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Lernen wird mobil

Auch Lernprozesse lassen sich durch mobile Endgeräte sinnvoll optimieren. So bezeichnet das Beratungsunternehmen Bersin & Associates Mobile Learning als nächsten Evolutionsschritt im Weiterbildungsbereich, der die Aspekte des formellen, informellen und sozialen Lernens sinnvoll mit den Vorzügen des mobilen Internets verknüpft. Auch hier werden die Potenziale der mobilen Technologien als hoch eingeschätzt: Laut der aktuellen TNS Infratest-Studie „Weiterbildungstrends in Deutschland“ halten 83 Prozent der befragten Personalverantwortlichen mobile Technologien für die berufliche Weiterbildung von Mitarbeitern für wichtig bis sehr wichtig.

Vorteile des mobilen Lernens über Smartphones und Tablets sind die zeit- und ortsunabhängige Nutzung, sodass die User Pausen und Leerlaufzeiten – etwa bei Wartezeiten am Flughafen – für kurze Lerneinheiten nutzen können. Die Lernenden haben somit die Wahlfreiheit, was, wo und wann sie lernen möchten.

Die individuellen Lerneinheiten via Smartphone und Tablet lassen sich in ein Trainingskonzept integrieren und mit Präsenzveranstaltungen sowie klassischem E-Learning zu Blended-Learning-Angeboten kombinieren. Beispiele hierfür sind auf dem Smartphone abrufbare Zusammenfassungen von Vorträgen oder nachzubereitende Aufgaben von Präsenzveranstaltungen in Verbindung mit der mobilen Vernetzung der Teilnehmer in Form von Chats oder Foren zur Zusammenarbeit.

Beispiel für eine mobile Learning-App ist der Kfz-Prüfungstrainer für das iPhone, mit dem sich Auszubildende zum Kfz-Mechatroniker auf ihre Abschlussprüfung vorbereiten können (Abbildung 6). Die App vermittelt einerseits Grundlagen und andererseits tiefer gehende Kenntnisse zur sachgerechten Handhabung von Mess- und Diagnosegeräten sowie zu den elektronischen Systemen in Kraftfahrzeugen.

Einige Anbieter bereiten mobile Lerneinheiten bereits als Serious Games auf, die Funktionen wie Betreuung, Lehren, Training, Kommunikation und Information mit spielerischen, entspannenden Elementen – ähnlich wie bei Videospielen – verbinden. Diese Kombination zielt darauf ab, nützliche Lerninhalte didaktisch möglichst angenehm darzubieten. Mithilfe der mobilen Endgeräte wird sich die Didaktik in Richtung eines spielerischen und kooperativen Lernens entwickeln.

Mobile Recruiting: Näher am Bewerber

Der HR-Prozess, der aktuell am häufigsten in der mobilen Variante genutzt wird, ist das Recruiting. Bereits heute setzt ein Drittel der Unternehmen auf Mobile Recruiting, mehr als die Hälfte plant die Einführung entsprechender Lösungen. Aus gutem Grund: Viele Interessenten und Bewerber nutzen Rekrutierungskanäle wie Online-Stellenmärkte und Karrierenetzwerke vermehrt über mobile Endgeräte. Folglich muss die unternehmenseigene Karriereseite als einer der wichtigsten Kanäle nachziehen. Die Bewerber erwarten zunehmend die Möglichkeit, sich per Smartphone über ihre potenziellen Arbeitgeber zu informieren oder sogar mobil bewerben zu können.

Nach einer aktuellen Studie des Jobportals JobStairs.de hat bereits mehr als die Hälfte der 1.000 befragten  jobsuchenden Stellenanzeigen oder Arbeitgeberinformationen mittels Smartphone oder Tablet abgerufen. So ergeben sich für das Personalmarketing neue Chancen, mobil für Bekanntheit, Image und Reputationsgewinn der Arbeitgeber zu sorgen. Dazu müssen die Unternehmen ihre Internetangebote für mobile Endgeräte optimieren, entweder als App für die verschiedenen Endgeräteplattformen wie beispielsweise iOS und Android oder als geräteunabhängige, mobil optimierte Website. Dies bedeutet, Unternehmen müssen die geringere Größe eines Smartphone- oder Tablet- Bildschirms bei der Konzeption der eigenen mobilen Angebote berücksichtigen, dabei jedoch auch den Nutzungskontext beachten: Mobilnutzer erwarten beispielsweise noch stärker verdichtete Informationen und große Navigationselemente, die die Bedienung auf Touchscreen-Geräten erleichtern. Bereits jeder dritte Stelleninteressent surft Online-Stellenbörsen, Karriereseiten der Unternehmen und Jobsuchmaschinen bevorzugt über Smartphone und Tablet an. Noch höher ist die Rate bei E-Mail-Benachrichtigungen und Nachrichten innerhalb sozialer Netzwerke wie zum Beispiel Facebook, Twitter und Google+ (Abbildung 4). 

Immer mehr mobile Internetuser steuern Jobportale, Business- und soziale Netzwerke – und damit die in ihnen enthaltenen Karriereauftritte und Stellenanzeigen der Unternehmen – an. Die Mehrheit der Jobportale ist bereits für Smartphones und Tablets optimiert und bietet mobile Apps zur Stellensuche an. Mehr als die Hälfte der Facebook-Nutzer hat die entsprechende App des sozialen Netzwerks auf ihrem Smartphone installiert; die Zugriffe auf Facebook erfolgen zunehmend von unterwegs. In diesem Zusammenhang müssen die Unternehmen die „Candidate Experience“ im Blick haben: Es wäre alles andere als optimal, wenn die potenziellen Bewerber aus einem mobil optimierten Ökosystem wie Facebook, Xing oder LinkedIn mit nur einem „falschen Klick“ auf eine herkömmliche, nicht mobil optimierte Unternehmenswebsite gelangen – die im schlimmsten Fall auf Smartphones oder Tablets fehlerhaft dargestellt wird.

Eine „good practice“ im Bereich der mobilen Karriereseiten ist beispielsweise das mobile Karriereportal der Otto Group, das neben der eigentlichen Jobbörse auch Employer- Branding-Inhalte wie die Vorstellung der Otto Group als Arbeitgeber, einen Karriere- Eventkalender und Bewerbungstipps enthält (Abbildung 5).

HR goes mobile

Mit HR-Lösungen für Smartphone und Tablet haben Führungskräfte und Personaler wichtige Kennzahlen stets zur Hand (Abbildung 2). Die User versprechen sich von den Anwendungen vor allem einen schnellen und zuverlässigen Zugriff auf Informationen: Zeitersparnis, Effizienzsteigerung, eine hohe Aktualität der Daten und eine Verbesserung des Workflows gehören zu den meistgenannten Vorteilen, die sich Unternehmen der genannten Studie zufolge von der Einführung mobiler HR-Anwendungen versprechen.

Generell werden die Nutzenpotenziale mobiler Anwendungen als hoch eingeschätzt: Über drei Viertel der im Rahmen der perbit- Studie Befragten bewerten sie als hoch oder eher hoch. Als wichtige Zukunftstechnologie werden sie voraussichtlich weiter an Bedeutung gewinnen und in absehbarer Zeit serienmäßig in HR-Software integriert sein. So hat mobile HR das Potenzial, Desktop-PCs und Laptops in einzelnen Bereichen zu verdrängen – vor allem bei der Nutzung „unterwegs“ und bei einfachen Personalprozessen wie etwa Genehmigungsprozessen für Urlaubs-, Dienstreise- oder Seminaranträge (Abbildung 3).

Mobile Bewerbung wird zum Pflichtprogramm

Auch der Bewerbungsprozess selbst wird zunehmend mobil: Schon heute hat sich laut JobStairs fast jeder zehnte Befragungsteilnehmer schon einmal über ein mobiles Endgerät beworben, von denen eine deutliche Mehrheit auch zukünftig wieder via Tablet oder Smartphone Bewerbungen aussenden würde. Gegenwärtig erwartet bereits ein Siebtel der befragten JobStairs-Nutzer von einem „attraktiven Arbeitgeber die Möglichkeit einer komfortablen und unkomplizierten Bewerbung über ein Smartphone oder Tablet.“ Zukünftig wird eine mobile Bewerbungsmöglichkeit in den Augen weiterer 40 Prozent der Befragten zum Pflichtprogramm für Arbeitgeber.

Die Unternehmen antizipieren den Trend zur mobilen Bewerbung: Jedes Zweite der befragten JobStairs-Partnerunternehmen sieht die mobile Bewerbung zukünftig als eine gleichwertige Alternative zur Online-Bewerbung. Die überwiegende Mehrheit unterhält bereits eine mobile Karriereseite, ein Drittel sogar eine eigene Karriere-App für Smartphones oder Tablets.

Mobile HR wird zur Normalität

Da die Endgeräte immer leistungsfähiger werden und die Datennetze einen zunehmend schnellen Transfer ermöglichen, können Unternehmen viele Prozesse und Aufgaben, die Mitarbeiter heute noch an Workstations erledigen, zukünftig unterwegs bearbeiten lassen. HR-Softwarefirmen werden ihre Produkte in naher Zukunft serienmäßig auch für mobile Endgeräte anbieten. Aktuelle Studien schätzen die Nutzenpotenziale als hoch ein: Die Überallverfügbarkeit der zum Arbeiten benötigten Daten wirkt sich positiv auf Aktualität und Effizienz aus. Führungskräfte und Professionals – nicht nur in den HR-Organisationen – werden Smartphone und Tablets als persönliche Informations- und Kommunikationsmedien in ihren Arbeitsalltag integrieren.

Quelle: personal manager Zeitschrift für Human Resources Ausgabe 2 März / April 2013

Der Trend in Richtung Mobile hat die Arbeitgeber erreicht: Nach einer aktuellen Marktstudie der perbit Software GmbH unter mehr als 400 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben knapp drei Viertel der befragten Unternehmen mobile Anwendungen für Smartphones und Tablet- Computer in mindestens einem ihrer Unternehmensbereiche im Einsatz. Mehr als drei Viertel davon nutzen die Lösungen bereits länger als ein Jahr. Dabei sind fast 90 Prozent mit den Anwendungen zufrieden oder eher zufrieden. „Primus“ beim Einsatz mobiler Technologien im Unternehmen ist der Vertrieb mit einer „mobilen Einsatzquote“ von knapp zwei Dritteln. Geschäftsführung, Marketing, Unternehmenskommunikation und IT folgen auf den nächsten Plätzen mit jeweils über 50 Prozent Nutzungsanteil. Dagegen sind erst in einem Viertel der HR-Organisationen mobile Anwendungen im Einsatz, vor allem in den Bereichen Recruiting, Zeitwirtschaft und Personalentwicklung. (Abbildung 1)
Doch plant ein Viertel der befragten HR-Bereiche, die noch keine mobilen Anwendungen verwenden, ihren Einsatz innerhalb der nächsten drei Jahre – knapp die Hälfte davon sogar noch innerhalb des Jahres 2013. 

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