Leading Simple

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Foto von Lauren Mancke

Louis Berg war einst Tennisspieler, bis ein schwerer Unfall ihn an den Rollstuhl fesselte. Doch der Mann im Rollstuhl gab sich nicht auf: Er widmete sich nunmehr der Aufgabe, anderen Menschen beizubringen, was Führung bedeutet. Anhand seiner Geschichte, die Parallelen mit dem Leben Boris Grundls aufweist, und einem fiktiven Führungsseminar für ein Unternehmen in der Krise präsentieren die Autoren ihr Führungssystem „Leading Simple“.

Dabei räumen sie mit einigen Führungsmythen auf, vor allem mit der weit verbreiteten Ansicht, dass sich Führungskräfte an Vorbildern orientieren sollten. „Niemand kann lernen wie ein anderer zu sein“, heißt es in dem Hörbuch, das demnächst auch in Printform erscheinen wird. Personenkulte schmeichelten den Stars, führten aber bei den angehenden Leadern zu Frustration, da es ihnen nicht gelingen könne, Personen und deren Werte zu kopieren. Leading Simple beruht deshalb auf klaren Prinzipien, nach denen jeder handeln kann. Diese Einsicht entspricht den Ergebnissen zahlreicher Studien, die belegen: Zu einer guten Führungskraft wird niemand geboren.

Das System „Leading Simple“ geht davon aus, dass beim Führen immer drei Aspekte gleichzeitig zu berücksichtigen sind: Kopf, Herz und Hand. Demnach gehören zu den insgesamt fünfzehn Traktaten neben fünf Grundprinzipien (Herz) auch fünf Aufgaben, die beschreiben, was zu tun ist (Kopf), und fünf Hilfsmittel, die bei der konkreten Umsetzung helfen sollen (Hand).

Die fünf Prinzipien:
1.Verantwortung übernehmen
2.Ergebnisorientierung
3.Konzentration auf Stärken
4.Positives Betriebsklima
5.Vertrauen aufbauen

Die fünf Aufgaben:
1.Menschen fördern
2.Unternehmenszweck erfüllen
3.Systeme schaffen
4.Delegieren
5.Kontrollieren

Die fünf Hilfsmittel:
1.Lob
2.Umleiten
3.Kritik
4.Ergebnisorientierte Aufgabenbeschreibung (EOA)
5.Budget

Mit Hilfe dieses Systems wollen Grundl und Schäfer vor allem eines erreichen: Eine Antwort auf die Frage „Wie entwickle ich andere auf ein höheres Niveau?“. „Menschen sind wie Musikinstrumente: Es kommt darauf an, wer sie spielt.“ So drückte Vergil einst die Bedeutung von Führung aus. Viele Unternehmen überlassen das System jedoch noch heute dem Zufall oder der Intuition ihrer Führungsmannschaft. Mit „Leading Simple“ schaffen die Autoren eine Grundlage für bessere Ergebnisse und versprechen Unternehmen, dass sie ihre Potenziale freisetzen, wenn sie die Traktate konsequent umsetzen.

Das System erläutern die Autoren ausführlich und bringen praxisnahe Beispiele. Besonders anhand der Fragen, die die Vorstände in dem fiktiven Beispiel stellen, beugen Boris Grundl und Bodo Schäfer einem Missverständnis vor. „Leading Simple“ ist nicht leicht. Auch mit diesem System kommen Führungskräfte nicht um schwierige Aufgaben, wie dem Äßern von Kritik, herum. In letzter Konsequenz müssen sich Leader auch hier von ihren Mitarbeitern trennen, wenn diese die Prinzipien des Unternehmens nicht akzeptieren. Mit „Leading Simple“ ist etwas anderes gemeint: Das System ist einfach zu verstehen, aber nicht immer einfach umzusetzen, weil es beim Führen immer um Menschen geht.

Um ihren Teil zur Wertschöpfung des Unternehmens beizutragen, benötigen auch HR-Fachleute eine gute Portion Führungswissen. Deshalb spielt die Frage „Was macht gute Führung aus?“ auf der Fachmesse Zukunft Personal eine wichtige Rolle. Pünktlich zum Erscheinen des Buches „Leading Simple“ setzt der Gabal Verlag dieses Thema in einer Podiumsdiskussion am 12. September, ab 10.15 Uhr, in den Blickpunkt. Als Moderator diskutiert Bodo Schäfer mit Top-Leadership-Coach Boris Grundl, Dr. Anne-Katrin Matyssek von do care!, Dr. Jörg-Peter Schröder von www.frequenzwechsel.de, Prof. Walter Simon vom Corporate University Center und Prof. Jörg Knoblauch, Geschäftsführer von tempus-consulting.

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