...., weil unsere Augen sie nicht sehen

Nun beginnt wieder die Zeit, in der wir gelegentlich die Augen erheben um zu erahnen, was hinter den Dingen steckt.

Schon Fritz Perls meinte: „ One of the most diffucult things in the world is to see the obvious.” Er meinte wohl das Offensichtliche, das von unseren Verfangenheiten in Wahrnehmungsschablonen verdeckt wird.
Doch gibt es Dinge, die wir auch durch „aufgeklärte Wirklichkeitskonstruktionen“ hindurchspüren, transzendente Wirklichkeiten. Sie scheinen uns verborgen und wir wollen entdecken, was die Welt im Innersten zusammen hält. Aber die Dinge dahinter sind wahrscheinlich gar nicht verborgen, sondern nur durch unsere Horizonte verstellt. Würden wir unsere Perspektive verändern können, lägen sie offen sichtlich vor uns. Da stehen noch viele Perspektivenwechsel an wie von der Erde als Scheibe zum Bild des blauen Planeten im Weltall.

In jedem Fall müssen wir mit revolutionierenden Erkenntnissen rechnen und sollten uns vorsichtshalber für nicht so aufgeklärt halten. Wenn man bedenkt, dass erst vor wenigen Jahren die Glutamatrezeptoren in der Mundschleimhaut entdeckt wurden und damit unser Verständnis des Schmeckens erweitert wurde oder wie die Entdeckung der Hormone das Bild von körperlichen Prozessen verändert hat. Da hat man erst vor wenigen Jahren wieder geglaubt, die genetische Steuerung verstanden zu haben und merkt jetzt, dass dies nur ein Zipfel der genetischen Erkenntnis war. Mancher glaubt den Elefanten zu kennen, weil er einen Teil seines Rüssels erspäht hat.

Na ja, da haben wir noch einiges vor uns.

Was ist, wenn Fritz-Albert Popp recht hat und lebendige Prozesse durch ein Biophotonen-System gesteuert werden? Oder wenn sich Rupert Sheldrakes Idee bestätigt, dass wir ohnehin direkt durch Gehirnwellen kommunizieren? Oder wenn es stimmt, dass Wasser als Sinnesorgan mit Gedächtnis und Kommunikationsfähigkeit zu begreifen ist? Hierzu gibt es in neuerer Zeit beeindruckende naturwissenschaftliche Bestätigungen. Die Idee von Gaia, von der Erde als Gesamtorganismus erscheint in neuem Licht.

Da haben wir gelernt, dass Evolution durch Selektion und Mutation aus einer Serie von Zufällen, die sich bewährt haben, entstanden ist. Das konnte ich noch nie glauben, war mir aber unsicher, ob ich die riesigen Experimentierzeiträume der Evolution einschätzen kann. Jetzt hat Joachim Bauer in seinem Buch „Das kooperative Gen“ eine andere Beschreibung geliefert, die Gene als kommunikations- und kooperationsfähige kreative Akteure der Evolution konzipiert. Ein Ausweg aus erkenntnistheoretischen oder fundamentalistischen Sackgassen?

Eigentlich toll oder?
Nur schade, dass wir das meiste nicht mehr erleben.
Oder doch? Irgendwie?


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