrieb angewendet, wird es schon schwieriger. Deswegen fi ndet der Leser Hilfestellung in den sieben Umsetzungsschritten. Das Resümee: Ein guter Einstieg in das Thema EKS und eine Möglichkeit, neue Sichtweisen kennenzulernen. Faszinierend fand ich die vielen guten Beispiele und markanten Sätze, welche die Absätze zusammenfassen. Ich wünsche allen viel Freude mit diesem interessanten Buch.

Praktischer Nutzwert * * * * *
Lesbarkeit/Schreibstil * * * * *
Verständlichkeit * * * * *
Gliederung/Übersichtlichkeit * * * * *
Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche * * * * *

Quelle: personal manager 1/2010

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