Für Sie gelesen: Positive Leadership: Die Revolution in der Führung Von Ruth Seliger

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Foto von You X Ventures

Leseprobe

Ein Paradigma ist ein umfassendes Bild der Welt, das in einer Gesellschaft vorherrscht und das Denken und Handeln der Menschen bestimmt. Paradigmen bestehen aus vielen Annahmen über Zusammenhänge und Erklärungen und zahlreichen Prinzipien an denen wir uns tagtäglich orientieren. Auf die Weise lenken Paradigmen das Denken und Fühlen, die Wahrnehmung, die Erklärungen und vor allem das Verhalten der Menschen zu einer “Paradigmen-Gemeinschaft”, in der man ein nicht weiter hinterfragtes Bild über die Welt teilt. Ein Paradigma ist schwer zu erkennen, ein blinder Fleck, den man zumeist erst dann erkennt, wenn ersich verändert.

Paradigmen bestehen überwiegend aus Erklärungsmodellen über die Welt, die tief in unserem Bewusstsein verankert und nur dann fallen gelassen werden, wenn sie an eine Grenze kommen, wenn sie also durch neue Erkenntnisse verdrängt werden. So konnte beispielsweise das Paradigma des Mittelalters und der katholischen Kirche, wonach die Erde der Mittelpunkt des Universums sei, erst durch die Entwicklung der Naturwissenschaften und die Möglichkeit, Planeten durch ein Fernrohr zu beobachten, entkräftet und entmachtet werden.

An solch einer Wende stehen wir heute.


Positive Leadership 
Die Revolution in der Führung
Von Ruth Seliger 

Schäffer-Poeschel Verlag
245 Seiten, 39,95 Euro
ISBN: 978-3-7992-6707-6

www.schäffer-poeschel.de





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Quelle: personal manager – Zeitschrift für Human Resources | Ausgabe 6 November/Dezember

Zum Beispiel merkt sie an, dass Entscheider zu wenig Aufmerksamkeit auf die aktuelle Realität legen, da sich Führung zu oft “zwischen Vergangenheit (Ursachenforschung) und Zukunft (Formulierung von Zielen) ” bewegt. Im Hinblickauf das Designvon Führungskräfteprogrammen ist das eine durchaus wichtige Anregung in Richtung Kompetenzentwicklung.
 
Der zweite Teil widmet sich der praktischen Umsetzung. Er beschreibt Rahmenkonzepte und Tools, mit deren Hilfe man sich selbst, andere und die Organisationpositiv führen kann. Die verbindenen Prinzipien sind Sinn, Zuversicht und Einfluss. Dazu nennt Seliger auch Instrument der positiven Reflexion. Spätestens hier fällt auf, dass diese konkreten Fragestellungen, über die man vielleicht flüchtig hinwegliest, sehr hilfreich sein können. Erfahrene Personalentwickler finden hier gute Anregungen für Workshopfragen. Die Erfahrung der Autorin ist in allen Kapiteln spürbar. 

Das letzte Kapitel ist dem Thema Führungslernen gewidmet und führt die paradoxe Situation an, dass Führungskräfte in Seminaren lernen autoritär zu sein, jedoch dort eine gegenteilige Rolle einnehmen müssen. Daher kommt es zu einer kognitiven Dissonanz. Diese Lernsituation sollten sich besser auf konkrete Fragestellungen der Organisation und bestimmte Führungsaufgaben beziehen. Das Buch liest sich sehr locker und führt ausreichend Praxisbeispiele an. Es ist sowohl für Führungskräfte als auch für Personalentwickler geeignet. Gepaart mit den Fragestellungen an den Leser sowie an die Organisation ergibt der Band einen Fundus an Verfeinerungsideen eigener Projekte und Workshops. Aufgrund der guten Strukturierung kann man auf die jeweilig relevanten Bereiche rasch zugreifen. Es lohnt sich jedoch auch, das Buch ganz klassisch einfach von vorne bis hinten zu lesen. 

 

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