SERIE | PAUL WATZLAWICK LESEN: Die Suche war der einzige Grund des bisherigen Nichtfindens (5)

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person stepping down on brown wooden stairs aerial photography
Foto von Raphael Koh

// Die Serie //

Die weiteren Teile zum Nachlesen:

 

Teil 4: „Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und Beziehungsaspekt“ 

Teil 3: Auf Befehl etwas spontan zu tun ist ebenso unmöglich wie etwas vorsätzlich zu vergessen oder absichtlich tiefer zu schlafen.

Teil 2: Der Versuch, eine Lücke zu schließen, ist das Problem. 

Teil 1: „Man kann nicht nicht kommunizieren“ 

Paul Watzlawick findet für die Suche nach Sein oder nicht Sein diese Worte im Rahmen eines geschilderten Beispiels, das hier verkürzt wiedergegeben wird:

„Auf einmal war es ihm klar, dass die Suche der einzige Grund des bisherigen Nichtfindens gewesen war, dass man da draußen in der Welt nicht finden und daher nie haben kann, was man immer schon ist.“ (“Vom Schlechten des Guten oder Hekates Lösungen” | Watzlawick | 1986)

Was bedeutet das für unseren Alltag?
Was bedeutet das für Sie?



Unerfülltheit ist nicht das Ende einer Geschichte:  

Fast jede Nicht-Erfüllung von Zielen wirkt ernüchternd und löst automatisch weitere Zielsetzungen und damit eine weitere Suche aus. Anders formuliert: Es wäre im Zustand der Enttäuschung trügerisch, zu glauben, dass nun die Reise zu Ende ist. Die eigenen Kräfte könnten durchaus weiterhin an die unerfüllte Hoffnung gebunden sein.

Wenn Sie also Ihren Weg zu Ihren Träumen (Karrieresprung, Selbstverwirklichung, Weiterentwicklung etc.) nicht vollständig ausleuchten, Ihre Suche selbst nicht in Frage stellen, sondern dagegen immer nur das Ziel in Frage stellen, dann wird erstens Ihre Suche endlos werden und / oder es werden immer neue, unendlich viele Fundorte auftauchen und zum Schluss werden Sie feststellen, dass Sie nie ankommen.

Vergebliche Suche kann Höchstleistungen befördern:

Zugegeben: Über die uneingestandene Suche am Pfad der Hoffnung können Sie auf Ihrem Weg zu Höchstleistungen kommen, was sich ebenfalls positiv auf Ihrem Weg widerspiegeln und Ihnen Ansehen einbringen kann. Doch wie lautet das letztendliche Ergebnis für Sie? Ist es wirklich sinnvoll, dass Sie sich auf eine Suche zu begeben, bei der Sie weder wissen, wonach Sie suchen und wo Sie es finden können, noch was es überhaupt ist? Hand aufs Herz: Möchten Sie sich ständig die Frage stellen: „Bin ich richtig, da wo ich bin?“

Gerne werden in solchen Fällen sogenannte Patentlösungen entwickelt. Es sind allerdings Lösungen, die so patent sind, dass sie nicht nur das Problem selbst, sondern auch die gesamten Zusammenhänge aus der Welt schaffen, die mit Ihrer Suche und Hoffnung zu tun haben. Noch stärker formuliert: Diese Lösungen sind ein Schwindel, welcher glauben lässt, dass das Problem gelöst ist. So eine Patentlösung wäre zum Beispiel der Satz: „Es ist eben nicht machbar!“ Er meint: Ich habe wirklich alles versucht, was ich tun konnte und was es auch zu tun gab, um das Problem zu lösen, aber es ist offenbar nicht lösbar. Punkt. Das kann eine mögliche Lösung sein. Nur sollte es keine Pauschallösung sein.  

Die Aufgabe:

Von dem her gilt es, darauf zu achten, dass man gut reflektiert: Wonach suche ich überhaupt? Ist der Weg vielleicht interessanter als Ziel? Ist das Ziel wirklich das Problem? Ist die Lösung eine wirkliche Lösung? Oder gibt es vielleicht doch etwas ganz anderes?

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Suchen,
Erkennen, Reflektieren und Erreichen!

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Foto: © BirgitH | www.pixelio.de

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