70-20-10 Bildungsformel vernebelt den Blick

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Foto von Campaign Creators

Axel Koch, Professor für Training und Coaching von der Hochschule für angewandtes Management in Erding,  Fakultät Wirtschaftspsychologie, hat sich nun getraut das auszusprechen, was viele hinter vorgehaltener Hand diskutieren. Die 70-20-10-Bildungsformel setzt den motivierten Selbstlerner voraus, der seine eigenen (Lern-)Stärken und (Lern-)Schwächen kennt. Doch den gibt es nur selten, wie sich aus Studien und Expertengesprächen ableiten lässt.

Hier müsste ein Umdenken stattfinden fordert Koch. Richtig wäre es, den Trend der Individualisierung wirklich ernst zu nehmen. Da der Mehrheit der Menschen eine gut ausgeprägte Selbstlernkompetenz fehlt, gilt es für diese Lerner genau passende Lernprozesse zu schaffen. Und dazu braucht es Menschen als Begleiter und nicht Technik. Das pädagogische Know-how dazu ist da. Doch die 70-20-10-Formel vernebelt diesen Sachverhalt.

Angesichts der Tatsache, dass der selbstorganisierte Lerner eine Minderheit darstellt, sollte man das 70-20-10- Bildungsmodell umformulieren und damit den Weg zu einer tatsächlichen Individualisierung des Lernens ebnen. Die „richtige“ Formel für das neue Lernzeitalter lautet vielmehr „20-30-30-20“. Folgendes steckt dahinter:

– 20 Prozent der Lerner sind lernagil, veränderungsoffen und transferstark. Je mehr ein Unternehmen davon hat, umso besser. Hier funktioniert die alte 70-20-10-Welt.
– 30 Prozent der Lerner sind besser als der Durchschnitt. Hier geht es um das Feintuning – denletzten Schliff. Den eigenen Lernstil noch besser kennen, wirksame Lern- und Veränderungstechniken nutzen.
– 30 Prozent der Lerner sind unter dem Durchschnitt. Und das bedeutet, dass es an Wissen, Einstellungen und Techniken fehlt, sich selbst gut etwas beizubringen oder die eigene Veränderung zu managen. Hier müssten Firmen Zeit, Arbeit und Geld investieren, damit der Lernprozess funktioniert bzw. damit diese Lerner auf einen höheren Level der Lern- und Veränderungsfähigkeit kommen. Es braucht die Begleitung durch Führungskräfte als Transferverantwortliche, Trainer, Coaches oder Lernbegleiter.
– 20 Prozent der Lerner sind aufgrund ihrer Persönlichkeit und Lernbiographie gehandikapt. Es kommt schon eher einem therapeutischen Ansatz gleich, sie zu gewünschten Lern- und Veränderungszielen bringen zu wollen. Es bedeutet Millimeterarbeit.

Woher kommen diese Zahlen? Sie ergeben sich aus dem Blickwinkel der Normalverteilung von Merkmalsausprägungen. Ob Schuhgröße oder Veränderungsfähigkeit: Ab einer genügend großen Zahl von Messwerten ergibt sich die bekannte Glockenkurve. Im Sinne des 20-30-30-20-Bildungsmodells zu denken, macht durchaus Sinn. Insgesamt gibt es schließlich etliches an Know-how und an Techniken, wie Menschen das Lernen lernen können.

Unter anderem hat Koch selbst einen neuen Ansatz dazu entwickelt: Nämlich die vom Deutschen Weiterbildungspreis ausgezeichnete Transferstärke-Methode. Im Mittelpunkt der Methode steht, was eine Person können muss, damit der Praxistransfer gelingt.

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