Zeitwirtschaft – Mehr als die Ablösung der Stempeluhr?

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three people sitting in front of table laughing together
Foto von Brooke Cagle

Markt & Wirtschaft:
Frau Rose, die Zeitwirtschaft wird zunehmend auch in kleineren und mittleren Unternehmen thematisiert. Warum gewinnt dieses Thema an Gewicht und welche Gründe gibt es dafür?

Raphaele Rose:
Diesen Trend können wir absolut bestätigen. Waren es vor einigen Jahren insbesondere Lösungen für die Personalabrechnung, die nachgefragt wurden, interessieren sich heute potentielle Kunden fast ausschließlich für die Kombination von Personalabrechnung und Personalzeitwirtschaft.
Auch die SP_Data-Bestandskunden rüsten kräftig nach. Wir spüren eine deutliche Zunahme an Nachkäufen unserer Lösung für die Personalzeitwirtschaft. Diese Kombination ermöglicht ein professionelles Workflow-Management.
Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Globalisierung und Flexibilisierung des Arbeitsmarktes setzen eine Flexibilisierung von Arbeitszeitmodellen voraus. Innovative, bedarfsorientierte Arbeitszeitmodelle erhöhen die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Bedenkt man, dass durch die Umstellung auf Jahresarbeitszeitkonten mit flexiblen Arbeitszeitkorridoren konjunkturelle oder saisonale Bedarfsspitzen so abzufedern sind, dass keine Überstundenzuschläge fällig werden, spiegelt das den direkten Return On Investment wider.
Den Mitarbeitern geben flexible Arbeitszeitregelungen Freiräume für die Berücksichtigung privater und beruflicher Interessen. Gerade im Mittelstand ist dies ein wichtiger Baustein im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter. Hinzu kommt eine nicht zu unterschätzende Mitarbeitermotivation durch Systeme zum Employee Self Service. Sensible, personenbezogene Daten zur Arbeitszeit, die durch ein Zeitwirtschaftssystem generiert werden, stehen für Mitarbeiterportale zur Verfügung. Die Administration in weiten Teilen in die Verantwortung des Mitarbeiters selbst zu geben, macht den Prozess nicht nur effizienter, sondern steigert die Eigenverantwortung des Einzelnen und somit die Motivation.

Markt & Wirtschaft:
Wie sehen Sie die Entwicklung des Marktes für Zeitwirtschaftssysteme?

Raphaele Rose:
Wenn administrative Arbeiten reduziert und Kosten eingespart werden sollen, wird es in Zukunft darum gehen, die Zeitwirtschaft mobiler zu machen, um sie in allen Branchen nutzen zu können.
Drei Beispiele:
Im Außendienst kommen Mobiltelefone, Smartphones oder Webanwendungen zum Einsatz, um Zeiten, Anträge oder Einsätze auszutauschen. Das Baugewerbe nutzt die mobile Technik, da raue Einsatzbedingungen spezielle Endgeräte für die Erfassung der Arbeits- und Projektzeiten erfordern. Der Vorteil ist, dass diese Enderfassungsgeräte nach Rückkehr der Mitarbeiter in der Betriebsstätte maschinell ausgelesen werden. Innerhalb der Logistikbranche werden Software-Schnittstellen zur Anbindung von elektronischen Fahrtenschreibern genutzt. Die mobil erfassten Daten werden automatisch eingelesen und fließen in die Projektberechnung, die Zeit- und die Entgeltabrechnung ein. Wichtig ist, dass die Anwendung der mobilen Zeiterfassung einfach und intuitiv ist.

(Quelle: Markt & Wirtschaft Regional April 2012)

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