Fleißiges Deutschland – Deutsche Arbeitszeiten im EU-Vergleich

A group of friends at a coffee shop
Foto von Brooke Cagle

Überstunden sind des Unternehmers liebstes Kind. Angeblich scheuen deutsche Arbeitnehmer die Überstunden und der pünktliche Feierabend kommt vor dem Wohl der Firma. Die aktuelle Studie der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound) vermittelt ein anderes Bild: Danach rangiert die Bundesrepublik 2008 unter den 27-EU-Mitgliedsländern auf dem siebten Platz und vor allen anderen großen Volkswirtschaften des Kontinents. Spitzenreiter ist Rumänien mit 41,8 Stunden. Auf dem letzten Platz steht Frankreich mit 38,4 Stunden.

Dass die deutschen Arbeitnehmer unter dem Strich zur Spitzengruppe zählen, hat mit Überstunden und der wachsenden Zahl von Unternehmen ohne Tarifbindung zu tun. Etwa 1,3 Milliarden bezahlte Überstunden zählte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) für das Jahr 2008. Nebenbei erwähnt, hat eine bezahlte Überstunde Seltenheitswert, denn laut einer europäischen Studie (Euroäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen, Working Time and Worklife Balance in European Companies, 2006) werden in Deutschland nur 21 Prozent der Überstunden ausbezahlt. Der Rest wird durch Freizeit oder gar nicht ausgeglichen. An der Bereitschaft der Mitarbeiter, Mehrarbeit zu leisten liegt es also nicht – vielmehr fehlt es an der Bereitschaft der Arbeitgeber, diese Leistung anzuerkennen. 

Die Ergebnisse der EU-Studie mit  Zahlen aus dem Jahr 2008 werden dieses oder kommendes Jahr aber wohl nicht zu erwarten sein. “Die Arbeitszeit wird 2009 und 2010 deutlich runtergehen, und zwar sowohl die tatsächliche als auch die vereinbarte Arbeitszeit”, sagte EugenSpitznagel, Arbeitsmarktforscher beim IAB.

Mehr dazu: 
www.sueddeutsche.de/jobkarriere/180/482634/text/

www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitszeit116.html

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