Arbeitsvertrag Minijob: Muster, Rechte und Pflichten 2026
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Key Takeaways
- Minijob-Verträge sollten alle wichtigen Vertragsbestandteile schriftlich festhalten.
- Ab 2025 gilt eine neue Verdienstgrenze von 556 Euro und ein gesetzlicher Mindestlohn von 12,82 Euro/Stunde.
- Minijobber haben grundsätzlich die gleichen arbeitsrechtlichen Rechte und Pflichten wie regulär Beschäftigte.
- Der Urlaubsanspruch orientiert sich an der Zahl der Arbeitstage pro Woche.
- Das Nachweisgesetz verpflichtet Arbeitgeber zum schriftlichen Nachweis aller Arbeitsbedingungen.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Minijob?
Ein Minijob bezeichnet eine geringfügige Beschäftigung, die vor allem durch eine bestimmte Verdienstgrenze und besondere sozialversicherungsrechtliche Bestimmungen gekennzeichnet ist. Es gibt den 556-Euro-Minijob, bei dem das monatliche Einkommen 556 Euro (Stand 2025) nicht überschreiten darf, sowie den kurzfristigen Minijob, der in der Regel auf 3 Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage im Jahr begrenzt ist. Minijobs bieten damit einen flexiblen Einstieg in den Arbeitsmarkt, unterscheiden sich jedoch durch das Fehlen automatischer Einzahlungen in die Kranken-, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung. Dennoch sind Minijobberinnen und Minijobber in arbeitsrechtlicher Hinsicht sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten grundsätzlich gleichgestellt.
Quelle
Muster für den Arbeitsvertrag im Minijob
Ein strukturiertes Vertragsmuster bietet eine hilfreiche Grundlage, um neue Minijobber:innen rechtlich korrekt einzustellen. Wichtige Angaben im Vertrag sollten die genauen Aufgaben, den Arbeitsort, Beginn der Tätigkeit, Probezeit, regelmäßige Wochenarbeitszeit, Gehalt und Regelungen zu Urlaub, Sonderzahlungen und Verschwiegenheitspflicht umfassen. Alle Vereinbarungen, Änderungen oder Anpassungen müssen schriftlich festgehalten werden. Neben diesen Punkten sollte der Arbeitsvertrag individuell überprüft und an die jeweiligen Bedingungen angepasst werden.
Essenzielle Inhalte eines Minijob-Arbeitsvertrags
Auch wenn bei Minijobs kein klassischer schriftlicher Arbeitsvertrag vorgeschrieben ist, verpflichtet das Nachweisgesetz Arbeitgeber dazu, alle relevanten Daten zur Beschäftigung schriftlich zu dokumentieren und pünktlich zum ersten Arbeitstag auszuhändigen. Dazu gehören Angaben wie Namen und Adressen der Vertragsparteien, Tätigkeitsbeschreibung, Beginn der Beschäftigung, Regelungen zur Probezeit, Höhe und Zusammensetzung der Vergütung, vereinbarte Arbeitszeiten, Urlaubsanspruch, sowie Informationen zu Kündigungsfristen und gegebenenfalls geltenden Tarifverträgen oder Sondervereinbarungen. Optional können Klauseln zur Verschwiegenheitsverpflichtung, Wettbewerbsverbot, Regelungen im Krankheitsfall oder zur Rückgabe von Firmeneigentum hinzugefügt werden.
Urlaubsanspruch im Minijob
Auch geringfügig Beschäftigte haben gesetzlichen Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Die genaue Anzahl der Urlaubstage orientiert sich an der wöchentlichen Anzahl der Arbeitstage: Pro Woche erarbeiteter Arbeitstag stehen vier Urlaubstage im Jahr zu. Wer etwa an zwei Tagen pro Woche arbeitet, hat Anspruch auf acht Urlaubstage jährlich. Bei schwankender Wochenarbeitszeit wird der Anspruch ebenfalls anteilig errechnet. Nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit besteht Anspruch auf den vollen Jahresurlaub, davor auf einen anteiligen Urlaubsanspruch.
Gesetzesänderungen und aktuelle Entwicklungen
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab dem 1. Januar 2025 mindestens 12,82 Euro pro Stunde. Neue und auch bestehende Minijob-Arbeitsverhältnisse müssen an diese Vorgabe angepasst werden. Ebenfalls von Bedeutung ist das Nachweisgesetz, das Arbeitgeber dazu verpflichtet, spätestens mit Arbeitsbeginn einen Nachweis über die wichtigsten Vertragsbedingungen auszuhändigen. Angaben zu Beschäftigungsbeginn, Arbeitszeiten, Tätigkeiten und probezeitbezogenen Regelungen müssen spätestens binnen sieben Tagen erfolgen, für weitere Pflichtangaben gilt eine Frist von einem Monat ab Arbeitsstart.
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FAQ zum Minijob-Arbeitsvertrag
Wie berechnet sich der Urlaub beim Minijob?
Der Urlaub richtet sich nach der Anzahl der fest vereinbarten Arbeitstage pro Woche. Formel: Arbeitstage pro Woche x 4 = jährlicher Urlaubsanspruch.
Wie viele Stunden pro Woche umfasst ein Minijob?
Die Stundenanzahl variiert je nach Vereinbarung, entscheidend ist jedoch, dass die Einkommensgrenze von 556 Euro monatlich nicht überschritten wird.
Was muss im Minijob-Vertrag stehen?
Neben den persönlichen Daten müssen insbesondere Vereinbarungen zu Arbeitszeit, Vergütung, Urlaubsanspruch, Kündigungsmodalitäten und weiteren relevanten arbeitsrechtlichen Themen enthalten sein.
Ist ein schriftlicher Vertrag für Minijobs verpflichtend?
Zwar ist ein schriftlicher Arbeitsvertrag nicht gesetzlich vorgesehen, jedoch sind Arbeitgeber durch das Nachweisgesetz verpflichtet, die wesentlichen Beschäftigungsbedingungen schriftlich festzuhalten und auszuhändigen.
Welche Verpflichtungen hat der Arbeitgeber?
Arbeitgeber müssen Minijobber ordnungsgemäß anmelden, Lohnnebenkosten abführen sowie allen genannten Nachweispflichten und Dokumentationsvorgaben nachkommen.
Weitere Infos
Wie lange kann ein Minijob befristet sein?
Kurzfristige Anstellungen dürfen maximal drei Monate oder 70 Tage pro Jahr dauern. Bei langfristigen Minijobs zählt die Einhaltung der monatlichen Einkommensgrenze.
Fazit
Der Arbeitsvertrag für Minijobs sorgt für ein transparentes und rechtssicheres Arbeitsverhältnis, sowohl für Arbeitgeber als auch für Angestellte. Wer auf die gesetzlichen Änderungen achtet, die vertraglichen Inhalte vollständig dokumentiert und individuelle Gegebenheiten berücksichtigt, schafft die Grundlage für reibungslose Beschäftigungen im Rahmen eines Minijobs.
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