DGB-Studie „Gute Arbeit 2009“ : Frust am Arbeitsplatz

Viele Deutsche gehen nur mit mäßigem Elan zur Arbeit. Nur jeder zweite Deutsche geht laut dem am Donnerstag veröffentlichten jährlichen Index des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) „Gute Arbeit 2009“ davon aus, seinen Job unter den derzeitigen Bedingungen bis zum Rentenalter ausüben zu können. Der Index beruht auf einer Umfrage zu Arbeitsbedingungen und zur Arbeitszufriedenheit unter rund 6.800 repräsentativ ausgewählten Beschäftigten.

Laut der Studie arbeiten nur noch 47 Prozent der Arbeitnehmer in unbefristeten Arbeitsverhältnissen und verdienen mehr als 2000 Euro Brutto. Demnach sind die verbleibenden 53 Prozent unsicher oder prekär beschäftigt. „Prekäre Beschäftigung ist längst kein Randphänomen mehr“, sagte DGB-Chef Sommer am Donnerstag in Berlin. In der Gruppe der prekär Beschäftigten sinkt diese Selbsteinschätzung auf 35 Prozent. Insbesondere Arbeitshetze und Zeitdruck haben gravierende Auswirkungen auf das Arbeitsvermögen der Beschäftigten. Nur 19 Prozent derer, die diesen Belastungen ausgesetzt sind, rechnen damit, diesen Arbeitsbedingungen bis zur Rente Stand halten zu können. 

Viele der Befragten stören sich auch an der hohen Arbeitsbelastung. Der Studie zufolge arbeiten die Meisten bei einer Wochenarbeitszeit von 39 Stunden im Schnitt 44 Stunden, aber nur zehn Prozent der Vollzeitbeschäftigten wollen länger als 40 Stunden arbeiten.

Fast ein Drittel der Befragten ist mit der eigenen Arbeitssituation unzufrieden und bewertet sie als mangelhaft. Etwa die Hälfte (55 Prozent) beurteilt die eigene Situation als mittelmäßig. Nur 13 Prozent der Arbeitsplätze werden von den Befragten als umfassend positiv beschrieben. "Wer bei all diesen Ergebnissen immer noch glaubt, an der Rente mit 67 festhalten zu müssen, ist auf dem Holzweg“, sagte der ZweiteVorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel.

Die Ausführungen zur Studie sind nachzulesen unter: 
www.dgb.de/presse/pressemeldungen/pmdb/pressemeldung_single

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Foto von Austin Distel