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Zeitarbeit ist eine Marke

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Zeitarbeit ist eine Marke
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Zeitarbeitsfirmen werden immer noch zwiespältig wahrgenommen: schlechte Arbeitsbedingungen, niedrige Löhne etc. Zu unrecht. Längst bieten auch Randstad, Adecco, Manpower & Co. durchaus attraktive Leistungsmerkmale. Langsam aber stetig wandelt sich ihr Ruf ins Positive – und das liegt auch an den vielfältigen Employer Branding-Maßnahmen der Anbieter.

Zeitarbeitnehmer leben von Dumping-Löhnen und sind Angestellte zweiter Klasse – solche Aussagen hörte man vor Jahren noch recht häufig. Seit einiger Zeit beginnt sich das negative Image der Arbeitnehmerüberlassung zu wandeln. Was hat sich verändert? Steigende Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. In manchen Unternehmen reicht das Salär der Zeitarbeitnehmer sogar an das der Festangestellten heran, oft gibt es Branchenzuschläge.

Insbesondere in Pflege und Industrie haben Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen heute durch den Fachkräftemangel sehr gute Verhandlungschancen, auch was eine spätere Festanstellung betrifft. Fakt ist: Zeitarbeit eröffnet Geringqualifizierten, Arbeitslosen und Berufseinsteigern den Zugang zum Arbeitsmarkt und sogar Karriereoptionen. Sie können Berufserfahrung sammeln und sich über Weiterbildungsprogramme der Personaldienstleister weiter qualifizieren. Unternehmen, die Zeitarbeit einsetzen, bieten Arbeitssuchenden also durchaus Chancen.

Das Image wandelt sich zum Besseren – ein langwieriger Prozess

Und obwohl das Bild der ausgebeuteten Leiharbeiter faktisch der Vergangenheit angehört – das Image der Zeitarbeitsfirmen wandelt sich erst langsam. Dabei geben sich die Anbieter große Mühe, ein positives Bild abzugeben – nach innen wie nach außen. „Wir tun viel für unsere Mitarbeiter“, sagt Randstad-Unternehmenssprecherin Petra Timm. So gibt es etwa einen eigenen Trainingsbereich, in dem Zertifizierungen in Fremdsprachen oder Büroanwendungen erworben werden können. Etwa zur Fachkraft für Logistik. „Die Randstad Akademie arbeitet kontinuierlich an neuen Konzepten, um Mitarbeiter und Bewerber in ihrer individuellen beruflichen Entwicklung zu fördern und unterstützt mit zahlreichen Qualifizierungsmodellen“, so Timm. E-Learning und Weiterbildung sind ganz oben auf der Randstad-Agenda. Für die Mitarbeiter gibt es eine eigene Smartphone-App, um direkt mit Randstad zu kommunizieren.

Ganz klar: Employer-Branding-Maßnahmen wirken mit Sicherheit auch nach innen. Denn je größer die gesellschaftliche Akzeptanz des eigenen Arbeitgebers, umso größer auch die Akzeptanz des Einzelnen, ein Zeitarbeiter zu sein. Wie wichtig die positive Eigendarstellung für die Zeitarbeitsfirmen in Zukunft wird, davon vermittelt die Randstad-Studie „Employer Brand 2019“ einen Eindruck: In Deutschland wurden 6312 Arbeitnehmer zwischen 18 und 65 Jahren aus verschiedenen Branchen befragt.

So zählt für die Generation Z bei der Jobsuche vor allem die soziale Einstellung ihres zukünftigen Arbeitgebers. 24 Prozent der 18- bis 24-Jährigen würden sich bei der Bewerbung für ein Unternehmen entscheiden, das Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt übernimmt. Die klassischen Auswahlkriterien wie finanzielle Stabilität, Flexibilität und Arbeitsplatzsicherheit spielen bei der Generation Z eine deutlich geringere Rolle als bei früheren Berufseinsteiger-Generationen. Wie die Untersuchung ebenfalls zeigt, haben sich die Prioritäten bei der Arbeitgeberwahl im Vergleich zu den vergangenen Untersuchungen deutlich verschoben. So war die Haltung von Unternehmen zu ökologischen und sozialpolitischen Themen im Jahr 2013 nur für 8 Prozent aller Befragten ein entscheidendes Kriterium bei der Arbeitgeberbeurteilung. Sechs Jahre später halten das immerhin 17 Prozent der Befragten für wichtig – eine Verdoppelung des Zustimmungswertes.

Die neuen Employer-Branding-Offensiven der Zeitarbeitsfirmen können auch in den Unternehmen, die auf Zeitarbeiter zurückgreifen, einiges bewirken: „Statt den Mantel des Schweigens über den Einsatz von Zeitarbeit zu legen, sollten Unternehmen offensiv damit umgehen und selbstbewusst sagen, dass sie auf flexible Personaldienstleistungen zurückgreifen“, sagt Manpower Marketingdirektor Stephan Rathgeber. „Das mindert nicht nur das Risiko, für eine intransparente Personalpraxis gerügt zu werden. Es schafft auch echte Akzeptanz in der Belegschaft, die sich positiv auf das Verhältnis zwischen Stammmitarbeitern und Zeitarbeitnehmern auswirkt.“

Zeitarbeit ist auch eine Option für Akademiker

Dass Leiharbeit auch für Akademiker ein ideales Sprungbrett zum Karriereeinstieg oder nach längeren Auszeiten sein kann, ist vielen bislang noch gar nicht bewusst. Nach wie vor werden Personaldienstleister von Fachkräften und Absolventen tendenziell eher gemieden. Erst wenn gar nichts mehr geht, wird die Zeitarbeit in Betracht gezogen. Um potenziellen Führungskräften das Thema Zeitarbeit stärker ins Bewusstsein zu bringen, hat die Adecco Group beispielsweise das Programm „CEO for One Month“ ins Leben gerufen.

„Wir zeigen Einsatz in verschiedenen Projekten, die Menschen dabei fördern, ihre Arbeitszukunft zu gestalten und investieren sowohl in die Nachwuchsförderung als auch in die Weiterbildung“, heißt es aus dem Konzern. „Denn im Zentrum der Arbeit steht der Mensch und wir wissen, dass gutes Personal und erfüllende Arbeit oft von äußeren Umständen abhängig ist.“

Das „CEO for One Month“-Programm soll jungen Menschen die Möglichkeit bieten, sich weiterzuentwickeln und ihr Führungspotenzial zu zeigen. Gegliedert ist die Initiative in zwei Stufen: „Local CEO for One Month“ und „Global CEO for One Month“. In den 46 teilnehmenden Ländern wird durch Interviews, Tests und einem Assessment-Tag zunächst jeweils ein lokaler Gewinner gekürt. Diese Local CEOs erhalten dann die Chance, den CEO der Adecco Group im eigenen Land einen Monat lang zu begleiten und zu lernen, wie sie als Geschäftsführer eines Fortune Global 500-Unternehmens erfolgreich sein können. Sie weichen dem CEO nicht von der Seite, sammeln wertvolle Erfahrungen und Fähigkeiten und setzen dabei den Fuß auf die erste Sprosse ihrer Karriereleiter.

Bewerber, die sich für Jobs bei einer Zeitarbeitsfirma interessieren, finden oft moderne und frische Internetpräsenzen der Jobanbieter vor. Allerdings erzielten die Informationsseiten für potenzielle Bewerber im Durchschnitt mit 50 Prozent nur die Hälfte der möglichen Gesamtpunktzahl und schöpfen somit nicht das gesamte Potenzial bei der Bewerberansprache aus, ermittelte index Research aus Berlin in der aktuellen Studie „Karriere-Websites Zeitarbeit auf dem Prüfstand“. Insbesondere bei den konkreten Jobinformationen besteht Optimierungsbedarf.

Die Experten für Personalmarktforschung haben mehr als 100 Karriere-Webseiten von Zeitarbeitsunternehmen anhand von 75 Kriterien analysiert und bewertet. Nach 2012 und 2016 wurde die Analyse nun bereits zum dritten Mal durchgeführt und stellt einen wichtigen Benchmark für die Branche dar. Im Ergebnis haben die Zeitarbeitsfirmen das Niveau der Webangebote im Vergleich zu 2016 gehalten. Während sich die Ergebnisse in den Untersuchungsbereichen Kontakt und Aktualität verbessert haben, sind beim Informationsangebot zu den einzelnen Jobs und bei weiterführenden Infos deutliche Mängel zu verzeichnen.

Webseiten der Zeitarbeitsfirmen deutlich besser als früher

Die meisten Bemühungen stecken die Zeitarbeitsunternehmen in die Nutzerführung (65 Prozent), die sogenannte Usability, sowie in die Darstellung von Unternehmensinformation (64 Prozent) und in Social Media Auftritte (55 Prozent). Im Bewerberbereich finden die Kandidaten bei knapp der Hälfte der Firmen Kontaktinformationen. Hier wurde im Vergleich zu 2016 eine Steigerung um 3 Prozentpunkte erzielt. Auch die Aktualität der Webpräsenzen, etwa Hinweise auf bevorstehende Veranstaltungen oder Messen, hat sich mit einem Plus von 5 Prozentpunkten auf 46 Prozent verbessert.

Nähere Informationen zu den Jobs und Tätigkeiten im Unternehmen werden hingegen immer seltener veröffentlicht. Hier erzielen die Zeitarbeitsunternehmen mit 37 Prozent mittlerweile den schlechtesten Wert von allen sieben untersuchten Analysebereichen. Gegenüber der letzten Studie von 2016 bedeutet dies einen Rückgang um 8 Prozentpunkte. Zu wenige Unternehmen der Branche vertiefen hier das Informationsangebot, um potenzielle Kandidaten von der konkreten Position zu überzeugen.

„Mit der Hälfte der zu erreichenden Punktzahl sehen wir bei den Webseiten der Zeitarbeitsunternehmen natürlich noch Optimierungspotenzial, können aber auch bestätigen, dass seit unserer letzten Studie viele Firmen nachgearbeitet haben und jetzt deutlich besser abschneiden als noch vor zwei Jahren“, bestätigt Jana Graff, Leiterin von Index Research. „Dennoch schöpfen die Zeitarbeitsunternehmen die Potenziale ihres Webauftrittes nicht voll aus. Angesichts des immer stärker werdenden Wettbewerbs um Arbeitskräfte ist es heute wichtiger denn je, die eigenen Angebote an das Informationsbedürfnis der potenziellen Mitarbeiter anzupassen und sie so zu einer Bewerbung zu motivieren.“

Autor: Detlev Brechtel

Bildquellen

  • Zeitarbeit ist eine Marke: Kevin Bidwell, pexels.com

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