Azubi Gewinnung im Zeitalter von KI – Die wichtigsten Hacks von Felix von Zittwitz

Künstliche Intelligenz verändert die Art, wie junge Menschen Berufe entdecken, Informationen suchen und Arbeitgeber finden.
Im HRM Hacks Podcast erklärt Felix von Zittwitz, Geschäftsführer von ausbildung.de und Leiter des Ausbildungsbereichs bei Embrace (Bertelsmann), welche Herausforderungen und Chancen sich daraus für Unternehmen ergeben – und welche konkreten Schritte jetzt zählen.

Hack 1: Verändertes Suchverhalten verstehen

KI-Tools wie ChatGPT oder Perplexity sind längst Teil der Alltagswelt junger Menschen.
Laut aktuellem Azubi-Report nutzen bereits 50 Prozent der Schüler:innen KI auch für die Ausbildungssuche.
Das bedeutet: Berufsorientierung verlagert sich zunehmend von klassischen Suchmaschinen in dialogbasierte KI-Anwendungen.
Suchergebnisse werden von KI-Systemen vorgesetzt, vorgefiltert und zusammengefasst – oft, bevor Nutzer überhaupt klicken.
Zero-Click-Suchen nehmen zu, Sichtbarkeit wird seltener und härter umkämpft.

Hack 2: SEO reicht nicht mehr – GEO und G-E-O sind Pflicht

Suchmaschinenoptimierung bleibt wichtig, doch durch Generative Engine Optimization (GEO) entstehen neue Regeln.
KI-Systeme zeigen künftig nur noch wenige Quellen an – meist drei bis fünf.
Unternehmen, die keine starke digitale Präsenz oder keinen SEO-Partner haben, verlieren Sichtbarkeit.
→ Prüfe ehrlich, ob du diese Kompetenz im Haus hast – oder mit einem Spezialisten zusammenarbeiten solltest.

Hack 3: KI schafft neue Bias – kleine Berufe verschwinden

KI bevorzugt bekannte und stark gesuchte Ausbildungsberufe.
Analyse von ausbildung.de zeigt:
Nur 60 Prozent der Ausbildungsberufe, die über Google Traffic bekommen, werden auch über KI-Anfragen gefunden.
Nischen- und Spezialberufe geraten ins Hintertreffen.
Unternehmen müssen aktiv gegensteuern und ihre Berufe selbst sichtbar machen – über Content, Plattformen und Kooperationen.

Hack 4: Employer Branding wird entscheidend für Azubi Gewinnung

Je stärker KI Suchergebnisse filtert, desto wichtiger wird eine starke Arbeitgebermarke.
Social Media ersetzt keine Jobplattform, aber es schafft Bekanntheit und Relevanz, bevor jemand aktiv sucht.
→ Setze auf frühe Markenpräsenz über Schulkooperationen, E-Learning-Plattformen (z. B. Studyflix), Events und authentische Inhalte.
Nicht das Jobangebot, sondern das Gefühl zählt:
„Warum sollte ich hier meine Ausbildung machen?“

Hack 5: Website = Erlebnis, nicht Archiv

Die eigene Azubi-Website bleibt wichtig – aber mit neuer Rolle.
Sie muss:

  • schnell laden
  • emotional wirken
  • Stories und Videos zeigen
  • den Bewerbungsprozess vereinfachen

Sie ist kein SEO-Zentrum mehr, sondern ein Erlebnis- und Conversion-Tool.
Echtheit, Transparenz und kurze Wege zur Bewerbung entscheiden.

Hack 6: Schülerpraktika & reale Touchpoints ausbauen für Azubi Gewinnung

Digitale Orientierung ist nur die halbe Wahrheit.
Das Interesse an echten Erfahrungen steigt wieder deutlich.
Schülerpraktika, Schulkooperationen und lokale Events schaffen Vertrauen und persönliche Bindung.
Sie werden zum entscheidenden Kanal, um Talente früh kennenzulernen und für die Ausbildung zu gewinnen.

Hack 7: Zukunftskompetenz zeigen – KI in der Ausbildung nutzen

Azubis wollen wissen, dass ihre Ausbildung Zukunft hat.
Unternehmen sollten offen zeigen:

  • wie KI in Ausbildungsprozessen genutzt wird
  • welche digitalen Kompetenzen vermittelt werden
  • welche Karrierepfade sich daraus ergeben

→ Wer den Umgang mit KI selbstbewusst kommuniziert, signalisiert Innovationskraft – und wird attraktiver für digital affine Talente.

Fazit

KI macht Azubi-Marketing komplexer, aber auch strategischer.
Wer seine Marke stärkt, echte Einblicke bietet, Daten versteht und Zukunftskompetenz zeigt, gewinnt auch in der KI-Ära Auszubildende.

Oder wie Felix von Zittwitz es formuliert:

„Die Suche verändert sich. Aber wer relevant bleibt, wird gefunden – von Menschen, nicht von Maschinen.“

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