Personalarbeit und die Krise

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Foto von Austin Distel

Personalarbeit und die Krise

Weltweit dominiert in Unternehmen fast aller Branchen derzeit ein Thema die Agenda: die wirtschaftliche Flaute. So hoch die Tragweite der aktuellen Krise ist, so komplex kommt die Liste der Herausforderungen daher. Organisationen müssen eine ausreichende Eigenkapitalsquote sicherstellen, Kosten einsparen, Wettbewerbsvorteile ausbauen und dabei die Motivation der Mitarbeiter hochhalten.

HR-Fachleute spielen in diesem Konglomerat an Aufgaben eine zentrale Rolle – beispielweise in punkto Kostenreduzierung. Laut der aktuellen Deloitte-Studie „Augen auf, und durch“ rechnen 43 Prozent der deutschen Unternehmen damit, dass sie als Reaktion auf die Umsatz- und Gewinneinbrüche Personal abbauen, Neueinstellungen stoppen und die Gehaltsrunden defensiv gestalten werden. Doch während professionelles Trennungsmanagement gefragt ist, wird gleichzeitig strategische Personalbedarfsplanung wichtiger denn je. Die Rezession verschafft den Arbeitgebern höchstens eine kurze Atempause im War for Talents, denn einschneidende Auswirkungen des demographischen Wandels stehen erst noch bevor. Und woher soll der nächste Aufschwung kommen, wenn nicht von hochqualifizierten, kreativen Mitarbeitern?

Neben Talentmanagement und Employer Branding ist deshalb auch das Engagement der Beschäftigten ein Top-Thema. Unabhängig von konjunkturellen Schwankungen stellt das Gallup Institut in seinem Engagement Index seit Jahren eine ähnliche Diagnose: 87 Prozent der deutschen Beschäftigen fühlen sich demnach zurzeit kaum an ihr Unternehmen gebunden – Tendenz steigend. Viele Mitarbeiter geben vor allem die direkten Vorgesetzten als Grund für ihr geringes Engagement an. Für Personalmanager sollte das ein Warnsignal sein: Wenn Kostenreduktion gleich Weiterbildungsstopp heißt, könnte das die Spirale der Demotivation weiter anheizen. Einen größeren Beitrag zur Wertschöpfung ihres Unternehmens leisten HR-Verantwortliche, wenn sie die Trainingspläne der Mitarbeiter auf ihre Tauglichkeit prüfen und sie am Return on Investment ausrichten.

Entsprechende Orientierungshilfen finden Personalentscheider am 25. und 26. März auf der Fachmesse PERSONAL2009. Zu ihrem zehnjährigen Bestehen präsentiert sich das größte HR-Event Süddeutschlands erstmals am Messestandort München, der zukünftig im Wechsel mit Stuttgart alle zwei Jahre zur neuen Heimat der Fachmesse wird. Dabei kristallisiert sich die HR-Plattform als Fels in der wirtschaftlichen Brandung heraus – mehr noch: Mit rund 220 Ausstellern verzeichnet die PERSONAL2009 erneut einen Zuwachs. Die Fachbesucher können sich in vier thematisch gegliederten Hallen über neue Produkte und Dienstleitungen informieren: Software und Hardware in den Hallen 1 und 2, HR-Dienstleistung und Beratung in der Halle 3 sowie Training und Weiterbildung in der Halle 4. In nunmehr fünf statt vier Praxisforen bietet die Messe ein erweitertes Vortragsprogramm.

Wenn Sie durch die Hallen streifen, denken Sie daran: Die Griechen bezeichneten zwar einerseits ein Gerichtsurteil als Krise, verwendeten den Begriff aber auch für den Wendepunkt einer Krankheit. In welche Richtung es von nun an geht, hängt dementsprechend ganz davon ab, was Sie aus der Situation herausholen. In diesem Sinne wünsche ich allen Fachbesuchern und Ausstellern einen konstruktiven Umgang mit der Krise und eine erfolgreiche Messe.

Ihr Alexander R. Petsch

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