Das Trennungsgespräch bei betriebsbedingten Kündigungen

person using laptop computer beside aloe vera
Foto von Corinne Kutz

 

Auch in den Unternehmen finden nicht immer persönliche Kündigungsgespräche statt. Die Mitarbeiter erfahren aus der Zeitung oder aus dem Fernsehen, dass ihre Jobs wegrationalisiert werden oder finden ihre Kündigung im Briefkasten. Ich kenne einen Fall, wo die betroffenen Mitarbeiter bei einer Weihnachtsfeier informiert wurden, dass für ihre Abteilung bald Schluss ist. Ein Gespräch mit dem Chef hat auch hinterher nie stattgefunden.

 

Der hilflose Chef

 

“Authentisch kommunizieren” lernen Führungskräfte in Seminaren. Sie lernen dabei auch, dass man Mitarbeitergespräche positiv beenden sollte.Man sagt ihnen aber nicht, dass dies bei Kündigungsgesprächen Unfug ist. Trennung hat etwas Endgültiges. Das Ende einer Beziehung: Kein Konsens, kein Kompromiss, keine Harmonie, keine positive Lösung, der kleine Tod.

 

Führungskräfte, die Kündigungsgespräche zu führen haben, fühlen sich nicht wohl in ihrer Haut, weil sich alles auf der Gefühlsebene abspielt. Sie fühlen sich unsicher, weil sie nicht alles im Griff haben, was sich im Gespräch abspielt. Sie können es nicht steuern. Das macht sie hilflos.

 

Was tun?

 

Workshops und Seminare sind eine Hilfe. Hier mein Seminarnangebot:

 

www.list-personalkonzepte.de/seminare.html

 

 

Hasenfüßige Bosse engagieren externe Berater, die in ihrem Auftrag die „Kündigungsbotschaft“ übermitteln: You are fired! So geschieht es in dem amerikanischen
Spielfilm

UP IN THE AIR.

Der Laufbahnübergangsberater Ryan Bingham (Georg Clooney) reist 322 Tage im Jahr quer durch die Vereinigten Staaten von Amerika, um diesen Job zu machen.

 

Ganz professionell formuliert er in wenigen Sätzen die schlechte Nachricht und vergisst nicht zu erwähnen, dass der Rausschmiss gleichzeitig der Beginn einer neuen Karriere sei. Dann übergibt er den Gekündigten ein Dossier mit den Informationen über Abfindung usw. und fordert sie auf, ihr Büro zu räumen. Auf die Gefühlsausbrüche der Betroffenen reagiert er kühl und distanziert. Nur bei den Kinobesuchern feuern die Spiegelneuronen: Sie fühlen mit den Gefeuerten und fühlen sich selbst auch nicht gut dabei.

 

Dieses Spielfilm-Szenario hat mit der Wirklichkeit hierzulande nicht viel zu tun. Oder doch? Führen externe Berater auch Kündigungsgespräche?

Sebastian Ofer

Chefredakteur bei HRM Research Institute

Melde dich jetzt zum HRM Newsletter an