# 7 Fragen, die die Auswahl eines passenden Onlinetests erheblich vereinfachen

*https://www.hrm.de/7-fragen-die-die-auswahl-eines-passenden-onlinetests-erheblich-vereinfachen-2/ — 2023-08-17*

Onlinetest gibt es eine Menge am Markt und viele Arbeitgeber nutzen sie auch trotz rückläufiger Bewerbungszahl gerne, um sich ergänzend zu Bewerbungsunterlagen und Interviews ein umfassenderes Bild von Bewerbenden zu machen.

Laut [Bitkom](https://www.rekrutierungserfolg.de/vier-von-zehn-unternehmen-setzen-ausschliesslich-auf-digitale-bewerbungen/) setzen 44% der befragten Unternehmen bei der Personalauswahl zumindest teilweise auf digitale ACs und Onlinetests. Im Bereich der Azubi-Auswahl nutzen 39% der Arbeitgeber Onlinetests, wie die [Studie](https://www.testsysteme.de/studienarchiv) Azubi-Recruiting-Trends 2022 belegt.

Dabei werden Onlinetests oft zur frühzeitigen Negativselektion eingesetzt, d.h. zur Identifizierung derjenigen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit den Anforderungen nicht genügen und daher auch nicht zu kostenintensiven weiteren Auswahlschritten eingeladen werden.

Die Praxis zeigt jedoch, dass **Arbeitgeber sich bei der Auswahl passender Tests oft schwertun** und mehr oder weniger durch die Auswahl stolpern. Und hinterher dann nicht selten enttäuscht sind. Wie Erfahrungen von Anbietern an Messeständen, bei Online-Testpräsentationen oder telefonischen Anfragen zeigen, hängt das oft damit zusammen, dass die Unternehmen gar nicht so richtig wissen, was sie suchen und in welchen Merkmalen sich Onlinetests unterscheiden.

Daher haben wir hier **sieben Leitfragen** zusammengestellt, die dabei helfen sich im Vorfeld zu Anbieterkontakten Gedanken zu machen und ein **„Anforderungsprofil“ für einen Onlinetest** zu erstellen.

**1. Welches Testziel verfolgen Sie?**

Möchten Sie die Testteilnehmenden eher zur **Selbstreflexion** bzw. Selbsteinschätzung anregen, z.B. über ihre Fähigkeiten, Charaktereigenschaften, beruflichen Ziele, Passung zum Beruf/Job?

Oder wollen Sie einen **Anforderungscheck** durchführen und abklären, ob die Teilnehmenden die für die Stelle oder das Unternehmen relevanten Kompetenzen fachlicher, methodischer, sozialer und/oder persönlicher Art mitbringen? Dabei sollten Sie Klarheit darüber haben, welche Kompetenzen das sind.

**2. Welche Testinhalte sollte der Test haben?**

Hierbei gilt es sich erstens zu fragen, ob Sie gerne auf Testinhalte des Testanbieters zurückgreifen möchten oder lieber **eigene Testinhalte** integrieren/abbilden wollen. Im ersten Fall sollten Sie zusätzlich überlegen, ob Sie gerne aus verschiedenen angebotenen Testmodulen auswählen möchten oder einen bereits fertig konfigurierten Test bevorzugen.

Zweitens gilt es zu diskutieren, ob Sie den Test in seinen Aufgabenstellungen und dem verwendeten Wording gerne auf einen bestimmten Job, ein bestimmtes Berufsbild oder eine Bewerberzielgruppe bezogen haben wollen (Stichwort **Realistic Job Preview**). Oder ob Sie Testinhalte bevorzugen, die Sie eher universal einsetzen können.

**3. Wie sind Ihre Vorstellungen von der Testorganisation/ -durchführung?**

In Bezug auf den **Durchführungsort** stellt sich die Frage, ob Sie planen den Onlinetest gerne „unter Beobachtung“ bei Ihnen vor Ort (z.B. im Rahmen eines ACs oder Gesprächs) durchzuführen oder die Testdurchführung von jedem beliebigen Ort aus unbeobachtet möglich sein sollte.

Hinsichtlich der **Testdauer** ist zu überlegen, wie lange die Testung in Summe aus Ihrer Sicht dauern sollte. Aber auch, ob Sie einzelne Test-Module oder Test-Aufgaben zeitlich begrenzen möchten und Unterbrechungen in der Testbearbeitung möglich sein sollten.

Auch die Frage, wie Sie die **Testzugänge bereitstellen** möchten, sollte vorüberlegt sein. Das hängt auch mit der 6. Frage nach der möglichen Systemintegration zusammen.

Und last but not least ist das Thema **pseudonymisierte** Testdurchführung vs. Durchführung mit Klarnamen von Ihnen zu bedenken.

**4. Wie sollte Ihr Test gestaltet werden können?**

Hier geht es einerseits um die Frage des Aussehens. Inwieweit wünschen Sie sich eine **Individualisierung**, z.B. durch Logo-Einbindung, Möglichkeiten Farben oder Schriftarten ans Corporate Design anzupassen oder auch eigene Bilder, Videos oder Grafiken einzublenden oder Texte, z.B. zur Begrüßung oder in der Anrede (Du/Sie), verändern zu können.

Andererseits sind gestaltungstechnisch auch Ihre Wünsche zu Maßnahmen gegen **Testverfälschung** „(Anti-Pfusch-Maßnahmen“) sowie zur **Randomisierung** (z.B. Änderung der Reihenfolge von Fragen oder Items oder Austausch von Fragen bei jedem neuen Testaufruf) zu klären.

**5. Wie stellen Sie sich die Test-Auswertung vor?**

Bei dieser Frage geht es erstens um den gewünschten **Differenzierungsgrad** der Testergebnisse (Gesamtergebnis, Modulergebnis, Ergebnis jeder Aufgabe). Zweitens um die bevorzugte **Darstellung** der Ergebnisse: tabellarisch, grafisch, in Textform („Gutachten“). Aber auch darum, ob Sie sich **Vergleichswerte** wünschen und wenn ja, welche. Drittens gilt es festzulegen, **wer** die Ergebnisse auf Unternehmensseite einsehen und wie diese Personen **Zugriff** auf die Ergebnisse bekommen sollten. Und last but not least sollten Sie vorüberlegen, ob und wie Sie ggf. Testteilnehmende über die Ergebnisse automatisiert informieren möchten.

**6. Soll der Test in irgendeiner Form in Ihre Systemlandschaft integriert werden?**

Bereits bei der organisatorischen Frage der Bereitstellung von Testzugängen an Testteilnehmende klang das Thema an. Bevorzugen Sie eher einen Stand-alone Test, ein gesondertes Testverwaltungssystem oder die Anbindung des Onlinetests an Ihr Bewerbungsmanagement- oder Personalverwaltungssystem über eine Schnittstelle?

**7. Wie sind Ihre Vorstellungen zur Vertragsgestaltung mit dem Testanbieter?**

Hierunter fällt insbesondere das Thema **Lizenzmodell und Preis**. Wichtig dabei ist es auch, sich vorab zu überlegen, welches Budget Sie einsetzen möchten (einmalig, auf Dauer). Hier sind auch Ihre Erwartungen an Zusatz-/Einmalleistungen (Setup/ Testeinrichtung, Schulungen, Hotline, Testaktualisierung etc.) und deren Preis mitzudenken.

Neben der Kostenfrage spielen bei vertraglichen Eckdaten auch die Verfügbarkeit des Tests, die **Gültigkeitsdauer**/ Laufzeit bereitgestellter Testzugänge und **Datenschutzthemen** eine wichtige Rolle. Bei letzteren ist zu empfehlen, möglichst früh die Anforderungen des zuständigen Datenschutzbeauftragten zu kennen und bei der Auswahl des Onlinetests zu berücksichtigen.

**Und nun? – Wie wäre es mit einem Bewertungsraster?**

Wenn Sie diese Fragen intern geklärt haben, können Sie die Themen auch noch priorisieren: Welche sind Ihre absoluten Must-haves, welche nice-to-have. Sollten Ihnen weitere Aspekte wichtig sein, z.B. der erlebte Service (Umgang mit Fragen, Schnelligkeit der Angebotserstellung, flexibler Umgang mit Sonderwünschen), ergänzen Sie diese Punkte.

Um sich dann einen guten Überblick über die verschiedenen Onlinetest-Angebote zu verschaffen, ist eine tabellarische Übersicht und ein Punkte-Bewertungsraster hilfreich (z.B. 5 Punkte für „Test erfüllt diese Anforderung voll“ bis 0 Punkte für „Test erfüllt diese Anforderung nicht“).

Nach diesen Vorarbeiten können Sie sich die verschiedenen Testangebote ansehen, gezielte Nachfragen an die Anbieter stellen und so eine gute und strukturierte Auswahl eines für Sie passenden Onlinetests vornehmen.

Im Text integrierte Links nochmals extra:  
[https://www.rekrutierungserfolg.de/vier-von-zehn-unternehmen-setzen-  
ausschliesslich-auf-digitale-bewerbungen/](https://www.rekrutierungserfolg.de/vier-von-zehn-unternehmen-setzen-
ausschliesslich-auf-digitale-bewerbungen/)  
[https://www.testsysteme.de/studienarchiv](https://www.testsysteme.de/studienarchiv)

**Kurzprofil Autor**

**Dr. Ruth Böck**ist einer der Köpfe von upo - Bausteine für Rekrutierungserfolg. Als #RecruitingStarkMacher unterstützt sie Arbeitgeber, mit einem echt starken Recruiting entlang des gesamten Recruitingprozesses einen erlebbaren Unterschied zu machen. Und so mehr Rekrutierungserfolg zu erzielen. Außerdem ist sie Initiatorin und Mitmacherin dieses Fachportals Rekrutierungserfolg.de, Bloggerin und immer mal wieder Dozentin.
