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Foto von Mimi Thian

Design Thinking bedeutet abseits von Silodenke zu arbeiten – 
wie kooperiert HR mit anderen Fachabteilungen? 

In den vom Personalbereich der SAP durchgeführten Design-Thinking-Workshops werden ganz gezielt auch angrenzende Fachbereiche (zum Beispiel Controlling oder IT) eingeladen, um deren Perspektiven und Anforderungen einzubringen. Das zur Problemlösung bewusst genutzte „kreative Chaos“ führt im Ergebnis zu effektiveren und effizienteren Prozessen für alle Prozessbeteiligten.  

Design Thinking erfordert new workspaces – auch für HR? 

Die SAP bietet eine Vielzahl von speziellen Design-Thinking-Arbeitsräumen an, die durch ihre Ausstattung die Kreativität der Teilnehmer fördern. Weiterhin besteht die Möglichkeit, eigens dafür ausgebildete SAP-interne Design-Thinking-Coaches mit einzubeziehen. Dies können entweder Kolleginnen und Kollegen aus dem Personalbereich sein oder aber Mitarbeiter aus der SAP-Produktentwicklung.

Das Interview führte Stefanie Heine

Nutzt HR bei SAP Design Thinking für ihr eigenes Business? 

Design Thinking wird auch im Personalbereich der SAP zur innovativen Neuentwicklung und Optimierung bestehender Fragestellungen eingesetzt. So kommt Design Thinking beispielsweise bei der SAP-internen Einführung der SuccessFactors Cloud Solution für HR-Kernprozesse zum Einsatz. Als Teil der SAP-Personalstrategie nutzt die SAP im Rahmen der Einführung dabei das vorhandene Potenzial, die Personalprozesse weiter zu optimieren oder bei Bedarf von Grund auf zu überarbeiten. Dabei geht es nicht nur um die Implementierung einer neuen Software, sondern insbesondere auch darum, die Prozesse im Hinblick auf interne Kundenanforderungen effektiver und wenn möglich auch effizienter auszugestalten.  

Methodisch beinhaltet die Vorgehensweise – je nach Zielsetzung für die betreffenden Personalprozesse – bereichsübergreifende Design-Thinking-Workshops, in denen zunächst die internen Kundenanforderungen mithilfe von sogenannten Personas ausgearbeitet werden. Man versetzt sich bewusst in die Lage und die Arbeitswelt der internen Kunden. Eine Kernfragestellung lautet: „Was sagen, denken, fühlen und tun unsere Kunden?“ Zu den internen Kunden gehören in diesem Kontext sowohl die Empfänger eines Prozessergebnisses als auch alle Prozessbeteiligten. Darauf aufbauend wird dann ein Entwurf für das optimale HR-Prozessdesign erarbeitet, das in nachfolgenden iterativen Schleifen validiert und immer weiter verfeinert wird, bevor die finale Implementierung erfolgt.  

Stichwort “Rechtliche Aspekte”: Bremst Arbeitsrecht die Anwendung 
von Design Thinking im HR aus?

Für die Anwendung der Design-Thinking-Methode gibt es nur wenige Einschränkungen. Juristische Vorgaben an Prozesse und Prozessergebnisse im Personalbereich sind als Kernanforderungen zu verstehen, die den Rahmen für innovative Prozessdesigns zwingend vorgeben. Insofern werden alle arbeitsrechtlichen Anforderungen in der Prozessarbeit selbstverständlich berücksichtigt. Design Thinking hilft dabei, kreative Lösungen aus verschiedenen Perspektiven zu erarbeiten, die alle Anforderungen – auch juristische – erfüllen. In der Praxis werden SAP-Arbeitsrechtler oft als Teilnehmer in die Design-Thinking-Arbeitsgruppen mit eingeplant.

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