Kienbaum-Studie: IT-Fachkräfte heftig umworben und wechselwillig

Und das, obwohl IT-Spezialisten ihrem Arbeitgeber traditionell meist über lange Zeit treu bleiben. Diese Veränderung in der Einstellung vieler IT-Fachkräfte ist für die Unternehmen umso herausfordernder, weil die Umsätze in der IT-Branche in diesem Jahr voraussichtlich um vier bis sechs Prozent steigen werden. „Solch ein Wachstum erhöht den Bedarf an gut ausgebildeten IT-Fachkräften weiter und verschärft so den Wettbewerb zwischen Unternehmen um hoch qualifizierte Spezialisten. Beste Voraussetzungen also für wechselwillige ITler“, sagt Jan-Marek Pfau, Projektleiter der Studie bei Kienbaum.

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IT-Fachkräfte wechseln traditionell selten ihren Arbeitgeber

Bislang waren IT-Fachkräfte meist besonders treue Mitarbeiter: Nur 16 Prozent der für die Kienbaum-Studie befragten IT-Spezialisten haben ihren Arbeitgeber bereits viermal oder häufiger gewechselt. Die meisten davon sind schon zehn oder mehr Jahre in der IT-Branche tätig. Hingegen hat sich rund ein Drittel der ITler bislang erst zwei- oder dreimal einen neuen Job gesucht und knapp die Hälfte der Befragten hat einmal oder sogar noch nie den Arbeitgeber gewechselt. „Die Zeiten, in denen IT-Unternehmen sich darauf verlassen konnten, dass ihre besten Mitarbeiter treu zu ihnen stehen, sind jedoch offenbar vorbei. Die IT-Profis erkennen die Chancen des ‚War for Talent‘ und interessieren sich dafür, welcher Arbeitgeber ihnen das beste Gesamtpaket bietet“, sagt Kienbaum-Berater Pfau.

Wechselbereitschaft der ITler ist deutlich gestiegen

Die Kienbaum-Umfrage unter 121 deutschen IT-Fachkräften hat ergeben, dass die Wechselbereitschaft in der IT-Branche inzwischen stark gestiegen ist: Zwar suchen nur neun Prozent aktiv nach einem neuen Arbeitgeber, jedoch bekunden 21 Prozent konkretes Interesse an einem neuen Job und gut die Hälfte kann sich vorstellen, bei einem attraktiven finanziellen Angebot den Arbeitgeber zu wechseln.

Bessere Bezahlung und mehr Freizeit locken IT-Spezialisten

Eine bessere Bezahlung und Work-Life-Balance sowie die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten, sind die häufigsten Gründe für einen Jobwechsel, ergab die Kienbaum-Studie: Knapp 50 Prozent der Befragten achten beim Arbeitgeberwechsel auf eine höhere Vergütung und je 40 Prozent legen Wert auf mehr Freizeit und Homeoffice-Tage.

Top-Arbeitgeber ist Google

Wenn ein deutscher IT-Spezialist wechselt, würde er sich am ehesten für Google als neuen Arbeitgeber entscheiden: Für 38 Prozent der Befragten ist der US-amerikanische Internet-Riese der Top-Arbeitgeber. Auf Platz zwei folgt mit 24 Prozent Microsoft. Bevorzugte Branche ist für 29 Prozent der ITler die Automobilindustrie.

In Bayern und Nordrhein-Westfalen arbeiten die meisten IT-Spezialisten

 

In Bayern (25 Prozent), Nordrhein-Westfalen (24 Prozent), Baden-Württemberg (16 Prozent) und Hessen (14 Prozent) arbeiten die meisten IT-Fachkräfte, ergab die Kienbaum-Studie. „Diese Bundesländer stehen auch oben auf der Wunschliste künftiger Arbeitsorte wechselwilliger ITler“, sagt Jan-Mark Pfau. In Ost-Deutschland zu arbeiten können sich hingegen nur etwa zehn Prozent der IT-Fachkräfte vorstellen. Und lediglich neun Prozent sind bereit, in ganz Deutschland einen neuen Job anzutreten.

Online-Medien sind bevorzugter Informationskanal

Um einen neuen Job zu finden oder sich zu bewerben, nutzen drei Viertel der IT-Fachkräfte Stellenanzeigen in Online-Medien. Auch Empfehlungen von Bekannten (44 Prozent) und die Unternehmenshomepage (40 Prozent) sind beliebte Informationsquellen. 36 Prozent der für die Kienbaum-Studie Befragten können sich vorstellen, sich von einem Personalberater für eine neue Stelle anwerben zu lassen.

Für weitere Informationen zur Studie steht Ihnen Jan-Marek Pfau gern zur Verfügung (Fon: +49 30 880 198-73, E-Mail: jan-marek.pfau@kienbaum.de).

Quelle: Pressemitteilung vom 24. Mai 2011