HR BACK IN TIME: 1970 – Zukunft der Personalarbeit – gestalten und nicht verwalten (Quelle: Die Zeit)

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grayscale photography of corporate room
Foto von Drew Beamer

Es müssen paradiesische Zustände auf den Arbeitsämtern gewesen sein: Der Berater arbeitet ohne Quotendruck. In den Fluren herrscht gepflegte Ruhe. Alles geht langsam seinen Gang. Man schiebt Zettel und Papier umeinander, reiht Akten ein, ordnet, telefoniert am Schnurapparat. Und der Arbeitssuchende selbst hat in seiner Situation nicht allzu viele Genossen. Aus Unternehmenssicht keine schöne Situation, die Lage ist angespannt. Aber so ist das nun mal im Jahr 1970.

Und noch etwas ist ganz anders: Die Technik läuft schon in Kinderstiefeln: Datenbankprogrammierer schrauben ihre ersten Systeme zusammen. Apple und Microsoft werden gegründet. Die ersten Videospiele erscheinen. 

Es ist also absehbar, dass sich etwas in den Personalabteilungen verändern wird. Und das wird nicht geringfügig sein; für Dr. Hans Friedrichs ein Grund, in der Redaktion der Zeitung „Die Zeit“ anzurufen und über einen Bericht zum Rollenbild der Personalleitung zu verhandeln. Er stellt im tatsächlich realisierten Bericht vor allem diese Aussagen heraus:

AUSSAGEN IN 1970:

HR-Aufgaben
Das Auswahl neuer Mitarbeiter, Personalplanung und -lenkung sowie  Aus- und Weiterbildung im Betrieb wird immer wichtiger. Diese Aktivitäten haben das gleiche Gewicht wie die Investitionsplanung.

HR-Personal
Personalführung braucht – ganz altersunabhängig – Spezialisten. Denn Personalchefs haben es mit organisatorischen, betriebswirtschaftlichen, psychologischen und soziologischen Problemen zu tun.

Väterliche Personalleiter sind nicht mehr gefragt; auch keine Manager, die mit einer Kiste Tricks zum Beispiel mit dem leeren Arbeitsmarkt fertig werden, die Revolte der Jugend im Bereich der Betriebe neutralisieren oder überraschenden Gehaltswünschen begegnen wollen.

HR-Schlagrichtung
Es dominierte bislang (Anmerkung: bis 1970) die Verwaltungsarbeit und alles drehte sich um die Grundfunktionen der Personalarbeit: Beschaffen, einstellen, verwalten und betreuen.

Endlich haben Unternehmen verstanden, dass die betriebliche Personalführung und Personalpolitik wesentliche Elemente in der Unternehmensführung darstellen und sehr entscheidend zum Unternehmensergebnis beitragen.

HR-Status
Die zurückgelegte Entwicklung von der passiven Personalverwaltung zur aktiven Personalführung in der betrieblichen Personalarbeit ist kein Schlagwort, sondern Realität.

Die gestiegene Bedeutung des Personalwesens drückt sich in der ihrer hierarchischen Stellung aus: Rund 92 Prozent aller Leiter des Personalwesens sind der Unternehmensleitung unmittelbar untergeordnet.

Lesen Sie das aufschlussreiche zweiseitige Original hier:
http://www.zeit.de/1970/44/vaterfiguren-nicht-gefragt

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