Hat Österreich die besseren Arbeitgeber?

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Foto von Mimi Thian

Die befragten österreichischen HR- und Linienmanager sind sich einig: vorausschauende Personalplanung bzw. Personalentwicklungsplanung sind das Mittel der Wahl, um die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter bestmöglich für das Unternehmen nutzbar zu machen. Gerade der österreichische Mittelstand hat die Nase vorne, wenn es darum geht, die zur Verfügung stehende Arbeitskraft so effektiv wie möglich einzusetzen – unabhängig davon, ob es sich um berufstätige Eltern, ältere Mitarbeiter oder Quereinsteiger handelt. 73 Prozent der befragten Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern halten beispielsweise attraktive Elternzeit-Modelle für ein wichtiges Instrument, um die Motivation ihrer Belegschaft zu sichern. Mit dieser Erkenntnis sind sie deutschen Unternehmen, egal welcher Größe, weit voraus. Nur knapp die Hälfte (47 Prozent) der deutschen Führungskräfte ist der Meinung, dass die Einbindung älterer Mitarbeiter und berufstätiger Eltern zu den zentralen Aufgaben der Zukunft gehört.

Flexible Arbeitszeiten: In Österreich schon Standard

Auch was die Flexibilisierung der Arbeitszeiten im Allgemeinen angeht, sind Österreichs „Kleine“ erstaunlich weitsichtig. 93 Prozent halten es für wichtig, ihre Wettbewerbsfähigkeit durch flexible Arbeitszeitkonzepte zu erhalten. In Deutschland sehen nur etwas mehr als drei Viertel (78 Prozent) der befragten HR- und Linienmanager diese Notwendigkeit. Österreichs Führungskräfte haben bereits erkannt: Individuelle Arbeitszeitregelungen leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zu mehr Produktivität im Unternehmen, sie tragen auch zu mehr Arbeits- und Lebensqualität bei. In dieses Bild passt ein weiteres Ergebnis der Studie: 42 Prozent der befragten HR- und Linienmanager aus österreichischen Großunternehmen und mehr als die Hälfte der Befragten aus kleinen und mittleren Betrieben (53 Prozent) sehen in einer besseren Work-Life-Balance eine Chance für mehr Produktivität. In Deutschland tut das nur knapp ein Drittel (30 Prozent).

Quereinsteiger fördern

Die Gewinnung neuer Mitarbeiter mit den passenden Kompetenzen wird immer schwieriger – in Deutschland wie in Österreich. Unser Nachbarland zeigt sich jedoch generell offener, hier neue Wege zu beschreiten. So halten 58 Prozent der österreichischen Unternehmen die gezielte Einbindung von Quereinsteigern in die Belegschaft für ein wichtiges Instrument, wenn es darum geht, die Potenziale ihrer Mitarbeiter besser auszuschöpfen. In Deutschland gilt das für lediglich 46 Prozent, obwohl Quereinsteiger in bestimmten Sektoren wie zum Beispiel der IT-Branche einen Großteil der Beschäftigten ausmachen. Gerade hier besteht akuter Fachkräftemangel und damit der dringende Bedarf, vorhandene Potenziale bestmöglich zu fördern und zu nutzen.

Hintergrund

Die Studie „Digging for Diamonds: Verborgene Potenziale im Unternehmen heben – Status Quo und Ausblick“ wurde im Juli 2008 veröffentlicht. Im Rahmen der Untersuchung wurden 272 HR- und Linienmanager deutscher Unternehmen und 50 Kollegen aus österreichischen Unternehmen befragt. Ein kostenloses Management Summary gibt es auf www.atoss.com und www.dekra.de/bestellung_diamonds

Die Grafiken zur Studie stehen zum Download unter www.atoss.com/studie2008/Bildmaterialien

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