Rückenwind für Gewerkschaften in der Tarifrunde 2016

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Foto von Christina @ wocintechchat.com

Eine vom WSI jüngst vorlegte Bilanz der Tarifpolitik des Jahres 2015 ergibt, dass Tariflöhne und -gehälter im letzten Jahr im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt um 2,4 Prozent gestiegen sind. Dieses Ergebnis errechnet sich aus dem Anstieg der Verbraucherpreise um 0,3 Prozent im Abgleich zur Steigerung der Tarifvergütungen um nominal 2,7 Prozent.

Das beste Ergebnis wurde im Investitionsgütergewerbe erzielt, die Tariflohnrunde 2015 bescherte Beschäftigten der Branche nominal 3,5 Prozent Steigerung. Der Bereich private Dienstleistungen und Organisationen ohne Erwerbszweck kam auf 3,0 Prozent und das Baugewerbe auf 2,8 Prozent. Das schlechteste Ergebnis wurde im Handel eingefahren, er verbuchte einen Tarifanstieg von nominal 1,7 Prozent.

Doch nicht nur tarifgebundene Einkommen verzeichneten bislang und insbesondere in 2015 einen Aufwärtstrend. Auch die effektiven Bruttolöhne und -gehälter sind nominal je Arbeitnehmer um 2,8 Prozent gestiegen, preisbereinigt bedeutet dies laut WSI einen Anstieg um 2,5 Prozent. Als einen möglichen Grund dafür nennen die Experten die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes.

Nicht ganz so positiv entwickelten sich im letzten Jahr das Vertragsvolumen als auch zum Teil die Laufzeitgestaltungen der Verträge. So schlossen die DGB-Gewerkschaften in Deutschland zwar Lohn- und Gehaltstarifverträge für rund 12,5 Mio. Beschäftigte ab, im Jahr 2013 hatten sie sich noch für 13,1 Millionen Arbeitnehmer eingesetzt. Die Laufzeiten lagen mit durchschnittlich 21,1 Monate unter dem Wert von durchschnittlich 22,4 Monate in 2014.  

Prognostizierte Schönwetterfront

Die vom WSI ausgesprochene positive Konjunkturprognose beruht auf einer Schätzung und steht damit in einer Reihe verschiedenster Voraussagen von Regierung, Forschungsorganisationen und Interessenvertretungen diverser Couleur. Eine übersichtliche Prognosen-Zusammenstellung für das Jahr 2016 findet sich auf einer Themenseite von tagesschau.de; die Vorhersagen sind mehrheitlich freundlich bis schön.  

Foto: Rainer Sturm | pixelio.de

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