Gernot Schuster, u.a. (Hrsg.): Executive Compensation. Rezension von Manfred Monsberger

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Foto von Gabrielle Henderson

Dabei weiß kaum jemand genau, wie der Vorstand oder Geschäftsführer eines Unternehmens tatsächlich entlohnt wird und wie sich seine Einkommensbestandteile zusammensetzen. Dieses Wissensdefizit zu beheben, scheint das Ziel von Gernot Schuster, Bernhard Gröhs und Christian Havranek gewesen zu sein, den Herausgebern des Buches „Executive Compensation“. In ihrem circa 180 Seiten starken Buch versuchen sie, die Entlohnung der Executives aus unterschiedlichen Betrachtungspunkten zu erläutern. Ausgehend von der personalwirtschaftlichen Perspektive erörtert der schmale Band arbeits- und gesellschaftsrechtliche ebenso wie steuerlich/bilanzielle Aspekte. Er betrachtet die einzelnen Bestandteile der Entlohnung wie Funktionsgehalt, Short-Term-Incentive, Long-Term-Incentive, Deferred Compensation und Fringe Benefits aus verschiedenen Blickrichtungen und beschreibt sie für den Leser in gut verständlicher Weise. Hier finden sich rechtliche Querverweise ebenso wie Rechenbeispiele, die zur Verdeutlichung der Themenstellungen eine sehr hilfreiche Unterstützung bieten.

Den Abschluss des Buches bildet das Thema Kommunikation, der in letzter Zeit wohl wichtigste, aber von den Unternehmen trotzdem am meisten vernachlässigte Aspekt der Entlohnung von Executives. Die Autoren halten klar fest, wie entscheidend nicht nur eine vernünftige Gestaltung, sondern auch eine professionelle Kommunikation der Executivegehälter für ihre gesellschaftliche Akzeptanz ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses Buch einen guten Einblick in die Entlohnung von Spitzenführungskräften gibt. Der Leser erkennt, wie wichtig es ist, im täglichen Wettlauf um die „Besten“ alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um Executives für ein Unternehmen zu gewinnen und auch längerfristig an dieses zu binden.

Der Band gibt einen sehr guten Ein- und Überblick über die wichtigsten Punkte einer zeitgemäßen Executive-Entlohnung, beschreibt die grundlegende Zusammensetzung der Gehälter und hilft bei der Diskussion von Gehaltsfragen mit anderen Partnern. Für die wasserdichte Ausführung eines Executive- Vertrages wird aber in vielen Fällen die Unterstützung von speziell in diesem Bereich erfahrenen Beratungsfirmen notwendig sein.

Leserprobe

Executive Compensation
Hrsg. von Gernot Schuster, Bernhard Gröhs und Christian Havranek
Linde Verlag 2008
192 Seiten, 38 Euro
ISBN 978-3-7073-1285-0
www.lindeverlag.at

„Executive Compensation“, die Vergütung von Spitzenführungskräften, ist in jüngster Zeit eines der in der öffentlichen Debatte am intensivsten diskutierten Themen. Was bedeuten „angemessene Bezüge“ in diesem Kontext? Müssen für die Art und Höhe der an Executives gezahlten Vergütungen (zusätzliche) gesetzliche Vorgaben geschaffen werden?

Der vorliegende Band begreift Executive Compensation als interdiziplinäre Themenstellung. Im Rahmen der Gestaltung neuer oder der Überprüfung bestehender Arbeitsverträge von Executives sind neben personalwirtschaftlichen Aspekten auch Fragen des Arbeits- und Gesellschaftsrechts zu lösen. Im Bereich des Aktienrechts ist besonderes Augenmerk auf die Definition des Begriffs der „Angemessenheit“ von Vorstandsvergütungen zu legen.

Aus dem Blickwinkel des Steuerrechts ist naturgemäß auf eine Optimierung der Auszahlungsbeträge für den Empfänger vor nationalem und internationalem Hintergrund sicherzustellen und gleichzeitig die Abzugsfähigkeit der Vergütungskomponenten als Betriebsausgaben zu gewährleisten. Nicht zuletzt durch die medialen Diskussionssysteme gewinnt das Element der unternehmensinternen und -externen Kommunikation einen wesentlichen Stellenwert.

Quelle: personal manager Ausgabe 4/2008

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