Lorenz Klöti: Personalrisiken. Rezension von Susanne Richter

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Foto von William Iven
Personalrisiken. Qualitative und quantitative Ansätze für das Management von Personalrisiken
Von Lorenz Klöti
Bank- und finanzwirtschaftliche Forschungen Nr. 384
Haupt Verlag 2008
248 Seiten
32 Euro
ISBN: 978-3-258-07319-4

Klöti macht eindrucksvoll deutlich, welche Konsequenzen drohen können, wenn Unternehmen Personalrisiken zur Seite schieben. Sein Buch zielt zum einen darauf ab, ein Grundverständnis für das Problem zu wecken. Zum anderen gibt er Unternehmern und Personalverantwortlichen ein Rüstzeug an die Hand, das ihnen hilft, mitarbeiterbezogene Risiken aufzudecken. Der Autor ist selbst bei der Zürcher Kantonalbank tätig. Daher legt er den Fokus seines Buches auf Personalrisiken in Schweizer Banken. Die ersten beiden Kapitel geben einen Überblick über die Theorien der Risikobewertung. Klöti führt, gespickt mit Zitaten, gängige Forschungsmeinungen und Ansätze zusammen, die der Leser auf das eigene Unternehmen anpassen kann.

Die weiteren Kapitel beleuchten die einzelnen Personalrisiken genauer und beschreiben, wie Unternehmen eine Personalrisikopolitik aufbauen können. Die Gefahrenanalyse kann qualitativ oder quantitativ erfolgen. In seiner Dissertation geht Klöti ausführlich auf das Selfassessment einer Organisationseinheit der Zürcher Kantonalbank ein, das auf dem qualitativen Ansatz basiert. Die „Zurich Hazard Analysis (ZHA) Methode“ lässt sich nicht nur in der Personalrisikobewertung, sondern auch in anderen Entscheidungsbereichen gut einsetzen. Mithilfe einer Personalverlustdatenbank lassen sich verschiedene Bewertungen in Zusammenhang bringen. Klöti beschreibt, wie Unternehmen ein Risikodatawarehouse aufbauen sollten und welche Anforderungen an die Daten bestehen.

Der Autor bietet einen Überblick über Theorien, Berechnungsmodelle und Definitionen, nennt aber kaum Praxisbeispiele aus anderen Unternehmen und Ländern. Auch eigene Interpretationen kommen zu kurz.

Vor allem Firmen aus Wirtschaftszweigen, in denen es seit längerem Usus ist, die Risiken und Kosten präzise zu bewerten und auch dementsprechend zu handeln, kann diese Dissertation jedoch zusätzliche Messwerte sowie Kenndaten für die Bewertung der Personalrisiken an die Hand geben. Besonders in Zeiten, in denen qualifiziertes Fachpersonal ein stark umworbener Wirtschaftsfaktor geworden ist, gibt dieses Buch Anregungen für das Personalrisikomanagement im eigenen Unternehmen.

Bewertung (maximal 5 Sterne):

Praktischer Nutzwert * * * * *
Lesbarkeit/Schreibstil * * * * *
Verständlichkeit * * * * *
Gliederung/Übersichtlichkeit * * * * *
Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche * * * * *
Quelle: personal manager – 5/2008
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