Nur etwa jeder Zehnte der Befragten ist der Meinung, dass aktuell die Integrationsfähigkeit hoch ist. Knapp die Hälfte der Berater erteilt den Firmen hingegen ein eher schlechtes Zeugnis. „In vielen Unternehmen fehlen grundlegende Voraussetzungen, um internationale Mitarbeiter erfolgreich einzuarbeiten. Umfassende Integrationskonzepte - von der Unterstützung bei Immobilien-, Kindergarten- oder Schulsuche über eigene Sprachkurse bis hin zum Mentoringprogramm - sind noch allzu oft Mangelware“, so BDU-Vizepräsident Dr. Joachim Staude. „Die demografische Entwicklung und der hierdurch notwendige, stärkere Zuzug von internationalen Fach- und Führungskräften wird der Industrie und Wirtschaft aber künftig ein höheres Engagement abverlangen.“

An open empty notebook on a white desk next to an iPhone and a MacBook
Foto von JESHOOTS.COM

Bei den Top-Zukunftsthemen, für die Personalabteilungen in den kommenden Jahren besonders dringlich neue Konzepte und Lösungen finden müssen, wählten die Befragten „Demografische Entwicklung und Altersstruktur“, „Talentbindung und -management“ sowie „Internationalisierung der Belegschaft“ auf die Plätze eins bis drei. Dahinter folgen die Themen „Ausrichtung der Organisationsstruktur an der Geschäftsstrategie“ und „Employer Branding“.

Im Zuge dieser Entwicklungen erwarten Dreiviertel der Berater, dass die Nachfrage nach Coaching-Leistungen für Führungskräfte durch externe Spezialisten steigen wird. Rund 40 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die deutschen Unternehmen künftig ihre Mitarbeiter auch beim Karriereeinstieg häufiger professionell begleiten und unterstützen lassen. „Die drei Top-Themen Demografie, Talentbindung und Internationalisierung der Belegschaft setzen individuelle Konzepte und Lösungen bei den Personalverantwortlichen voraus. Der Einsatz von Coaches ist hier die logische Folge“, so Staude.

Aktuell ist die Arbeit der Personalverantwortlichen in deutschen Unternehmen aus Sicht der Berater besonders durch die wachsende Komplexität (78 Prozent stark bis sehr stark) sowie durch schnell wechselnde Unternehmensstrategien (68 Prozent stark bis sehr stark) geprägt. Damit das Human Resources Management einen aktiven Beitrag zur Wertschöpfung leistet, gliedern größere Unternehmen die Abteilung zum Beispiel in die drei Kernbereiche Business Partners, Kompetenzzentren sowie Service Center. Diese Entwicklung hin zu veränderten Organisationsformen beobachten derzeit rund 60 Prozent der Befragten. Wie schnell sich die Zeiten ändern, zeigt ein Blick auf das Ende des Themenrankings: Nur 34 Prozent sehen momentan die Senkung von Personalkosten durch Personalabbau als Kernaufgabe der Personalabteilungen an. Der konjunkturelle Aufschwung lässt grüßen.

Foto: stockxpert