Überraschungsmomente schaffen: Der Unternehmens-Dreh von Sonja Radatz

two person siting beside laptops
Foto von Clayton Cardinalli
1. Lust auf verrückt?
Wann haben Sie zum letzten Mal Ihre Kunden überrascht? Wann haben Sie ein Lächeln, Ungläubigkeit, Erstaunen, Kopfschütteln erzielt? Wann haben Sie zuletzt für Gesprächsstoff gesorgt? Sprechen die Menschen über Sie, stehen Sie im Mittelpunkt des Geschehens? Haben Sie immer wieder aufs Neue Ideen, die ganz einfach nur mit dem Wort „crazy“ bedacht werden können – egal ob es sich um Features Ihrer Produkte handelt, um Marketing-Kampagnen, um die Art der Kommunikation, um Ihren Marktauftritt, um die Gestaltung Ihrer Leistungen, um Ideen in der Nutzung und im Mehrwert… 
 
Vielleicht wollen Sie das gar nicht. Vielleicht wollen Sie ein ganz seriöses Unternehmen sein, gefühlt 100 Jahre alt und kurz vor dem Sterben (oder kurz danach…). Wenn Sie glauben, dass das Eindruck macht, dann träumen Sie ruhig weiter. Die kommende Generation interessiert es nicht, wenn Sie staubtrocken und brav von oben herunter Ihre Aktionen „brechen“ – die dann etwa 3 – 8 Monate dauern, bis sie – silanisiert ohne Ende und viele Male von allen Beteiligten und „Verantwortlichen“ auf allen Ebenen durchgekaut und hin- und hergedacht – beim Kunden ankommen; und dort praktisch keine Wirksamkeit mehr erzielen, weil nicht nur der Witz komplett verloren gegangen ist, sondern auch der Zeitpunkt und damit die Pointe ganz einfach verpasst wurde. 
 
2. Foolishness braucht Direktheit
Meine Erfahrung ist: Foolishness lässt sich nicht von oben steuern. Es lässt sich nicht im Board erarbeiten, einer Projektgruppe in Auftrag geben, in unzähligen Projektmeetings verdauen, wieder hinaufspielen, wieder hinunterspielen (total zerpflückt), wieder hinaufspielen…
 
Foolishness entsteht am Point of Interest. Und genau dort sind Sie ganz bestimmt nicht. Genau dort sollte aber diese Foolishness einfach ausgespielt werden. Was sollte denn schon groß passieren, wenn das gesamte Unternehmen einen klaren Rahmen hat, innerhalb dessen es sich bewegen muss – und der hoffentlich nicht so eng ist, dass sich die einzelnen Mitarbeiter nicht mehr bewegen können… Foolishness entsteht aus der Erlaubnis, sich natürlich mit dem Kunden zu bewegen. Auch mal die Sau rauszulassen. Und vor allem: Es entsteht dann, wenn jeder Mitarbeiter Spaß am Unternehmen, Spaß an der eigenen Arbeit und Spaß an der Zusammenarbeit mit seinen Kollegen und Vorgesetzten hat. 
Darf das sein? Können Sie das herstellen? Erlauben Sie das? Trauen Sie sich sogar zu, dies zu unterstützen, zu forcieren, bewusst zu fördern? Schaffen Sie es, über Ihren eigenen Schatten zu springen und andere witzig sein zu lassen, auch (oder gerade weil) Sie selbst es nicht sind? 

>> Jetzt mehr lesen: in LO 81 “Stay hungry – stay foolish”.

 

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Marco Ripanti

Geschäftsführer bei 42medien

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