SVF relauncht Führungsausbildung – Änderungen gelten seit 01. Januar 2013

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Foto von Kelly Sikkema

Das modulare Ausbildungskonzept trennt in den neuen Modulbeschreibungen wie bisher üblich die Kompetenzen in die Bereiche „Leadership“ und „Management“.

Die Modulbeschreibungen definieren:

  • die erwartete Handlungskompetenz
  • den erforderlichen Kompetenznachweis
  • die zu erfüllenden Lernziele
  • die Ausbildungsinhalte
  • die empfohlene Lernzeit

Die definierten Handlungskompetenzen, Lernziele und Ausbildungsinhalte spiegeln sehr genau die in der Praxis an Teamleitende gestellten Anforderungen und berücksichtigen den erforderlichen Transfer. Leitidee für alle Modulbeschreibungen bildet der Führungsbegriff: Ausgegangen wurde von jenen Kompetenzen, welche für die zielbezogene Steuerung, Gestaltung und Entwicklung einer Institution sowie der produktiven Verbindung der darin tätigen Menschen erforderlich sind.

Die neue Prüfungsordnung schreibt das bisherige Prüfungsreglements fort, überführt dieses aber in die formalen Anforderungen der aktuellen Gesetzgebung und regelt insbesondere die Zulassungsbedingungen sowie die Art und Form des eidgenössischen Qualifikationsverfahrens.

DER AUTOR: Sie wollen die SVF  persönlich erleben und zum Thema mitdiskutieren? Auf der Personal Swiss (Messe Zürich – 9./10.April 2013) ist die SVF mit einem Stand und durch Herrn Christian Santschi –  Präsident der SVF –  vertreten. Mehr dazu

Die Neuformulierung des Berufsbildes fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Projektarbeit in prägnanter und anschaulicher Form zusammen. Das Berufsbild

  • definiert Führung und hält die wichtigsten beruflichen Handlungskompetenzen durch die Gliederung in die vier Kompetenzklassen, nämlich Fachkompetenzen, Methodenkompetenzen, Sozialkompetenzen und Selbstkompetenzen fest.
  • nimmt zur Berufsausübung von Teamleitenden Stellung und beleuchtet die Tätigkeit im Spannungsfeld von Leadership und Management.
  • beschreibt den Beitrag von Teamleitenden an Gesellschaft, Wirtschaft, Natur und Kultur.

In 2012 legten angehende und praktizierende Führungskräfte über 4.000 Modulprüfungen in Management und Leadership ab. 390 Personen nahmen an der eidgenössischen Berufsprüfung teil. Sie wurden in puncto Teamleitung noch nach den Richtlinien der SVF bewertet, die seit dem Jahr 2003 gelten. Diese hohen Ausbildungsraten brachten der Organisation viele Impulse seitens der Teilnehmenden. Im Gespräch mit diesen sowie Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft wurde in den letzten Jahren klar, dass die Modulausbildung „Teamleitung“ weiterentwickelt werden musste, und zwar in folgenden Punkten:

1.) Handlungskompetenzen: Es sollten die Handlungskompetenzen berücksichtigt werden, die Teamleiter heutzutage für ihre Berufspraxis benötigen.

2.) Berufsbild: Führungskräften insgesamt stehen heute teilweise vor anderen Herausforderungen als noch vor zehn Jahren. Dazu kommt, dass auch die Wissenschaft laufend neue Erkenntnisse liefert. Vor diesem Hintergrund sollte das Berufsbild von Teamleitenden neu formuliert werden.

3.) Modulbeschreibungen: Dem entsprechend mussten die Modulbeschreibungen der Ausbildung grundsätzlich überprüft und – wo nötig – neu formuliert werden.

4.) Prüfungsordnung: Das altrechtliche Prüfungsreglement von 2003 wollte man in eine Prüfungsordnung nach den geltenden Gesetzesvorschriften überführen.  

Alle diese Punkte wurden im Reformprojekt „Führungsausbildung 2.0“ umgesetzt. Die neuen Modulbeschreibungen sind am 1. Januar 2013 in Kraft getreten. Das nun abgeschlossene Projekt stellt sicher, dass der Wirtschaft auch weiterhin ein zuverlässiges formalisiertes Qualifikationsverfahren für Führungspersonen auf der Stufe Teamführung zur Verfügung steht.

Viel zu oft liegt in der Ausbildungsrealität das Schwergewicht auf der Wissensvermittlung, ohne den erforderlichen Transfer in die Praxis. Führung findet aber in der Praxis statt. Deshalb müssen Führungsausbildungen konsequent kompetenzorientiert gestaltet sein. Sie müssen Menschen befähigen, anspruchsvolle berufliche Führungssituationen – zum Beispiel ein konfliktbeladenes Mitarbeitergespräch – erfolgreich zu bewältigen.

Vor diesem Hintergrund stellten sich die folgenden Fragen: Welche konkreten Aufgaben machen die Teamführung aus? Wie gestaltet sich also das aktuelle Berufsbild von Führungspersonen auf Stufe des Teams und welche notwendigen Kompetenzen leiten sich daraus ab?

Diese Fragen wurden in drei Teilschritten beantwortet:

1. Es wurde eine Datengrundlage für den Kompetenzkatalog beschafft, und zwar mittels Inhaltsanalyse von Stelleninseraten und Stellenbeschreibungen sowie qualitativen Interviews mit Teamleitenden.

2. Die so identifizierten Kompetenzen wurden mit Arbeitssituationen abgeglichen, um Schnittstellen zu ermitteln. Die Ergebnisse wurden durch weitere Fakten aus einer Literaturrecherche ergänzt. In die  Arbeit eingeflossen sind zudem Erkenntnisse aus Evaluationen des SVF-Konzepts seitens der Universität Hamburg und der Hochschule St. Gallen (HSG).

3. Die SVF hat einen Kompetenzkatalog erstellt, welcher die Resultate der vorgängigen Erhebungen den entsprechenden, ermittelten Arbeitssituationen gliedernd zuordnet.

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