Fallbeispiel. HRM.at fragt: Wie hätten Sie, Herr Jekel, diese HR-Strategie präsentiert?

|
person holding white printer paper
Foto von Tetiana SHYSHKINA

Vorüberlegungen

Die Situation im geschilderten Fall entspricht meiner Erfahrung nach leider der gelebten Praxis. Auf Kick-off-Veranstaltungen werden die Mitarbeiter ja gern als die wichtigste Ressource im Unternehmen beschworen. Faktisch sieht die Praxis aber anders aus, gerade bei Change Management-Projekten. Da haben nämlich Kunden, Kosten und Posten erste Priorität. Daher ist es auch keine Seltenheit, dass das Management und leitende Angestellte Personalfragen in Meetings und Projekten oft nur beiläufig diskutieren. Andererseits ist ihnen sehr wohl bewusst, dass ohne Personal keine Ergebnisse möglich sind. Ergo werden Personalfragen als lästiges Übel empfunden und gern auf die Personalabteilung abgewälzt. Ihr Auftrag lautet dann: „Bitte das Personalthema jetzt und geräuschlos organisieren.“ Wenn HR nun aber proaktiv und in seiner Rolle als Sparringspartner – welche es ja eigentlich inne hat – auf kritische Personalthemen hinweist, dann gilt es ebenfalls als lästig.  

Umso wichtiger ist es für Personaler in der Kommunikation mit  ihren Geschäftsleitungen, möglichst kurz, knackig und entscheidergerecht über die wichtigsten Punkte zu informieren und Vorschläge so zu präsentieren, dass diese idealerweise umgehend genehmigt werden können.

Power by technology:
HR-Visionen mit iPad vermitteln


Oft ist erst einmal unklar, in welchem Rahmen ein Gespräch mit der Geschäftsleitung überhaupt möglich ist: Findet diese ein Terminfenster für eine Präsentation? Wie groß oder wie klein kann es sein? Muss schon bald präsentiert werden? Welche Technik ist verfügbar? Lässt sich ein Beamer einsetzen? Welche Medienbrüche – Papier, Vortrag, Beamer, Flipchart – eröffnen sich und wie holprig oder flüssig könnte der Gesamtvortrag dadurch wirken? Wer diese einzelnen Aspekte nicht harmonisieren kann, läuft Gefahr, dass seine Präsentation scheitert, weil sie keinen konsistenten Gesamteindruck vermittelt. Ein Vortrag mit iPad schützt vielen, dieser möglichen Problemen vor und bietet interessante Alternativen zu klassischen Medien:

Klein, aber fein

Ein iPad kann mit einem kleinen Adapter jederzeit an einen Beamer angeschlossen werden. Im Gegensatz zum Laptop lässt sich das iPad sofort anschalten und der Beamer wird immer und auch sofort gefunden.

Freiraum statt Manege
Wenn kein Beamer verfügbar ist, greifen viele Vortragende gern zum Laptop. Dessen bessere Alternative ist wiederum das iPad. Der Vorstand eines führenden Rechenzentrums in Süddeutschland begründete dies einmal so: “Ein Laptop steht zwischen uns, ein iPad liegt bei uns.” Das iPad lässt sich so selbstverständlich wie Papier einsetzen, unterstützt aber auch die nötige Interaktivität so gut wie ein Laptop.

Emotionen den Weg bereiten
Das kleine Gerät ermöglicht ein natürliches Gespräch mit der Geschäftsleitung; zumal Menschen Entscheidungen vor allem mit dem Bauch treffen. Selbst Kopfmenschen wollen ein gutes Gefühl bei einer Sache haben. In einer iPad-Präsentation kann das Management genau dieses entwickeln.

Aktuelle Studien belegen, dass gerade hochrangige Manager meist mit Blick auf eigene persönliche Ziele entscheiden. Erst im zweiten Schritt beziehen sie ihre Entscheidungen rational auf die Unternehmensziele.


Geschichten erzählen
Eine Präsentation mit dem iPad muss daher nicht nur auf die rationalen, sondern auch auf die emotionalen Aspekte einer Sache gerichtet sein. Reine Fakten-Charts mit viel Text lösen beim Publikum kaum Begeisterung aus. Bunte Bilder, Videos und multimediale Präsentationen dagegen schon eher. Darüber hinaus ist das iPad ideal dazu geeignet, Fragen bei Bedarf mit weiteren Fakten zu beantworten.

DAS FENSTER NACH TSCHECHIEN.
Lösungsvorschlag von Thorsten Jekel
zum Fallbeispiel.

 

Die Lage am tschechischen Arbeitsmarkt kann sehr plastisch mit anschaulichen Infografiken erläutert werden. Diese Grafiken könnten in einer animierten Powerpoint-Präsentation eingebettet sein. Weil die Bilder sich dadurch schrittweise aufbauen, ließe sich eine logische Argumentationskette erzielen. Die Charts sollten idealerweise auch mit Fotos hinterlegt werden, welche die kritische Situation am Arbeitsmarkt vor Augen führen.

So weit die Theorie. Praktisch hat Microsoft noch kein Powerpoint für iPad entwickelt. Mit der App „Keynote“ von Apple gibt es allerdings eine Anwendung, die Powerpoint-Charts sehr gut darstellt. Der große Pluspunkt dieser App: Der Personalchef kann seine Präsentation mit „Keynote“ sogar auf dem iPad kurzfristig oder im Gespräch noch bearbeiten.

Darüber hinaus könnten die Aussagen seiner Präsentation mit Videoausschnitten von Wirtschafts-Fernsehsendungen oder Vortragsveranstaltungen bekräftigt werden; wodurch Emotionen ins Spiel kommen. Die App „Keynote“ kann solche Clips ebenfalls in die Präsentation integrieren. Alternativ dazu können mit der App „AV Player HD“ alle gängigen Videoformate abgespielt werden. Das bietet den Vorteil, dass die Videos nicht erst in ein iPad-kompatibles Format konvertiert werden müssen.

Würde der Personalchef vor allem Videos aus dem Onlinechannel Youtube.com verwenden – Achtung, Lizenzrechte! – könnte er über die App „InstaTube“ passende YouTube-Videos sogar direkt auf den iPad herunterladen. Diese App böte den Vorteil, dass sich Videos in Youtube direkt abspielen ließen. Zum Verständnis: Wer Videos im Web abspielt, riskiert aufgrund einer eventuell langsamen Internetverbindung, dass sie ruckeln. Also erst das Video runterladen und dann präsentieren (wie schon bemerkt müssen Lizenzrechte beim Runterladen beachtet werden!).

Wenn der Personalchef seine Geschäftsleitung mit einem etwas anderen Präsentationsansatz überraschen möchte, könnte „Prezi“ die App seiner Wahl sein: Dieses Programm legt im Internetbrowser eine große Arbeitsfläche an, auf der die einzelnen Elemente der Präsentation angezeigt werden. Diese lassen sich in einer Art Kamerafahrt ein- und auszoomen. Der große Vorteil ist, dass der Personalchef das Gesamtbild seiner Strategie sowie ihre Details darstellen kann. Alternativ zur vordefinierten Kamerafahrt in „Prezi“ kann der Personalchef auch lediglich individuell in einzelne Bereiche zoomen. Diese multiple Funktionalität von Prezi ist dann gewinnbringend, wenn der Gesprächsverlauf nicht genau planbar ist.

Soweit zur Visualisierung der Präsentation, nun zur Erläuterung von Zusammenhängen: Klassischerweise würde der Personalchef dafür ein Flipchart einsetzen. Und das kann er auch, allerdings in der digitalen Version – auf dem iPad und mittels einer weiteren App. Mit „Adobe Ideas“ zeichnet er auf einem Whiteboard Beziehungen schnell auf. Und diese Aufzeichnungen kann er der Geschäftsleitung sogar noch während des Gesprächs mailen.

Tipp: Fakten und weitere Dokumente sollte der Personalchef als PDF-Dokumente einbauen. Damit sehen sie während seines Vortrags immer so aus wie auf dem PC.

Die zitierten Apps im Überblick:

  • Powerpoint-Charts: Keynote
  • Videos abspielen: AV-Player HD
  • YouTube-Videos herunterladen: InstaTube
  • Interaktive Präsentationen: Prezi
  • Whiteboard: Adobe Ideas

Last, but not least hat er auf seinem iPad natürlich immer seinen Kalender und seine E-Mails parat, so dass er jederzeit sofort auf die E-Mail-Historie zugreifen, Mails sofort abschicken kann noch im Gespräch und auch gleich Termine in seinen Kalender eintragen kann. Auf dem iPad hat er somit immer alles für einen professionellen Auftritt sowie die Herbeiführung und Umsetzung der Entscheidung dabei.

Übrigens: Auch nach der Entscheidung der Geschäftsleitung ist das iPad eine wertvolle Hilfe, wenn es gilt, die Vorschläge des Personalchefs umzusetzen. Mit dem iPad können er und sein Team nämlich im Austusch mit Kollegen und potenziellen Bewerbern alle nötigen Informationen mitführen, die sie für die weitere Arbeit brauchen.



 

————————————————–

 

Biografie Thorsten Jekel

 

Als IT-Unternehmer, Autor und Speaker ist der Betriebswirt und MBA Thorsten Jekel DER Experte für Digital Working. Aus seiner über 25-jährigen Berufserfahrung im Vertrieb, in der Service- und IT-Projektverantwortung sowie als langjähriger Geschäftsführer im Mittelstand spricht er aus der Praxis, für die Praxis. Seit dem Marktstart des iPads entwickelt sein Unternehmen jekel & partner innovative Geschäftsmodelle im Umfeld des iPads und anderer Tablet-Systeme. Als Lehrbeauftragter und Speaker weiht er seine Zuhörer in die Grundprinzipien des effektiven Digital Working ein; verbunden mit konkret umsetzbaren Tipps, um Technik einfach zu nutzen.

———————————————————————————————————————-

Fotocredit:
(1) © Tim Reckmann / www.pixelio.de
(2) © Beate Klinger / www.pixelio.de

Melde dich jetzt zum HRM Newsletter an