Volkswagen äußert sich zum Vorwurf schwerer Menschenrechtsverletzung während Militärdiktatur in Brasilien

architectural photography of black and brown hallway
Foto von Nastuh Abootalebi

Schon im Mai war es auf der Aktionärsversammlung von Volkswagen in Hannover zum Aufruhr gekommen, als einige Aktionäre dem Konzern vorwarfen, er bemühe sich nicht, die Verstrickungen seiner brasilianischen Tochter in die Machenschaften der damaligen Militärdiktatur zu klären. Als dann der Dachverband der kritischen Aktionäre mit der Forderung nach unmissverständlichen Taten nachlegte, band Volkswagen Historiker in die Aufklärung der damaligen Umstände ein.

Nun hat der Bericht der nationalen Wahrheitskommission in Brasilien den Vorwürfen Gesichter gegeben. Wie die Deutsche Welle berichtete, sagte ein ehemaliger Werksmitarbeiter vor der Kommission aus, dass er 1972 auf dem Betriebsgelände gefoltert worden sei: “Ich war bei der Arbeit, als zwei Personen mit Maschinengewehren auf mich zu kamen. Sie hielten mir die Waffen in den Rücken und legten mir sofort Handschellen an. Sobald ich in der Sicherheitszentrale von Volkswagen angekommen war, begann die Folter. Ich wurde sofort geschlagen, bekam Faustschläge und Ohrfeigen.” Im Umfeld dieser Aktion seien mehr als 20 Metallarbeiter festgenommen worden, so der Bericht weiter. Die meisten seien bei Volkswagen beschäftigt gewesen, andere bei Mercedes, Perkins und Metal Leve.

Die Deutsche Welle hat zu diesem Bericht von Volkswagen eine Stellungnahme eingeholt. Dr. Manfred Grieger, Unternehmenssprecher für Historische Kommunikation antwortete dem Sender: „Volkswagen bedauert in höchstem Maße, dass den Betroffenen während der Militärdiktatur ggf. unter Beteiligung von Mitarbeitern der Volkswagen do Brasil Leid zugefügt wurde oder sie wirtschaftliche Nachteile erfahren mussten. Volkswagen hat diese Maßnahmen nicht veranlasst. Wer die Verantwortung für diese Menschenrechtsverletzungen trug, wird weiter untersucht. Volkswagen geht allen Hinweisen auf eine mögliche Beteiligung von Mitarbeitern der Volkswagen do Brasil an Menschenrechtsverletzungen während der Zeit der Militärdiktatur nach. Volkswagen, das seine Unternehmensgeschichte anerkannt vorbildlich aufgearbeitet hat, unternimmt entsprechende Forschungsrecherchen, um die Vorgänge vorbehaltlos und restlos aufzuklären.”

Foto: Copyright: Gabi Eder | www.pixelio.de

Weiterführende Lektüre: Vollständiger Hintergrundbericht über
Verstrickungen deutscher Konzerne während der brasilianischen Militärdiktatur

Melde dich jetzt zum HRM Newsletter an